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Der Israelit · 1870-11-23 · Heft 47 (23.11.1870) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
11 (1870)
Issue
Heft 47 (23.11.1870)
Date
1870-11-23
Page
– (sequence 5)
Language
German
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865 ruht haben, sofern daraus für den Militärfonds keinerlei Kosten erwachsen. Ew. Wohlgeboren wollen die .... hiervon in Kenntniß setzen und dieselben gleichzeitig mit ein"r entsprechenden Legitimation versehen. Für den Fall deS Bedürfnisses bin ich ermächtigt, im Vereine mit dem Herrn Kriegsminister, diese Erlaubniß auch andern hierzugeeigneten Rabbinern zu ertheilen, und überlasse Ihnen anderweite Meldungen zu vermitteln. Oesterreichisch-Ungarische Monarchie. Wien. Die „Neue freie Presse" veröffentlicht die nachstehende schlecht e v f u ti ti ö e n e Anecdote, die wir deshalb miitheilen, um daran die Bemerkung zu knüpfen, enß die „N. rr. Pr." besser daran gethan hatte, die Velöffeutlichung zu unter! issnr. da es leider viele dornirte Leser gibt, welche nicht einsehen, daß das Ganze nur ein Witz sein soll: „Berlin: Sie dürften wissen, daß für die erste eroberte französische Fahne von einem hiesigen Banquier eine Summe von tausend Louisd'orS ausgesetzt worden ist; ebenso ist die Thatsache nicht neu, daß Hder preußische Soldat, der sie der Wörth eroberte, ein Jude in. Als der tapfere Mann und Jude vor wenigen Tagen nach Berlin kam, wobin er Gefangene escortirt hatte, ergriff die jüdische Lauts üuauss mit Enthusiasmus die Gelegenheit, den Helden fürstlich zu bewirthen. Es gab ein brillantes Banquier-Banket und an der Spitze des Tisches thronte der jüdische Sieger von Wörth. Man ließ ihn unzählige Mal hochleben und fordert ibn am Schlüsse des Bankets auf, doch die nähere Details seines kühnen Streiches zum Besten zu geben. „Ach sehen Sie," sagte der brave Fü ilier sehr bescheiden, „die Sache ist bei Weitem nicht so gefährlich g wesen, als sie allgemein geschildert wird. Als wir Sturm auf die Höhen liefen, sehe ich plötzlich einen Franzmann mit der Fahne stehen, .'letzt oder nie! sagt ich mir und sprang auf den Kerl zu: Gib die Fahne her, schreie ich, denn ich muü die 1000 Louisd'orS haben..,. Der Andere ruft: Osnament s’appelle? (Wie heißt?) Ah, schreie ich hocherfreut, du bist auch ein Jude — so gib die Fahne her, bekommst 500 Louisd'orS von meiner Prämie. Hier einWechselchen!.... Gesagt, gethan. Ich sprang mit der französischen Fahne zurück und jetzt bin ich hier und bitte schön um mein Geld, weil ich die Hälfte davon fortschicken muß." Die Gesellschaft wollte zwar dieser Erzählung keinen rechten Glauben schenken, aber der humoristische Füsilier war jetzt recht der Held des Tages. Jeder, der zu lesen verstehe, sieht ein, daß das Ganze nur ein Witz sein soll; aber es gibt leider noch gar viele Leute, die nicht zu lesen verstehen. Holland. Rotterdam!, 9. Nov. In Ihrem geschätzten Blatte vom 7. August d. I. las ich dieser Tage einen aus dem Amsterdamer „Nieuw Jsr. Weekblad" aufgenommenen Bericht, der die Mittheilung enthielt von einer stattgefundenen Religions-Prüfung von vier taubstummen iSr. Kindern der hies. Taubftummen-Anstalt. Fern sei es von mir, das in diesem Berichte der Anstalt ausgesprochene Lob im Mindesten verkürzen zu wollen, sondern ich wünschte vielmehr beizufügen, daß diese Prüfung wirklich ans alle Anwesende einen unbeschreiblich günstigen Eindruck machte. Jedoch, daß genannte Anstalt eine israelitische sei, ist unrichtig. Die berühmte Anstalt, die ein eigenes, prachtvolles Gebä'de mit Gartenanlagen besitzt, ist ein Externst. Die Zöglinge sind nur während der Schulstunden daselbst und sind übrigens bei ordentlichen und brav'n Leuten, (jedes Kind bei einer Familie seiner Confe'sion) in Kost und Pflege gegeben. Die Anstalt zählt gegenwärtig t02 Zöglinge, worunter sich nur 10 israelitische befinden; die übrigen sind theils evangelisch theils katholisch Die jahrl che Einahme der Anstalt beträgt jetzt — außer den freiwilligen Gaben und Legaten, inclusive der jährlichen Subsivien von 4000 Gulden aus der Staatskasse, o500 ) Gulden aus der Provinzial' lasse, und 3'>0 Gulden aus der stä)ü chen Kaste — circa 25000 Gulden. Biele Legate sind bereits an die Anstalt verma ' 1, j doch größtentheils von Christen. Die Verwaltung der Anstalt besteht aus 11 Mitgliedern, worunter sich mit Einschluß des DwectorS und Oberlehrers, H'rrn D. H rsch, drei Israeliten befinden. Außer dem Oirector sungiren noch au der Anstalt 10 Lehrer, worunter nur ein Israelit ist. Zudem sind für den Religionsunterricht thätig: ein Katechet für die evangelischen, ein katholischer Geistlicher für die katholischen und ein israelitischer Religionslehrer für die israelitischen Zöglmge. Bin ja min. England London. De englische Mifsionsgesellschaft dielt jüngst wieder eine Versammlung in Bedford ab. In einer Zeitung dieser Stadt wurde ein Bericht ü er dieselbe veröffentlicht, in welchem man hauptsächlich gegen die Juden loszog. Unse e Glaubensgenosse, Herr Lissack. auö Belford hat hierauf e ne Entgegnung in einer andern Zeitung erlassen (da die erster? die Aufnahme verweigerte), anS der wir nachstehende Punkte wredergeben. Herr Willer hat die Versammlung mit einem Gebete für alle Juden eröffnet, „daß ihre Unwissenheit und Verstocktheit bvld aushören möge." In den letzten 12 Jahren habe ich es mir im Stadtrathe zur Hauptaufgabe gestellt, denselben zu veranlassen, für die Erziehung und r en Unterricht Hunderter von verwahrlosten Knaben und Mädchen, die von früher Jugend an schon ihr Leben dadurch fristen, daß sie in WirthS-

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