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Der Israelit · 1870-11-30 · Heft 48 (30.11.1870) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
11 (1870)
Issue
Heft 48 (30.11.1870)
Date
1870-11-30
Page
– (sequence 6)
Language
German
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688 Obwohl vrm diese offerirte Summe die durch Aufnahme zweier Zöglinge entstehenden Ausgaben nur zur Hälfte deckt — die Unterhaltung des einzelnen Zöglings kostet durchschnittlich 160—170 Thlr. jährlich — die beiden Knaben auch nicht unserer Gemeinde, ja nicht einmal der Provinz Ostpreußen angehören, so trug der Vorstand des Waisenhauses dennoch keinen Augenblick Bedenken, die Kinder ihrer traurigen und gefährdeten Lage zu entreißen, und weilen dieselben seit dem 1. October im Schuhe der Anstalt. Diese Denk- und Handlungsweise ehrt in gleicher Weise die Elbinger Gemeinde wie das hiesige Waisenhaus. Der Kaufmann Bloch von hier, Gutbsbesitzer Wedel Absinlscheim und Kaufmann Leop. Perls aus Danzig (Bruder des hiesigen Privat - Docenten) sind zu Offizieren ernannt. Die Soldaten Cohn und Bank von hier haben das eiserne Kreuz erhalten. Alle Ganannten sind Juden. (Jsr. Wochenschrift.) Königsberg, 4. Nov. Auch das hiesige ostpreußische Tribunal hat nunmehr angeordnet, daß Juden zur Uebernahme von Vormundschaftsämtern über Christen ernannt werden dürfen. — Herr Geh. Kommerzienrath Moritz Simon hat dem hiesigen „Israelitischen Waisenhause", welches bisher nur Knaben aufzunehmen im Stande war, die Summe von 10,000 Thlr. übermittelt, um demselben künftig auch die Aufnahme von Waisenmädchen zu ermöglichen. (V. Z.) Höringhausen, 6. Nov. Herr Marcus Lazarus von hier hat auf eigne Kosten ein neues mp» erbauen lassen und solches gestern nanD ber hiesigen Gemeinde zum Geschenk überwiesen. Er hat sich durch diese Schenkung den Dank der ganzen Gemeinde erworben. Oesterreichisch - Ungarische Monarchie. Wien. Herr Gustav Ritter von Epstein hat für den Bau eines israelitischen Waisenhauses in Wien 40,000 fl. gespendet. Aus Gisenfiadl geht uns die Mittheilung zu, daß Herr Rabbiner Kuttna die durch den Abgang des Herrn Rabbiner vr. Hildesheimer nach Berlin aufgelöste Jeschibah wieder neu begründet hat. Es studiren dort gegenwärtig circa 30 Bachurim. — Elsaß. Dambaöh, 16. November. Unsere Gemeinde, und mit ihr ganz Elsaß, hat leider einen großen Verlust erlitten. Rabbi Seligmann Weil, einer von denjenigen Rabbinen Frankreichs, welche streng fromm vor Gott wandeln und ihre Gemeinden führen, mnjib, mtrv? ist nickt mehr. Samstag, 4. November, erlag er einer vierwöchentlichen Krankheit; am 6. November fand das Begräbniß unter großer Betheiligung statt. Der Rabbiner von Obernai, i"n"D pni’, und der Rabbiner von Fegersheim, Herr Aron, Bruder des Oberrabbinen von Straßburg, hielten die Leichenreden. Aus der ganzen Umgegend war Alles herbeigeeilt, um dem allbeliebten, treuen Seelenhirten die letzte Ehre zu erweisen. — Der Verewigte war geboren zu Roosheim und hatte seine Studien in Mainz unter Rabbi Löb Ellinger Wi und Rabbi Samuel Bondt y'»"J gemacht; er erreichte ein Alter von nur 64 Jahren. — Der Verlust ist ffür uns ein fast unersetzlicher; an Rabbinen ist kein Mangel, aber, fromme, gottgefällige Rablinen sind heutzutage leider sehr, sehr selten. n":s'W'n — Feuilleton. $äett und Ernten. XXIV Die Scheidung. In Hellem Klange erklingen die Gläser; es ist Martha's Hochzeitsfest; eine fröhliche Stimmung hat die ganze Gesellschaft ergriffen. Mit inniger Freude und wahrhafter Befriedigung schauen Simon und Leah Ruhdorf auf ihre Kinder, die ein Haus in Israel zu begründen im Begriffe stehen, das fest ruhen wird auf dem unerschütterlichen Felsen der Gottesfurcht. Jetzt erhebt ein junger Mann sein Glas und bringt einen Toast aus auf den Bruder der Braut, auf Naphtali, und äußert den Wunsch, daß es ihm, dem Sprecher, vergönnt sein möge, auch bald auf Naphtalins Hochzeitsfeste fröhlich sein zu können. — Leah Ruhdorf kann nicht mit einstimmen in den freudigen Jubel, der dem Toaste folgt; sorgenschwer wendet sie ihren Blick dem Lieblinge ihres Herzens, dem einzigen Sohne zu; die „schönsten Partien" sind ihm schon angetragen; er hat sie alle zurückgewiesen. Nur die Mutter weiß, daß der Gedanke an Wilhelmine von Wolfseck ihn veranlaßt, die besten Heirathßanträge abzulehnen. — Was soll aus dieser hoffnungslosen Liebe werden? Niemals wird Wolfsohn in eine Verbindung seiner Tochter mit Naphtali willigen. Wäh end das Mutterherz mitten im Jubel über das Glück der Tochter in banger Sorge der Zukunft des Sohnes entgegenschaute, wurden im Wolfseck'schew

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