Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 11 (1870)
- Issue
- Heft 35 (31.8.1870)
- Date
- 1870-08-31
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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651 ben wir nur bei den Vorbereitungen zu unserem Acte selbst stehen. Wie Viele sind es denn (ich rede hier nur immer von den Großstädten), die nicht am p"t£t das Messer, die übrigen Utensilien wie auch das rv^ö in Orten, wo man an demselben nicht tragen darf, mit sich führen? und meint etwa der Leser aus der Provinz, der sich allerdings von dergleichen keine Vorstellung macht, daß es noch gar nicht vorgekommen, daß man, wenn man am genannten Tage in entfernten Stadttheilen solch' Funcstonen zu üben bat, sich den Weg fahrend abgekürzt? Ist es ja auch anderswo nicht mehr ungewöhnlich, daß der Herr „Doctor" am mit der Eisenbahn anlangt, und nach Beendigung der „Operation" wieder per Dampf das Weite sucht. Alles schon dagewcsen! — Und nun diejenigen, welche allerdings mit einem kleinen „Seitenblick" das Nützliche mit der Ehre oerbindend, auch an jenem Tage ihre Profitchen einstreichen. — Nichts Neues unter der Sonne! — Bei diesem Punkte öffnet sich eine ganz neue Seite, jedoch unserer unmaßgeblichen Meinung nach, die einzige Hoffnung in dieser traurigen "Verwirrung bergend. Zunächst ist sogar noch eine Steigerung der Misere zu registriren. Je mehr nämlich diejenigen, welche diese Functionen in alter erhebender Weise nicht nur uneigennützig, sondern sogar mit unbedinstester Opsersreudigkeit walteten, mit der alten Zeit zu Grabe getragen werden, je mehr die „Aristokratie" sich heute für einen ganz anderen Ehrgeiz begeistert, als den, die meisten „Mauhelschaften" gebabt zu haben; desto mehr muß der Mittelstand diese Erbschaft übernehmen, was auch der gesinnungstüchtigste Theil desselben wenigstens in der Provinz gern thut. Aber — es tritt die Frage der „ultima, ratio“ heran, der Mittelstand lebt meist von Hand zu Mund, höchstens hat er etwas mehr, er kann, er darf dem freigebigen Zuge seines frommen Herzens als Familienvater nicht folgen, denn ihm liegt die erste .ip-m ob: vom inew DJtson nr ny npiy 7\my und ultra posse nemo obligatur. Daher der außerordentliche Mangel an in der Provinz, weil sich Niemand zur Rekrutirung dieses Contingentes vorbereitet, der sich nicht im Besitze der Mittel weiß, diesen Ehrenposten als solchen zu übernehmen. Wohl gibt es auch hierin erhebende, rührende Ausnahmen, wie mir beispielsweise in der Provinz Sachsen ein schlichter mm, der aber das Herz so recht auf der rechten Stelle hat, bekannt ist, der 30, sage dreißig Meilen weit zur Uebernahme von Beschneidungen fährt, und, so wenig seine Mittel übermäßig brillant sind, alles par honneur thut; der Mann hat noch ein Gefühl dafür, daß in diesem Enyiron von circa dreißig Meilen kein h.-na existirt, und, setzen wir zu, die „Geschäftsleute" dieses „metier“ von den Dorfbewohnern und solchen kleinerer Gemeinden durchschnittlich für die Mühewaltung gar nicht zu bezahlen sind. Wir fragen nun Jeden, dem etnerü ntpy! *) rro und um so mehr rro selbst, keine bloße „Legende" ist, wir fragen Jeden, der sich seinen Verstand noch freigehalten hat von dem Wolkenzüge und dem Nymbus der Religionsmacherei, wir fragen Jeden, der noch so vorurtheilsfrei ist, einzusehen, daß wir entweder eine m*,n, eine Tradition, haben, vor der wir ^ns beugen müssen, in welchem Falle wir den Anordnungen der D'j?D'E?, denen Alles ktn »ed epn genauestenS überkommen war, striktestens Folge zu leisten haben; oder wir haben keine, d. h. stehen auf dem Standpunkte eines Geiger, Kirschstein und Conforten, (und dann, — was soll dann diese alte Alfanzerei, dieses Komödienspiel mit nynsi n^’B, wozu denn die alten Formen für die neue — medizinisch philosophische — Diäthetik?) wir fragen diese, kann die Mnere so bleiben, muß nickt gründlich geholfen werdin? nicht bald, sehr bald? ist nicht Gefahr im Verzüge, mehren sich nicht tagtäglich die Kinder, an denen vermeintlich die Beschneidung vorgenommen, die aber in der That unbeschnitten sind, und in der Provinz die Anzahl der Kinder, welche aus Mangel an unbeschnitten bleiben? Das Bundeszeichen, das selbst von vielen solcher, die sonst auf ultrarationalistischem Standpunkte stehen als conditio sine qua non von der Zugebörigkeit zur jüdischen Religionögesellsckaft betrachtet wird, dieses Bundeszeichen sollte entweder ohne jede Beachtung bleiben, oder nur solche finden, welche so gut wie keine ist???!!! Das würde der größte Hohn gegen das Gottesgebot sein. Wie kann hier Hilfe und Heilmittel gefunden werden? Diese kann nur von Berlin ausgehen, weil sich hier alle Bedingungen vorfinden, die, unserer Meinung nach, zur Erreichung dieser Hilfe nothwendig; und empfehle ich folgende Schlußbetrachtung dem Nachdenken , mehr aber noch der thätigen Entschließung meiner Leser. 1. Es existirt in Berlin eine rrün, welche über bedeutende fundirte Capitalien verfügt, und fast von jeder rft’D ein Sümmchen Sammelgelder erhält, was, wie leicht denkbar, sehr ersprießlich werden kann, wenn nämlich der Angelegenheit Leben eingehaucht wird, und nicht, wie jetzt, nur die alte Sitte beibehalten wird, eben weil es herkömmlich ist, ohne daß man einen Nutzen und Zweck dieser Sammelgelder Nachweisen kann. An diese sehr lebensfähige man ist anzuknüpfen; sie hilft uns in sehr erwünschter Weise über die Präliminarien und Anfänge hinaus, und ist um so weniger an der Bereitwilligkeit der Disponenten derselben zu zweifeln, als dies eben die fungirenden sind, welche mehr als irgend Jemand Und demnächst (r"vK?33* rn-n) dem Vater unberechtigt läßt pod s3ip zu essen (pvo >r>nx>r> j>73r> I'33 nl>D.)