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Der Israelit · 1870-10-05 · Heft 40-41 (5.10.1870) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
11 (1870)
Issue
Heft 40-41 (5.10.1870)
Date
1870-10-05
Page
– (sequence 17)
Language
German
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XL Jahrgang. Zweite Beilage zu Nr. 40&41 desZsraelit. Leitende Ajr tikel. Literarischer Bericht. »npn pttf1? min. Kurz gefaßte hebräische Grammatik für Anfänger zum Gebrauche beim Unterrichte auf Gymnasien, jüdischen Religionsschulen rc. mit Uebungen und Beispielen zum praktischen Erlernen deS Hebräifchschreibens und zum Lesen des vocallosen Textes von vr. Salomon Goldschmidt, Berlin, Adolph Cohn. Auf dem Gebiete der jüd. Schulliteratur verdienen diejenigen Versuche ganz besonders unsere Beachtung und Anerkennung, die dem Studium der hebr. Sprache in methodischer Beziehung größere Leichtigkeit anbahnen und dadurch auch zu größerem Eifer für dasselbe anregen. Die heilige Sprache ist der reiche Born, dem alle unsere sittlichen Begriffe, alle unsere religiösen Bekenntnisse entströmen. Sie gründlich sstudiren, heißt den weitumfassendsten, den gründlichsten Religionsunterricht genießen. Sie mit Verständniß erlernen, heißt das Sprachvermögen mit logischer Schärfe, mit richtiger Denkordnung, mit der sprachlichsten Genauigkeit ausbitden; und vielleicht bietet keine Sprache des Atterthums für die Entwicklung der Begriffe nach den für die Ausbildung der Sprachen geltenden Gesetzen so anjchauliche Anhaltspunkte, als gerade die hebräische, vielleicht weist keine auf die Gemeinschaftlichkeit eines einzigen Sprachstamms besser hin, als die hebräische. Die sorgfältigste Cultivirung dieser Sprache ist daher für eine isr. Schule unabweislicheö Erforderniß. Wo diese sorgfältige Pflege stattfindet, da bedarf es keines Religionsbuches für den systematischen Religionsunterricht, der nur Unzulängliches zu bieten vermag. Wir müssen daher die neue hebr. Grammatik: Bnpnptf? min von vr. Salomon Goldschmidt, Berlin, Verlag von Adolph Cohn, als ein recht verdienstvolles Werkchen begrüßen. Der Verfasser geht von der richtigen Ansicht aus, daß in unserer Zeit, durch bessere Methode das ersetzt werden müsse, was an Zeit dem hebräischen Sprachunterrichte wegen anderweitiger Anforderungen nicht mehr gewidmet werden kann. Und wir müssen gestehen, eS ist ihm dies sowohl hinsichtich der Anordnung, der Reihenfolge, als auch der Wahl des Stoffes für die praktischen Beispiele in trefflicher Weise gelungen. Die letzteren hätten wir für einzelne syntaktische Regeln zahlreicher gewünscht, so namentlich über die Zusammenziehung der Nebensätze, wo im Hebräischen der Infinitiv die Participiaconstruction anderer Sprachen ersetzt; auch hinsichtlich der Eintheilung der Vocale hätten wir die nach Gesenius in langes T und kurzes " rc. rc. gewünscht, weil die Voealveränderun-. gen b« Verrückung des Tones sich dadurch besser erklären lassen; dcch thut dies der Nützlichkeit des Buches keinen Eintrag und ein tüchtiger Lehrer — und nur von einem solchen läßt sich im Gebiete des Sprachunterrichtes Ersprießliches erwarten — wird — wo sich etwa Lücken vorfindcn sollten — je nach dem Bedürfniß der Schüler das Nöthige ergänzen können. Wir können darum dieses Buch aufs Beste empfehlen. ’Umir^sd Lehrbuch der isr. Religion, nebst Bibelkunde und Liturgie für Volks- und Hauptschule mit den zu Ende beigefügten Anmerkungen auch für Real-Gymnasial-, Handels- und Wiederholungsschulen von Israel Singer, autor. Rabbiner und Religionslehrer zu Sätoralja- Ujhely. I. Theil; zu beziehen durch den Verfasser. In denjenigen Lehranstalten, welche von Schülern verschiedener Confessionen besucht werden, hat sich für die iörael. Schüler und Schülerinnen seit längerer Zeit das Bedürfniß gezeigt, da für den Religionsunterricht einer Classe in der Regel nur 1, höchstens 2 Stunden wöchentlich anberaumt sind, den Religionsunterricht in Rücksicht auf dieses Zeitmaaß zu ertheilen. ES sind aus diesem Bedürfniß in den letzten Decennien eine Menge kleiner Werkchen hervorgegangen, die im Ganzen sich wenig von einander unterscheiden, nur daß die MessiaSidee je nach dem Standpunkt des Verfassers bei dem Einm geistig aufgefaßt wird, während der Andere der richtigen Auffassung getreu bleibt. Ein neues Werkchen dieser Art ist das „Lehrbuch der isr Religion" von Israel Singer, Satoralja-Ujhely 1870. Das Lehrbuch enthält mehr, als die andern Bücher ähnlicher Art. Bezüglich seiner Auffassung hält es den traditionellen Standpunkt fest, und wenn wir der Ansicht huldigen könnten, daß in Ermanglung des Bibelunterrichts in der Ursprache durch ein Religionsbuch ein ^.sqaivalsnt geboten werden könnte, so würden wir dem vorliegenden den Vorzug vor vielen andern einrLumen, da die Darstellung recht faßlich, die biblischen Belegstellen recht gut gewShlt sind. Nur wäre zu wünschen, daß das Werkchen vor dem letzten Abdruck noch einer sorgfältigen Correctur unterworfen worden wäre. Sowohl der hebräische als auch der deutsche Text bieten deS Fehlerhaften so vieles, daß es zu mühsam erscheint.

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