Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 11 (1870)
- Issue
- Heft 45 (9.11.1870)
- Date
- 1870-11-09
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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- Mohel 2× ep/1006163
- hazzan 1× ep/1004827
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822 Darauf fragt der Psalmist: „Wer ist der König der Ehre?" Und die Antwort lautet: „Der Ewige ist mächtig und stark, der Ewige ist stark im Kriege." Aber die Antwort befriedigt nicht und der Psalmist ruft noch einmal: „Erhebet, Thore, eure Häupter. erhebet (euch), Pforten der Ewigkeit, daß einziehe der König der Ehre!" Darauf noch einmal die Frage: „Wer ist der König der Ehre?" Und dann folgt die befriedigende Antwort: „Haschem Zebaoth, das ist der König der Ehre." Bedeutete nun Haschem Zebaoth nichts Anderes als „der Herr der Heerschaaren" im gewöhnlichen Sinne, so wäre die zweite Antwort nichts Anderes als die erste; ste ist aber bedeutend mehr; sie umfaßt die Allmacht Gottes als den Herrn und Gebieter sammtlicher in einen Begriff gefaßter Wesen, und als solcher ist Gott der König der Ehre; geradeso wie im 29. Psalm, nachdem die Allmacht Gottes in ihren gewaltigen Aeußerungen geschildert worden, der Sänger 'das Alles mit den Worten zusammenfaßt, 1:33 “iDiN *13 133'nsi, „und in Seinem Palaste spricht Alles: Ehre (Herrlichkeit, Majestät);" und indem der Psalm noch einmal aus die Allgewalt des Herrn, die sich in der Vernichtung der sündigen Menschheit durch die Sündfluth offenbarte, hinweist, schließt er mit der Beglückung durch den Frieden, 'n jrp Mpd ny 'n D*aa löy nfi* td*! Gott, der Allmächtige, ist allerdings der Kriege großer Lenker, allein Er ist Haschem Zebaoth, der Gott der ganzen Welt und aller Wesen und aller Naturkräfte, der Gott der Ehre, und Sein Name ist Friede, ropn bw io» tfl Ariefe u. Nachrichten vom Kriegsschauplätze. XXXII. Mainz, 4. Nov. Es liegen gegenwärtig circa 130 jüdische Kriegsgefangene hier, zu denen täglich neueingebrachte hinzukommen. Von diesen sind bereits circa 50 bei omrp untergebracht. Die Bedürftigen werden durch unsere Vermittelung mit warmen Unterkleidern, Hemden, Strümpfen rc. versorgt, wozu uns auch von auswärts nicht unbedeutende Spenden zukommen. In den hiesigen Lazarethen liegen gegenwärtig sechs Israeliten, vier Preußen und zwei Franzosen; sie erhalten alle 3^3-Kost. Nach einer Mittheilunz des Herrn Oberraths Altmann in Carlsruhe befinden sich in Rastatt 138 jüdische Kriegsgefangene, die namentlich nach Verlangen trugen. Wir haben dem Wunsche des Herrn Oberraths gemäß sofort 20 Paar neue pd'Dci ankaufen und nach Rastatt senden lassen. Am Sabbat sind die Gefangenen von der Arbeit befreit. Vielleicht wird es auch gelingen, sie -,bo zu verköstigen. Die isr. Gefangenen in Rastatt sind wie die in Mainz größtentheils Mobilgardisten, darunter Familienväter. Als Curiosum theilen wir mit, daß sich unter den hiesigen Kriegsgefangenen ein Chasan und ein — Zwicker befindet. Dresden, im October. (Verspätet.) Auch unsere Gemeinde mußte zu den Opfern des schrecklichen Krieges beitragen. Der Sohn unseres Mohel, Herrn Jacobsohn, ein blühender, talentvoller Jüngling, der Stolz und die Freude der Seinigen, beliebt bei Allen, die ihn kannten, fiel in der Schlacht bei Metz und wurde getödet. n"3"3"j"n. Straßburg Eine jüdische Frau sah während des Bombardements ihrer Entbindung entgegen. Die Aerzte und die Hebamme wollten nicht zu ihr kommen, da sie ihr Leben nicht riskiren wollten, so daß die Frau in ihrer Mutter den alleinigen Beistand fand; die Mutter ließ ein Bett und Kleidungsstücke in einen Schoppen bringen, woselbst auch die Frau glücklich ihre Entbindung überstand; ste gebar ein Söhnchen. Der Mohel vollzog acht Tage später die Beschneidung an dem Knäbchen; als er aber das Haus verließ, traf ihn eine Kugel, und erwarb getödtet. (Iew. Ehr.) Eine holländische jüd. Wittwe, Frau Hymans aus Amsterdam, welche sich einem Sanitätscorps, das zuerst in Saarbrücken stand, anschloß, leistete solche vorzügliche Dienste, daß sie von der Königin von Preußen mit ihrem Portrait und einem goldnen Ring überrascht wurde. Der Director der Ambulance erlaubte ihr, als ein besonderes Zeichen der Begünstigung, den Versöhnungstag in Cöln zuzubringen. (Iew. Ehr.) XXXIII. La Celle St. Cloud, den 19. Nov. 1870. Unterzeichneter ist preußischer Soldat und befindet sicb hier vor Paris. Dank der Erziehung, die mir Seitens meiner streng orthodox lebenden Eltern zu Theil geworden, habe ich auch hier während des Feldzuges mir so viel „Iüdischkeit" wie irgend möglich bewahrt. Das Herannahen der heiligen Zeit und das Be-