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Der Israelit · 1870-10-05 · Heft 40-41 (5.10.1870) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
11 (1870)
Issue
Heft 40-41 (5.10.1870)
Date
1870-10-05
Page
– (sequence 3)
Language
German
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743 Als unser Vater Abraham den Knecht Elieser aus schickte, um für den AbrahamS-Erben die paffende Frau zu gewinnen, da sagte er: „Der Gott des Himmels, der wich genommen aus meines Vaters HauS, wird Seinen Engel vor dir herschicken." Er beschwor ihn aber beim Gotte desHimmebS und der Erde, daß er nicht nehme eine Frau für seinen Sohn von den Töchtern des Kenaaui. Za, als Abraham fein Vaterhaus verließ, da war Gott gleichsam nur der Gott des Himmels, denn auf Erden war unbekannt Sein heiliger Name, die Menschen beteten zu Götzen von Holz und Stein und zu den Gestirnen des Himmels; als aber Abraham auf Erden gestrebt und gewirkt, als er den Namen Gottes, des Schöpfers von Himmel und Erde, der aufhorchenden Menschheit verkündet hatte, da war Gott nicht mehr nur der Gott des Himmels, sondern auch der Gott der Erde, denn Sein heiliger Name war anerkannt aus Erden. „Der Herr wird dich segnen von Zion aus." Di« hohe Aufgabe, Gottes Herrschaft auf Erden die gebührende Anerkennung zu verschaffen, können wir nur dann erfüllen, wenn wir an unsere Vergangenheit die Gegenwart anknüpfen und so die verheißene Zukunft herbeizusühren unS bemühen. Gott wird dich segnen von Zion aus. Wenn wir den Gedanken an Zion nicht aufgeben und ihn in unsrem Leben und durch unser Leben bewähren, wenn wir uns bewußt sind und bleiben, daß wir nur als Juden in unserer Besonderung durch Gottes Gebote unfern Weltberuf erfüllen können, dann wird uns die Ausführung der unS gewordenen Aufgabe gelingen. roibön 'nb »a ,'vy Vi nx vivlNd in: d’jpbhd ibyi , 01:2 banoi naibo '.v nn»m. „Denn Gottes ist die Regierung und die Gewalt über die Völker; und es werden hinaufziehm die Helfer auf den Berg Zion, zu richten dm Berg Eßaw, und Gottes wird fein die Regierung." Die Erklärer werfen die Frage auf, warum am Schluffe der angeführten Stelle das Q'ua?pidi, das am Anfänge dem naibcn 'nb hinzugefügt ist, fort geblieben. Aus dem Begriffe der Worte "|bö und btfiö wird sich uns die Antwort ergehen. “bo ist ein König, der als solcher von seinen Untergebenen anerkannt wird; ein König, der die Krone durch Erbschaft oder Wahl unbestritten besitzt,, heißt hingegen ist ein Gewalthaber, der factisch die höchste Gewalt besitzt, während ihm die Anerkennung der Untergebenen fehlt. rpibcn 'nb '2, Gottes ist die Regierung über Israel, das Ihn als seinen König anerkennt bffiD), und die Gewalt über die Heiden, die zwar factisch der Allmacht Gottes unterworfen sind, diese aber nicht anerkennen n« DiDB/b p'u in: D'jrBno lbyi vwy 1.1, wann aber Gott die Helfer senden wird für Zion nmbdd 'nb nn\i>, dann wird Gottes Regierung anerkannt werden von der ganzen Wett. p'yv ',i *pi2», Gott wird dich segnen von Zion aus. Der Gott Israels aber ist nicht ein Nationalgott. wie unsere Feinde und Lästerer behaupten wollen, — Er ist vielmehr pro O'vw ntcny, der Schöpfer von Himmel und Erde, der nicht nur die Welt erschaffen hat, sondern sie gleichsam immerwährend neu erschafft, indem er sie stets lenkt und leitet nach Seinen weisen Plänen, nach Seinem heiligen Willen. pw v'vV nany, wir vollenden am Tage der Gesetzessreude die Vorlesung dr-r Thora und beginnen sie gleich aus'S Neue, im ewigen Cyclos. b2 ’J’yb pxn nw D’Dtfn nx DHibx xi: nuwnab#iiv\ durch die Offenbarung hat Gott gleichsam vor den Augen von ganz Israel die Welt erschaffen.j So möge Gott uns denn nach vollbrachter FesteSzeit kräftigen für das wiederum beginnende Alltagsleben, daß wir den Endzweck unseres Lebens finden im Preise Gottes, daß wir uns erkennen als Diener Gottes, die selbst in der Leiden Nacht aufrecht stehen im Hause Gottes; unser Haus ein Tempel Gottes, unser Tisch ein Altar GotteS, jeder Israelit ein Priester Gottes, den Gott, der Schöpfer des Alls, segnet von Zion aus, auf daß von Zion ausgehe die Lehre, die Lehre des Heils, der Wohlfahrt und des ewigen Friedens, und das Wort des Allherrn von Jerusalem, das Wort, das die Menschheit durchdringe mit Gotteserkenntniß und sie eine zu Recht und Gerechtigkeit, zu Gottesfurcht und Wahrheit, zu Eintracht und Liebe. Ariese u. Bachrichten vom Kriegsschauplätze. xih. Darmstadt, den 30. Sept. Gestern erhielt ich einen Brief von einem iy ArS für Moselle einguartirten jüdischen Soldaten, welcher mir die freudige Mittheilung machte, daß unsre Glaubensgenossen am Rosch Haschonoh von jedem Militärdienst befreit waren. Er drückte in rührenden Ausdrücken seine Freude darüber aus, daß es ihm vergönnt war imnmitten des Kriegslärms und nach den Anstrengungen der jüngsten Wochen wieder einmal von dem blutigen Spiele sich zurückziehen und sein Herz einer ungestörten Andacht weihen zu dürfen. Die Juden von Ars, die sich in sonstigen Jahren nach Metz zu begeben Pflegen, um daselbst die D'&nm wo' zu feiern, hatten sich dieses Jahr in Ars selbst durch Hinzuziehung fast aller jüdischen Soldaten der 25. Division zu einer Gemeinde constituirt, und Sie können sich denken, daß die Gebete dieser uniformirten Versammlung voll einer Andacht durchdrungen waren, wie sie wohl bei vielen Mitgliedern dieser improvisirten Gemeinde eine sehr

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