Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 11 (1870)
- Issue
- Heft 39 (28.9.1870)
- Date
- 1870-09-28
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2446951-2447447-2447486--08687-2464347- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
736 PStte für die jüd. Zugend seien, wo den Kindern Liebe und Begeisterung für die Religion eingepflanzt; wenn ihnen auch die Geschickte der jüd. Größen in nachbiblischer Zeit als Beispiele vorgeführt würde, wenn und dies ist wohl die Hauptsache die Lehrer selbst besser überwacht würden, daß sie statt einen -rtt nach dem Anderen umzureißen, der Gemeinde und der Jugend durch treues Festhalten an dem Ueberlieferten mit gutem Beispiele vorangingen, — bann, ja dann würde es freilich besser stehen in Israel. Zum Schlüsse noch die Mittheilung, daß als am ynri rot? plötzlich 5000 Preußen einquartirt wurden, auch an dem Schreiber Dieses mit Strenge das Verlangen gestellt wurde an 'p nuff zu schäckten, weil sämmtliche Metzger hier onirp sind und zum schlachten gezwungen wurden und damit die Jehudim, von welchen manche 50 bis 60 Mann zu verpflegen hatten, ">eo kochen könnten. Doch wie natürlich hat sich derselbe standhaft geweigert na» zu sein und danke ich Gott, daß er mir die Kraft verlieh, dieses jrDJ zu bestehen. Um mit Erfreulichem zu schließen, berichte ich noch, daß bei den Sammlungen für ^verwundete Krieger sich auch hier die Israeliten rühmlich ausgezeichnet und an Geld und Verbandzeug Erhebliches beigetragen, und auch junge Leute dem Sanitätsverein beigetreten sind. Der Allgütige verleihe uns Sieg in den inneren wie zu den äußeren Kämpfen, Friede in und um uns D'inö v"kid. R. G. Derlirr, 15. Sepr. Am 14. d. M. Abends 8V4 Uhr starb plötzlich an einem Schlaganfalle Herr Herrmann Lachmann, ein hockgeschätzter Mitbürger unserer Stadt und ein hervorragendes Mitglied unserer Gemeinde. Zn weitesten Kreisen ist er als der älteste und angesehenste Lieferant der preußischen Armee bekannt und verstand er es, seine Firma aus kleinen Anfängen heraus, auf die höchste Stufe zu erheben. Zn seiner Eigenschaft als Kaufmann ersten Ranges zeichnete er sich auch durch treues Festhalten an den Sitten und Gebräuchen des traditionellen Zudrnthums vortheilhaft aus und widmete seine Thätigkeit mit edlem Eifer der Förderung der jüdisch-religiösen Institute. Zm Stillen wohlthatig, mied er es ängstlich vor der Oeffentlichkeit mit seinen Liebeswerken zu prunken. Vor einigen Zähren setzte er ein Legat von 10,000 Thlr. fest, zur Ausstattung armer Bräute. Z^r letzterer Zeit trug er sich mit dem Gedanken, eine bedeutende Stiftung zu einem edlen Zwecke zu gründen, an dessen Ausführung ihn leider ein jäher unerwarteter Tod verhinderte. So ist er denn zu früh verschieden, dieser wahrhaft fromme und edle Mann und berechtigt ist die Trauer, welche die engeren und wetteren Kreise über dessen Verlust erfüllt! "n*a"y"j"a Einem uns gütigst zur Einsicht gestellten Privatbriefe entnehmen wir, daß in dem Keinen Städtchen Samoczin, Reg.-Bez. Posen, in der verflossenen Woche die Firma Gkbr. Seligsohn (5 Brüder) zu patriotischen Zwecken an Se. Majestät den König 19,000 Thlr baar gesendet und für 1000 Thlr. Hafer an das nächste Militär-Magazin zu überweisen sich erboten haben. (W. P. Z.) Stettin, 31. August. Gestern starb hier eine jüdische Frau im Alter von 114 Zähren Sie hatte hier keine Verwandte und wurde von Fremden liebevoll verpflegt. Die Angabe ihres Alters beruht nur auf ihrer eigenen Aussage, da sie aber von der Anwesenheit der Russen in der Mark während des siebenjährigen Krieges noch sehr Genaues zu erzählen wußte, so ist sie wahrscheinlich um noch einige Jahre älter geworden. Sie erfreute sich bis zuletzt ziemlich guter Gesundheit, war geistig regsam und obgleich seit mehreren Jahren erblindet, mahnte sie doch stets Freitags die Hausgenossen „Sabbat zu machen", da es ihr Zeit zu sein scheine; sie hatte auch in der Regel sich nicht getäuscht. (Jsr. Wochenschr.) Leipzig, 25. Sept. Als ich in Nr. 28. Ihres werthen Blattes den Artikel über die „Adaß Zsroel" in Berlin las und darüber nachdachte, wie es gelungen, Berlin, das von den beiden Reformhelden Aub und Geiger beinahe in den Abgrund der Religionslosigkeit gestürzt worden wäre, von diesem Abgrunde zu entreißen und allmählich wieder in die Höhe zu heben, stieg in meiner Brust der Gedanke auf, daß das Zudenthum im Ganzen und Großen, aus der Stufe der Besserung stehe. Denn nicht nur in Berlin, einer alten Gemeinde, in der es, wenn auch in Minorität noch wahrhaft Fromme gibt, konnte ein Verein, wie der der Adaß Zsroel entstehen, nein in Leipzig einer jungen und man kann sagen neologen Gemeinde scheint es in religiöser Beziehung besser zu werden. Wenn man auch zum Lobe der hier wohnenden und zur Messe vermeid nden Glaubensgenossen des Auslandes eingestehen muß, daß schon seit Jahren einige Gemeindeeinrichtungen z. B. Schechita, Mikwah und Synagoge in guter Ordnung an und für sich bestehen, so waren selbst diese nicht wie sie eigentlich sein sollten; denn sie entbehren jeder Aufsicht und Leitung, die nur durch die viva vox eines Rabbiner bewerkstelligt werden kann und einen solchen besaßen wir bis jetzt nicht. Doch ist jetzt G. s. D. diesem Nebel abgeholfen; wir haben einen Mann aus Rußland, der mit seiner gründlicken und ausgebreiteten talmudischen Bildung und wahrer Frömmigkeit auch weltliches Wisien verbindet, zum Rabbiner gewählt (sein Name ist Herr S. Hurwitz). Dieser Genannte hat in der kurzen Zeit seines Aufenthaltes am hiesigen Orte, soviel er konnte, Segen-