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Der Israelit · 1870-08-31 · Heft 35 (31.8.1870) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
11 (1870)
Issue
Heft 35 (31.8.1870)
Date
1870-08-31
Page
– (sequence 4)
Language
German
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652 die Sachlage kennen, und Herz und Sinn für die Aufrichtung der Sache haben. 2. Die Statuten dieserman, welche, wie alles von „Ast-Berlin" Ausgegangene der alten ehrwürdidigen Gemeinde würdig sind, und nur leider wie alles andere „Alte" unter dem Miasma der Destruction zu verdorren drohen, enthalten schon den Passus, daß auf Rechnung der man junge Peilte zu D'^niD herangebildet und für die Provinz verwendet werden sollen, welcher Bestimmung früher sogar factisch schon Rechnung getragen worden sein soll. Diese Institution muß in möglichster Ausdehnung cultivirt werden, alles in die Kasse fließende Geld muß diesem Zwecke zugewendet werden, und es wird unter einer 30000 Seelen zählenden Bevölkerung in dem Bewußtsein, welch allgemeine Wohlthaten gefördert werden, gewiß das Zehnfache der bisherigen bloßen „Gewohnheitssammlung" resultiren. Der alte aus Hunderten von Mitgliedern bestehende Verein wird wie der Phönix aus seiner Asche e> stehen, und werden sicherlich in Anbetracht des großen Zweckes Hunderte demselben beitreten. 3. Dieser Verein muß aber weit über die Grenzen Berlin's hinausgehen, „das ganze Deutschland soll es sein," es müssen alle kleineren Gemeinden und Ortschaften, in denen k.ine ü'Sud sind, aufgefordert werden, sich dem Vereine anzuschließen. Für diesen Anschluß erhalten sie ein Aequivalent in richtigem Verhältnisse zu ihrer Beitragsquote, das nämlich, daß sie das Recht auf einen hier auf Kosten des Vereines erzogenen und im Dienste desselben verwendeten "pmD, über dessen Reisekosten rc. das Statut das Nähere bestimmt, haben. 4. Der Vorstand des Vereines hat Sorge zu tragen, daß solche junge Leute für diese BHipn erzogen werden, deren religiöses Leben die Berubigung darüber verschafft, daß sie die Functionen ganz nach Vorschrift von D’pDiöi dV ausüben werden. 5. Nachdem sie ihre theoretischen Studien beendet, und auch schon entsprechenden tenotp gehabt haben, werden sie durch ein Diplom eines anerkannten orthodoxen Rabbiners autoristrt und dürfen nur auf Grund solcher Autorisation fungiren. Ich habe hier nur die allgemeinsten Züge des Statutes jenes Vereines, wie ich ihn mir denke, entworfen; werden sich meine Vorschläge realistren, so wird der Verein sich schon seine bestmöglichen Statuten feststellen. Die Sache aber, ich kann es nicht genug wiederholen, drängt außerordentlich; jeder Tag der Verzögerung ist verloren; mögen recht Diele die ganze Größe des Elendes erkennen, und recht bald zur dringenden Abhilfe schreiten. AeitungSrmehrLehterr und Gorrefpondenzen. Deutschland. Berit», 24. Ab. Jüngst machte in hiesigen Witzblättern die Mittheilung die Runde, daß von den afrikanischen Gefangenen, das ihnen von jüdischen Damen gereichte Schweinefleisch nicht angenommen worden sei. Frau Lina Morgenstern, die geehrte Philantropin, wurde von den Osmanen der Steppe erinnert, daß es auch ihr, der Jüdin verboten, diese Kost zu nehmen. Man kann sich die drolligen Witze der Wespen, die sie bei dieser Gelegenheit machten, leicht denken. Sie haben, glaube ich, mehr genätzt, als irgend eine ernste Rüge. Berlin, 25. Ab. Schon vor 3 Monaten theilten wir in diesen gesch. Blättern mit, daß die Adaß Jisroel ernstlich daran denke, ein Grundstück zu er-, werben, um Synagoge, Schule und Beamtenwohnungen Herstellen zu können. Wir hatten damals die Genugthuung, referiren zu dürfen, daß die Zeichnungen zu diesem Zwecke in wenigen Tagen nahezu die Höhe von 20,000 Thlr. erreicht hätten. Da kam die Alles lähmende Kriegsfurcht und sofort — der Krieg! ES ist natürlich, daß in Zeiten, wo das Interesse für die allgemeine Weltlage fast alle thätige Aufmerksamkeit mit Recht in Anspruch nimmt, jede innere Pflege mehr oder weniger zurücktretcn muß Wie in allen deutschen Gauen haben auch die Berliner Jehudim in echt patriotischer Weise ihre Bürgerpflicht vollkommen in den Vordergrund treten lassen. Sie haben nicht gegeizt mit ihren Gütern, und ist ihnen dieser Tugend halber, dem einzigen Reste bei dem religiösen Banquerotte, die vollste Anerkennung zu zollen. Sie haben sich auf diesem ehrenvollen Felde vor allen Mitbürgern — wir sagen das offen und ehrlich heraus — sehr vortheilhaft hervorgethan. Wo immer Aufrufe sich zeigen, da stehen unsere jüdischen Bürger an der Spitze. Trotzdem nun aller Blicke nach der Mosel und Seine gerichtet sind und man so oft nach weiter, weiter Ferne schweift, so ist es um so mehr anzuerkennen, wenn man auch des Naheliegenden nicht vergißt, für die nächste Umgebung ein offenes Auge behält. Der Vorstand und die Repräsentanten des Adaß Jisroel haben dies in schönster Weise durch den Beschluß gezeigt, daß vorerst auf 2 Jahre eine Synagoge gemiethet werden solle. Am jüngsten Freitag ward nun mit Herrn Keßler ein Vertrag abgeschlossen Derselbe baut einerecht hübsche Synagoge circa 1100Plätze faffend, die n"’"K noch vor rmn eingeweiht wird. Er erhält dafür 1800 Thlr. p. a. Miethzins. Es sind bereits alle Anordnungen getroffen, daß von n"i ab

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