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Der Israelit · 1870-09-21 · Heft 38 (21.9.1870) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
11 (1870)
Issue
Heft 38 (21.9.1870)
Date
1870-09-21
Page
– (sequence 10)
Language
German
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710 die Herrschaft der Lüge, des Lasters, deS Eigennutzes, des Uebermuthes und der rohen Gewalt schwinde, daß alle Geschöpfe Gottes einen Bund der Einigkeit errichten, einen Bund des ewigen Friedens, der Gottes- und der Menschenliebe, die nichts weiter will als die Erfüllung des göttlichen Willens zur gegenseitigen steten Beglückung und Beseligung — dann, dann ist das Regiment Gottes in Wahrheit eingeführt, der Krieg, die Schande der Civilisation, hat aufgehört und der Ewige wird wahrhaft verehrt auf Aden als König über die ganze Erde. Da wir nun von der allweisen und allgütigen Vorsehung dazu ausersehen worden, ein „Priesterreich auf Erden" zu sein, so daß in uns zuerst die Reinheit des Wandels zum Durchbruch kommen mutz, um allen andern Nationen darin vorleuchten zu können, so ist es nothwendig, die Mahnung des ^xhofars — dieser hauptsächlichen Aeutzerung der Huldigung Gottes an diesem Feste — zu Herzen zu nehmen. Und der Schofar ruft uns in seinen einfachen Tönen — my^pn — zu: Beherzige, daß Gott ist der König der Welt und Ihm gehuldigt werden muß als König der Welt durch Unterwerfung all Deiner — auch der innersten — Neigungen unter Seine göttliche Herrschaft — D’Diff nobo — um diese göttliche Herrschaft durch die Welt zu tragen! Der Schofar ruft uns ferner in seinen schmetternden Tönen — mynn Dnaar — zu: Gott, der König der Welt, ist aber auch der Richter der Welt, der Dein Innerstes durchschaut und vor dessen Thron keine Vergessenheit, kein Ansehen und keine Bestechung stattfindet — beuge Dich in Demuth vor Ihm und untersuche Deine Handlungen alle, zerschmettere das Böse in Dir und kehre zurück zu Ihm, Deinem himmlischen Vater, dessen Arme ausgestreckt sind, Dich mit Liebe zu umfassen, flüchte Dich an Sein Vaterherz, sühne Dich auS mit Ihm und werde wieder eins mit Dir und Deinem Gotte! — und dann klingt wie Iubelruf die n^ru nynn - der Auferstehungston, der Dir zuruft, daß Du von den Todten auferstünden und cingegangen bist schon hier zu einem Leben, das fortdauert auch nach dem leiblichen Tode in dem herrlichen Reiche des Lichts, des Friedens und der ewigen Seligkeit! Haben wir so uns geweihet und vorbereitet am Tage der Huldigung nynn or — so wird uns gereicht die Palme der Versöhnung am Tage der Versöhnung — antsun dt» — und wir sind befähigt und würdig, die Priester Gottes zu sein auf Erden und der Welt Erlösung, Heil und den ewigen Frieden zu bringen, wie es unsre Aufgabe ist. Und so erfülle sich denn bald, was uns verheißen ist: p&a DH3\xn wai "isibq yprp «in ovz tcnipn nm n"? iinrwni onsfa pxa o^mm -mm* .nto p« Briefe u. Wachrichte» vom Kriegsschauplätze. ix. Malroi, den 11. September. Mit unaussprechlicher Freude empfing ich Ihre liebe Karte vom 2. Sept. und muß ich Ihnen, geehrter Herr Doctor, vor allen Dingen hierfür meinen doppelten Dank abstatten. Erstens danke ich Ihnen dafür, daß Sie mir ein freundliches Andenken bewahrt haben, indem Sie mich mit Ihrer freundlichen Zuschrift beehren und dann bin ich Ihnen für Ihren herzlichen Wunsch, der nicht allein bei mir, sondern auch bei drnw' to in Erfüllung gehen möge, zu außerordentlichem Danke verpflichtet. Ihrem mir zu erkennen gegebenen Verlangen, Ihnen Nachrichten, die sich für Ihr geschätztes Blatt eignen, zukommen zu lassen, werde ich, sobald sich nur irgend eine Gelegenheit darbietet, mit Vergnügen Nachkommen , jedoch hoffe ich, so Gott will, Ihnen nur Erfreuliches mittheilen zu können und daß ich Sie von Trauerbotschaften, wie leider die des Unglücklichen Herrn Abraham, nicht mehr zu unterrichten nöthig habe. Herr Moritz Abraham n"y ist aus Polnisch, Crone und war in letzter Zeit in einem Berliner Hause thätig. Er war ein braver Mensch und ein guter Soldat. Durch ein gutes, gesittetes Betragen wußte er sich die Liebe und Achtung seiner Vorgesetzten zu erringen. Sein Tod wurde allgemein bettauert. Seinen Hinterbliebenen kann ich zu ihrer Beruhigung mittheilen, daß er auf Veranlassung der jüd. Lazarethgehilfen Danziger, Zacharias und der meinigen nach jüd. Ritus in einem l1^ Stunde von hier entfernten Städtchen zur nnnp gebracht wurde. In der Hoffnung, daß diese Zeilen Sie und Ihre werthe Familie wohl und munter antreffen, grüßt Sie Ihr ergebener X. X. (Von anderer Seite erfahren wir über den Tod des Corporals Abraham, daß der Soldat, der seinen Tod herbeigeführt hat, sich in Untersuchungshaft befindet. Am Fasttage deS 9. Ab bemerkten wir noch Herrn A. in unserer Synagoge. In der darauf folgenden Nacht erfolgte der Abmarsch des Regiments. n"2"s"2"n. — Red.) X. Eine der gelesensten politischen Zeitungen Berlins bringt unter dem 10. d. M. Folgendes:

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