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Der Israelit · 1870-09-07 · Heft 36 (7.9.1870) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
11 (1870)
Issue
Heft 36 (7.9.1870)
Date
1870-09-07
Page
– (sequence 11)
Language
German
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675 tische statistische Daten über Zahl der schulpflichtigen und zahlungsunsähigen Kinder einzuholen. Das Elaborat wurde einstimmig angenommen. Der Präsident hebt die Sitzung um halb 12 Uhr aus. Vierte Sitzung. Präses Herr Sigm. Krauß eröffnet die Sitzung präcis um 10 Uhr. Das Protokoll der früher'n Sitzung wurde von den Schriftführern Goldstein in ungarischer, Rakovitz in deutscher Sprache verlesen. Farkas Albert bemerkt, daß der Beschluß der Schulfondcommission im Protocolle nicht ausgenommen ist. Der Präses beschließt, das Protocvll erst nach der heutigen Sitzung zu authenticiren. Referent der Authenticationscommission, H. Schönfeld, berichtet, daß 1L0 Personen 350 Creditive eingebracht haben. Gegenstände der Berathung: a) Schulcommissions- Statut. Dr. Schneckendorf beginnt den Reigen der Redner in der Generaldebatte; er weist nach, welche Aufgabe die moderne Volksschule in der Gesellschaft hat, und wünscht, daß eine Demarkationslinie existire, zwischen Unterricht und Erziehung, mithin die weltlichen Gegenstände, die in der Volksschule vorgenommen werden, vom Staate überwacht werden sollen, die religiöse Erziehung hingegen der Familie überlassen bleiben müsse; der Statutenentwnrf garantirt die Lehr- und Lernfreiheit und empstehlt den Entwurf zur Special debatte. Vicepräses Eisler ffndet das Statut lücken- und mangelhaft; er kann den Eltern das Recht nicht zugestehen, über den Religionsunterricht zu wachen, sondern will, die Gemeinden sollen Sorge tragen, daß derselbe traditionell vorgenommen werde. Eisler beruft stch auf den Iore Deah. Es sprechen noch zur Sache Rabbiner Großberg und Farkas. Ehrentheil widerlegt jeden einzelnen Redner, Eisler macht eine persönliche Bemerkung und das Statut wurde als Grundlage der Specialdebatte angenommen. Schriftführer Goldstein verliest das Statut. §. 1 wurde einstimmig angenommen. Zu §. 2 wurde die stylistische Acnderung, die Herr Leo v. Fischer beantragte, angenommen, ebenso auch die, welche Herr Guttmann stellte. §. 3 wurde mit dem Anträge des Rabb. Katz angenommen. Zu §. 4 wurde der Zusatz des Präses Eisler angenommen. Der Referent des Gemeinde-Organisationsstatutes , Herr Lipschitz, verließ seinen Motivenbericht. Der Präses schließt die Sitzung um halb 1 Uhr. Präses, Herr Krauß, eröffnete die 5. Sitzung gestern (23.) Vormittags um halb 11 Uhr. Das Protokoll der letzten Sitzung wurde vom Schriftführer Goldstein in ungarischer Sprache und vom Schriftführer Rakovitz in deutscher Sprache verlesen und authenticirt. — Gegenstand der Berathung war das Organisationßstatut der Gemeinden. Jonas Kirz beginnt den Reigen der Redner in der Generaldebatte, und bittet, das Statut schonend zu behandeln und es anzunehmen, da Geone Erez dasselbe geprüft und für gut gefunden haben. Goldstein (in ungarischer Sprache) weist nach, daß der orthodoxe Jude auch ein guter Patriot sein kann, und da dieses Statut ihm jetzt beides ermöglicht, indem die Gewissensfreiheit gesichert ist, nimmt er es als Basis für die Spezialdebatte an. Vicepräses Eisler seht auseinander, die Grundpfeiler einer autonomen jüdischen Gemeinde seien die Lehre, Thora, der Gottesdienst und die Wohlthätigkeit; diese drei Säulen tragen das jüdische Leben in der Gemeinde, Synagoge und Familie; diese drei Glieder bilden eine Kette, die nie getrennt werden können. Indem nun das Elaborat auch den Ideen des 19. Jahrhunderts Rechnung trägt, ohne die Grundpfeiler des orthodoxen Judenthums nur im Mindesten in Frage zu stellen, so stimmt er für das Statut als Grundlage der Specialdebatte. Farkas findet im Elaborate zwei Grundwahrheiten aufgestellt, die Tradition nämlich und den Liberalismus, die sich gegenseitig unterstützen, nicht aber, wie stets von Männern im anderen Lager behauptet wird, von einander divergiren; er stimmt daher für die Annahme des Statutes, behält sich aber das Recht vor, bei einzelnen Paragraphen zu sprechen, die in die Autonomie der einzelnen Gemeinden eingreifen. Rabbiner Großberg behauptet, das Statut hat keine bindende Kraft für das einzelne Individuum, aber die jüdische Orthodoxie darf von den ausgesprochenen anerkannten Grundwahrheiten, sowie sie in den Codices normirt sind, nicht abweichen; die ja davon abweichen, trennen sich vom Ganzen. Er stimmt für die Annahme des Elaborats zur Specialdebatte. Der Präses constatirt, daß alle Redner für die Annahme des Statuts plaidiren, und nachdem noch der Berichterstatter Lipschitz für das Elaborat gesprochen, beginnt die Specialdebatte. Schriftführer Goldstein verliest die Ueberschrist. Farkas beantragt, das Wort „autonom" aufzunehmen. Dies geschieht und lautet nun die Ueberschrist: „Organisativnsstatut für die autonomen jüdisch-orthodoxen Gemeinden Ungarns und Siebenbürgens." Die Paragraphe 1 und 2 werden einstimmig angenommen . worauf der Präses die Sitzung für geschlossen erklärt und die nächste Sitzung auf Nachmittags halb 5 Uhr einberief. Pesth, 24. August. Präsident Krauß eröffnet die heutige sechste Sitzung am 24. August um 6 Uhr Abends. Nachdem das Protokoll verlesen, wird zur Tagesordnung, nämlich

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