Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 11 (1870)
- Issue
- Heft 45 (9.11.1870)
- Date
- 1870-11-09
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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J\S 4S XI. Jahrgang. Israelit. Ein Gentrat - Grgan für das orthodoxe Kudenthum. Herausgegeben von Di». Lehmann in Mainz. Mittwoch, den 9. November 5631 (187 0). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 3 Thlr. pr. C. oder fl. b. 1b kr. rh. Man abovnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate l*/2 Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesierreichische Banknoten laut Cours. Directe Franeozusendung unter Streifband pro. Jahrgang 4 Thlr. pr. C. oder 6 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. Inhalt: Leitende Artikel: Der Herr der Heerschaaren. — Briefe und Nachrichten vom Kriegsschauplätze. — Zeitung snachriebten und Correspondenzen: Deutschland: Mainz. Mainz. München. München. Randegg. Aus Ostpreußen. Danzig. — Holland: Amsterdam-Amsterdam- — Oefterr.-Ung. Monarchie: Wien. Tarnopel. — Frankreich: Tours. — Feuilleton: Säen und Ernten. Anhalt der Beilage; Leitender Artikel: Briefe und Nachrichten vom Kriegsschauplätze- Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Mainz. Mainz. Mainz. Karlsruhe. Frankfurt a. M. Dresden. — Oefterr.-Ungar. Monarchie: Wien. Wien. — Italien: Rom. Rom.Rom. — Rußland: Minsk. — Palästina: Jerusalem. — Amerika: New - Dort- New-Vork. — Inhalt der Hrtra-ZSeilage: Zweite Spendenliste der Gaben, welche zur Errichtung eines Rettungsbauses für kranke Glaubensgenossen aus den westruss. Grenzbez. eingegangen sind. — Spenden für die Annen des hl. Landes. — Bau jüd. Armen- und Pilgerwvhnungen in Jerusalem. — Zur Unterstützung der nöthleidenden Glaubensgenossen in West - Rußland. — Für die Witttwen u. Waisen im dl. L. — Für die Nothleidenden im hl. L- — Für die Waisen in Strzelnv- — Für das Blinden - Institut in Wien. — Für die Jeschibah in Wolosin. — Für die notleid. Glaubensgen. in Straßburg. Leitender Artikel. Der Kerr der Keerschaaren. Mainz, 3. November. Zu den vielen Mißverständnissen und Vorurtbeilen, die in jüdischen und nichtjüdischen Kreisen über Juden und Zudenthum vorwalten, gehört auch die Auffassung des heiligen GotteSnamenS „Haschem Zebaoth-, die man gewöhnlich so übersetzt wie in unserer Ueberschrift angegeben ist. In vielen Zeitungen und Zeitschriften werden aus dieser Uebersetzung ganz unberechtigte Folgerungen gezogen, indem man mit Unrecht „die Heerschaaren" lediglich als Kriegs-Heerschaaren auffaßt. Man will daraus schließen, daß Gott, gleichsam als alleroberster Kriegsherr, Gefallen an tapferen Heeren finde, die in den feindlichen Reihen recht tüchtige Niederlagen anrichten und tapfer Menschenblut vergießen Ja, man geht so weit, daß man in christlichen Werken und Zeitschriften diese Auffassung als eine „alttestamentliche" bezeichnet, die in der Gegenwart überwunden sein sollte. Nichts ist irrthümlicher als eine solche Auffaffung. Der Gott, den daS^Zudenthum lehrt, findet kein Wohlgefallen an Str^ Hader und Menschentödtung; Er ist vielmehr der Gott des'Friedens, und in den Propheten wird das G.lück der messianischen Zeit hauptsächlich als darin.-besteheZb^geschildert, daß die Völker die Waffen des "KrsegesMu Werkzeugen friedlicher Beschäftigung umwandelw Und den Krieg nicht mehr erlernen werden. * Sogar die Uebersetzung von „Haschem Zebaoth" mit „Herr der Heerschaaren" ist eine durchaus nicht erschöpfende, nds heißt allerdings „Heer", aber nur in der Rücksicht, daß ein Heer aus einer großen Menge Einzelwesen besteht. Daher ist auch in der heiligen Schrift die Rede von „Himmel und Erde", B&as toi, d. h. die Zusammenfassung von allen mit Himmel und Erde in Verbindung stehenden Wesen. Gott, als der allmächtige Gebieter aller Wesen wird in der Bibel als „Haschem Zebaoth" bezeichnet. Am Deutlichsten wird das im 24. Psalm ausgesprochen. Dort heißt es: „Erhebet, Thore, eure Häupter, und erhebet euch, Pforten der Ewigkeit, daß einziehe der König der Ehre."