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Der Israelit · 1870-09-28 · Heft 39 (28.9.1870) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
11 (1870)
Issue
Heft 39 (28.9.1870)
Date
1870-09-28
Page
– (sequence 11)
Language
German
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731 geistlichen Stellen geahndet, sofern nicht eine schwerere Strafe nach den Gesetzen und den für den Kriegszustand gegebenen Verordnungen eintritt. 5) Die von denGeiftlichen aus derStaatscasse bisher bezogenen Gehälter werden auch ferner gewährt. 6) Die laufenden Geschäfts der kirchlichen Verwaltung, vorzüglich die sich auf das kirchliche Vermögen beziehenden, sind durch die dazu bestellten Organe nach den bestehenden Gesetzen fortzuführen. Wo die Gesetze und Verordnungen die Mitwirkung der Ministerien in Anspruch nehmen,.werden diese Functionen durch den Civilcommissär wahrgenommen. Hagenau, den 12. Sept. 187;\ Der Civilcommissär im Elsaß, v. Kühlwetter, Regierungspräsident." Königsberg i. Pr. So groß Königsberg in merkantilischer Hinsicht durch seinen Handel, durch seine Verbindung mit dem Auslande, durch seine Schifffahrt ist, so sehr sich die dortige Iudenschaft bemüht, die größten Geschäfte zu unternehmen, so berühmt ist auch in jüdischer Hinsicht Königsberg als die neologste Gemeinde Deutschlands; denn die Noblesse der Königsberger Iudenschaft kennt ein jüdisches Gesetz nur noch nach den Erinnerungen aus dem elterlichen Hause, und das jüdische Gesetz wird nicht mehr als als zeitgemäß erachtet. So lange noch der sel. Oberrabbiner Mecklenburg das geistliche Amt verwaltete, wagte Niemand an den göttlichen Garten die Hand der Verwüstungen zu legen. Die heilige Gotteslehre wurde geachtet wie in früheren Zeiten. Die Kinder hatten Ehrfurcht vor den Eltern und die Schüler vor dem Lehrer. — Wie anders ist es seit dem Ableben des sel. Oberrabbiner Meklenburg geworden! Bald zeigte sich im jüdischen Gemeindeleben eine Kluft, die immer größer und größer geworden, bis eine Trennung unvermeidlich wurde. Der Platz des sel. Oberrabbiner Meklenburg wurde durch die Berufung des Dr. Bamberger aus dem Breslauer Seminar besetzt, und die Neologen haben in Dr. Bamberger den g,wünschten Mann gefunden. Statt der kann ein Kind eingeweiht, statt der hibd “ü kann ein Knabe eingesegnet werden. Talmud zu lehren und zu lernen ist unpassend, und oft kömmt es in der großen, wohlhabenden Gemeinde Königsberg vor, daß Eltern, welche das Zeitliche segnen, Kinder hinterlassen, welche Alles in Allem die Trauer mit dem Umstecken eines schwarzen Flores begehen. Mischehen sind in Königsberg nicht mehr außergewöhnlich, dazu hat sich ein jüdischer Lehrer gefunden, welcher den Trauakt ohne ein Hinderniß zu finden, vornimmt und einen Juden mit einer Christin oder umgekehrt vereinigt. In Bezug auf die Schechitah will ich Ihnen nur mittheilen, daß bis vor kurzer Zeit ein junger Mann das Geflügel mit Handschuhen schlachtete, damit er sich nicht beschmutze!! Das Einkommen des Herren Rabbiner Dr. Bamberger beläuft sich auf ungesähr 2500 Thlr., was er hierfür leistet — darüber will ich lieber schweigen; derselbe hat durch Einführung einer Orgel die wenigen Orthodoxen, welche sich noch in Königsberg befinden, aus der alten Synagoge vertrieben. - Vor wenigen Jahren haben die Orthodoren ein Lokal gemiethet, um in demselben in alter gewohnter und ererbter Weise, ihre Gebete zu ihrem himmlischen Vater cmporzusenden, und um zu bezeugen, daß Israel nie verwaist sein wird. Der Allgütiae wolle dieser Separat-Gemeinde die so nöthige Kraft und Ausdauer verleihen, camit es ihr gelinge, dem echten, wahrhaften Judcnthume in Königsberg eine Stätte zu erhalten. 2t. Aus ZWelstpHalen In Menden, Kreises Iserlohn , wurde kürzlich unter großer Betheiligung von Dmn’ aus Nah und Fern sowohl, als auch von andern Confessionen die Leiche eines bravcn Mannes zu Grabe getragen Der Verstorbene, Herr L. Rothschild y'f, zählte zu den wenigm Israeliten, wie sie heutigen Tageö, besonders in Westpbalen, leider immer seltener werden und verdient es daher, daß ihm in diesem für die Interessen des orthodoxen Judentums so segensreich wirkenden Organe — waren die von demselben vertretenen Principien ja auch die seinigen — einige Worte des Nachruhmes gewidmet werde — 'n 122!? n«i nrvn m iDttf '2lviki'. Der Verstorbene war nicht allein in W., sondern weit über die Grenzen desselben hinaus als ein streng frommer und äußerst wohltätiger Mann bekannt, jn rnryo i’T ivm on:6n3 ivp. Da derselbe mit Glücksgütern reich! ch gesegnet war, so wurde es ihm um so leichter, Wohlthaten nach allen Seiten hin auszustreuen. Seit länger als zwanzig Jahren mru md, welches Leiden er stets mit der größten Geduld und Ergebung in den Willen Gottes ertrug, blieb sein denkender Geist doch bis zum letzten Augenblicke hell und klar. Sein frommes Leben hat er auf 86 Jahre gebracht. Die außergewöhnliche Betheiligung bei dem Leichenbegängnisse legte Zrugniß ab von der Liebe und Achtung, deren sich der Heimgegangene in allen Kreisen zu erfreuen hatte. Herr E. Stern in Sendenhorst, von dem wir kürzlich berichteten, daß er ein Alter von 105 Jahren erreicht habe, ist kürzlich nach kurzem Krankenlager gestorben. — Die in Nr 35 des „Israelit" enthaltenen Berichte über die religiösen Zustände in der israel. Gemeinde Dresden an den D’ioun O'w sind auch auf viele westphälische Gemeinden anwendbar. So sind uns mehrere bekannt, in denen ein großer Theil der jüo. Kausteute an den genannten heiligen Tagen ihre Geschäftslocale geöffnet halten, Metzger auf freiem Markte Fleisch verkaufen, auch wohl auShacken. Und wenn auch einige derselben dm or

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