Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 11 (1870)
- Issue
- Heft 38 (21.9.1870)
- Date
- 1870-09-21
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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XL Jahrgang. Erste Beilage zu Rr. 38 des Israelit. Kettende Artikel. Der ßnnge ist König. A. M. Es ist kein Volk, das eine solch lautere GotteScrkenntniß und in Folge dessen eine solch reine Gottesverehrung hat als das Volk Israel. Er, der Allgeist, ist — war von jeher und wird ewig sein in unveränderlichem, allvollkommenstem Waltm-das ist Israels GotteScrkenntniß. Ueber Ihm, außer Ihm, neben Ihm ist kein Gott; — kein Bild von Ihm, sei es welcher Art es wolle, ist statthaft und duldbar, weil kein Bild Ihn, den Ewigen, erreickt und erreichen kann, keine Vorstellurg Ihn, den Allervollkommensten, erfaßt und erfassen kann — das ist Israels Gottesbegriff. Nickis drückt diesen GotteSbegriff.prägnanter aus, als der hebräische, vierbuchstabige, hochheilige, durch profanes Aussprechen nicht zu entweihende Gottesname, von welchem Gott Selbst sagt: -in -mb nai nn w nt. „Daß dieser nur sei Sein eigentlichster Name auf immer, und daß unter Diesem nur Er gedacht sein wolle von Geschlecht zu Geschlecht." Und dieser vierbuchstabige, hochheilge Name sagt in der kürzesten Kürze: Gott war, Gott ist, Gott wird sein — ewig derselbe. Wir sehen also, daß das Volk Israel mit dem würdigsten Gottesbegriff die würdigste Gottesbenennung verbindet. Und in Folge dessen die reinste Gottesverehrung hat. Diese gipfelt in der einfachen Huldigung Gottes als König der Welt. Gott ist König!! Mit dieser Huldiguung sagen wir Alles: Gott allein als Weltenkönig, als Herrscher und Beherrscher des Alls und keinem Wesen außer Ihm geziemt die tiefe Unterwerfung, die innige Dienstergebenheit, die völlige unbedingte Hingebung, die hohe Verehrung und Anbetung, die über Alles geht; — denn Ihm gegenüber sind wir Alle ohne Ausnahme Dienende. Gott ist König — heißt also: kein Anderer in Wahrheit und Wirklichkeit ist König, ist würdig König zu sein; Er nur ist unser allerhöchster, echter und rechter König-Herr — und wir sind Seine Diener; — nichts ist über Ihm, Ihm gegenüber sind wir Alle, Alle gleich. Kann zugleich köstlicher die Menschenwürde und das Menschenrecht gewahrt werden als durch solches Princip der GotteSverehrung?! > Und solch reine Gottesverehrung, solch lautern > Gottesdienst hat Israel durch sein ganzes Leben immer bethätigt: „Der Ewige nur ist König!!" Dieses ist die Parole, die Israel nie entschwunden und die ihm kein Feind rauben konnte, — das war Israels Halt in den furchtbarsten Stürmen der Vergangenheit und da8 ist auch der Hoffnungsanker seiner glorreichen Zukunft. Nichts bringt dieses zum klareren Bewußtsein als das jüdische Neujahrsfest, dieses eigentlichste Fest der Huldigung Gottes. Es zieht sich in unfern Neujahrsgebeten die Huldigung Gottes: „ Der Ewige ist König!" immer und immer wieder hindurch, wie sie durch die Nacht Israels hindurchzog als hellleuchtender Stern und wie sie als Sonne der Zukunft einst aller Welt aufgehen wird, uns und der gesammten Menschheit endlich den Segen der höchsten Civilisation, den ewigen Frieden und das wahre Heil bringend, wie es verheißen ist mit den Worten: pttn 53 by ~[bDb rpm. „Und der Ewige wird König sein — d. h. anerkannt und verehrt werden als alleiniger König — der ganzen Erde." Diese Verheißung ist die Schlußhoffnung aller wahren Intelligenz, ist das Endziel aller und jeder Vervollkommnung und consequenterweise des vollkommenst glücklichen Zustandes aller Menschen und wird sich verwirklichen an jenem Tage, an welchem der Ewige der Ewige sein — und Sein Name der einzige sein wird — allen Erdbewohnern aller Orten. inN loten nnn 'n n\"p «mn dio Eö erklärt sich somit, weßhalb unser Neujahrsfest genannt wird nynn di» — „ein Tag des Iubelhalleö" — d. h. ein Tag der Huldigung unseres Königs, des Königs aller Könige: denn dieses Fest ist zugleich die Vorfeier der Erlösung der Welt durch die Rückkehr zur Reinheit der wahren Gottesidee und der damit vollendeten Glückseligkeit auf Erden, wie solche Idee naturgemäß begründet ist in der menschlichen Seele. tinrw'i p» ’ddn *1 hu rot» ' .D’ua doivi roiton 'ib o D’U b'i Darum beginnen unsere Neujahrgebete auch mit den Bitten um die Verwirklichung solch herrlicher Zukunft; daß nämlich das Reich des Rechts und der Gerechtigkeit unter der Herrschaft des Allgerechten und Allgütigen ausgerichtet werde überall aus Erden, »daß