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Der Israelit · 1870-10-19 · Heft 42 (19.10.1870) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
11 (1870)
Issue
Heft 42 (19.10.1870)
Date
1870-10-19
Page
– (sequence 6)
Language
German
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778 len dem jüdischen Wähler Religion heucheln, haben ausschließlich den Juden ihr Mandat zu danken, man mußte demnach erwarten, daß beide Herren, wenn schon in Ermanglung jedes religiösen Sinnes wenigstens aus ihre Wähler Rücksicht nehmen und an diesem einen Tage vom Landtage fern bleiben sollten. Während jüdische Combattanten Alles aufbieten, um selbst auf dem Schlachifelde den Versöhnungstag durch einen improvisierten Gottesdienst zu feiern, feiern unsere jüdischen Abgeordneten in der Landtagsstube am Fünfkirchenplatze den Versöhnungstag! (Ggt.) Prag. Mit Vergnügen registriren wir, daß an der hiesigen Universität das österreichische Strafrecht wieder in einem Juden seinen Mann .gefunden hat. Im Lectionskataloge der Prager Universität finden wir nebst Herrn vr. Gründling auch Herrn vr. Zucker (Israelit) verzeichnet, der über österreichisches Strafrecht in böhmischer Sprache tradiren wird. (Ggt.) Italien. □ Rom, 2. October. (Statistisches.) Am Tage vor der Beschießung Roms veröffentlichte das Generalvieariat den 8tato delle anime dell’alina cittä di Roma per l’anno 1870. Hiernach ist die Einwohnerzahl auf 210,857 gestiegen. Zu Ostern befanden sich darunter 48 Cardinäle, 650 Bischöfe (wegen des Concils), 1609 Priester und Kleriker, 882 Seminaristen und Collegialen, 3023 Mönche, 2039 Nonnen, 4711 Juden und 615 andere Nichtkatholiken. Frankreich. Paris. Ein Localblatt, „Le Lorgnon," brachte in seiner Nummer vom 28. September folgende häßliche Verleumdung gegen die Juden in Algerien: „Es wurde bemerkt, daß Banknoten täglich seltner werden und daß die Juden, in deren Händen der größte Theil derselben zu finden ist, mit großen Interessen in diesem neuen Zweig von Handel speculiren. Wenn Jemand zu einem Juden kommt, muß er für je 6 Fr. 8 Fr. zahlen, um eine 100 Fr. - Banknote zu wechseln." Auf diese falsche Anklage hat der Director der Algerischen Bank folgende officielle Antwort gegeben: Um die falschen und gehässigen Verdächtigungen, die gegen eingeborene jüdische Kapitalisten geschleudert werden, zu widerlegen, beeilt sich der Director der Algerischen Bank öffentlich zu erklären, daß seit dem 8. August die Juden nicht zahlreicher als Andersgläubige waren, welche ihr Guthaben an der Bank zurückforderten. England. London. Dahier besteht schon seit vielen Jahren eine Gesellschaft, die fremde Arme am Sabbat und an Feiertagen auf ihre Kosten speisen läßt. Am verflossenen Neujahrsfest wurden 28 Arme gespeist. Herr Oberrabbiner Dr. Adler stattete ihnen während der Mahlzeit einen Besuch ab. In diesem Jahre wird die Gesellschaft größere Ausgaben haben, da in Folge des deutsch - französischen Krieges viele arme französische Juden hierher kommen, für die bestmöglich gesorgt wird. (Jew. Ehr.) Amerika. IKew-Uork. Die hebräische Frei - Begräbniß- Gesellschaft hat ihren ersten Rechenschaftsbericht veröffentlicht. Diese Gesellschaft hat sich am 30. Juni 1870 gebildet. 14 Gemeinden und 5 Wohlthätigkeitsgesellschaften haben den nöthigen Fond gegeben um arme Glaubensgenossen auf Kosten der Gesellschaft zu begraben. Eingegangen sind 18584 Dollar und verausgabt wurden 1674 Dollar. Die Begrähnißkosten von 136 Personen wurden bestritten. Die Gesellschaft sorgt nicht blos für den Begräbnißplatz, sondern gibt auch den Sarg und die nöthigen Kleidungsstücke dazu. (Jew. Meff.) New-Nork. Der auf eine so schreckliche Weise ermorderte Benjamin Nathan hat testamentarisch folgende Gaben an nachstehend benannte Gesellschaften und Wohlthätigkeitsanstalten vermacht: 1000 Dollar dem Blinden-Jnstitut, 1000 Dollar der hebräischen Unterstützungsgesellschaft, 500 Dollar der hebr. Frauen-Wchlthätigkeitsgesellschaft, 2500 Dollar dem hebr. Waisenasyl und 11,000 Dollar dem Berg Sinai- Hospital. (Jew. Meff.) Feuilleton. Säen und tzrnten. XVIII. Neue Gefahren. „Sagen Sie einmal, Herr von Wolfseck," redete diesen eines Tages Kaufmann Bernstein an der Börse

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