Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 11 (1870)
- Issue
- Heft 34 (24.8.1870)
- Date
- 1870-08-24
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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647 seine Vorliebe für ein bestimmtes, nicht aber sein Nichtvertrautsein mit denselben. Der Recensent mißbilligt mit mir den Ausdruck bei Grätz, Eibesch, habe sich auf seine anatomischen Kenntnisse „Etwas zu Gute gethan", meint aber, eS sei wohl „etwas prätentiös", wenn Eibesch, mit der Hallenser medicinischen Facultät über aSn nisna in Verbindung trat und ihre Gutachten „des Breiteren anführt und bespricht". Recensent sagt hier mehr, als er verantworten kann. Soll die Prätention darin bestehen, daß Eibesch, die betreffenden Gutachten „bespricht", so möge der Herr Recensent doch gefälligst einmal den Pletthi aufschlagen und die Stelle suchen, wo Eibesch, auch nur mit einem Worte die Gutachten, die nur dem Wortlaute nach angeführt sind, „bespricht". Er wird sie schwerlich entdecken können. Für die Sache selber handelte es sich um die Entscheidung der Frage, wenn zuverlässige Leute bei der Untersuchung der inneren Körpertheile eines Huhnes kein Herz gefunden, ob dann die npna als eine unvollständige zu betrachten sei, da ein Thier ohne Herz keinen Augenblick leben könne, in welchem Falle das Huhn als nno zu erklären wäre, oder ob man eine Verunstaltung des Herzens durch Krankheit oder von der Geburt an zu präsumiren habe, wodurch die Untersuchenden auf ihren Irrthum gekommen wären, in welchem Falle das Thier nicht gegessen werden dürfte. In der R G. A. des R. Zebi Aschkenasi ist die erstere Ansicht ausgesprochen, der Eibesch, jedoch nicht beipflichtet. Um nun der Richtigkeit der Sache auf die Spur zu kommen, richteteer eine wissenschaftliche Anfrage an Hallenser Mediciner des Inhaltes, ob ein Thier ohne Herz leben köane und ob es möglich sei, daß ein dem Herzen ähnliches Organ die Stelle desselben vertrete. Dünkt dieses Verfahren dem Herrn Recensenten wirklich „etwas prätentiös"? Beugen Sie das Haupt, Herr Recensent, vor R. Jonath. Eibesch, wegen seines Strebens, die rituellen Entscheidungen mit den Resultaten der Wissenschaft in Einklang zu bringen und vermeiden Sie bei solch ernsten Dingen so billige unpassende Witze, denn solche „Herzensangelegenheiten gehören nicht vor christliche Facultäten". — Ueber den Inhalt? des a"ia und die Art von Eibesch.'s Talmudstudium will ich an dieser Stelle nicht mit dem Recensenten rechten. Ich verweise aus Pag. 5 ff. m. Schr. Eibesch, mußte am Besten selbst wissen, zu welchem Zwecke er sein Werk abgefaßt. Daß dieses eben so sehr Ausbildung der rituellen Praxis, als Förderung der Studiums gewesen, kann dem Recensent, falls ihn der Inhalt nicht davon überzeugt hat, ein Einblick in das Vorwort des s"ia zeigen, wo es u. a. heißt: wy> upn nvyon ripid ibtit ntsr na iad' nox -pnni. Und gilt denn die „Förderung des Studiums" so wenig, daß Gr. die unverantwortlichen Worte sagen durfte, Eibesch, habe seine Gelehrsamkeit nur dazu gedient, „seinen Witz daran zu schärfen, ein unterhaltendes Geisterspiel damit zu treiben, gewiffermaßen damit zu glänzen?" Oder sind dem Recensenten diese Zwecke gleichbedeutend mit Förderung des Studiums?" — Daß Gr. die Schattenseiten in Emden'S Charakter nicht verschweigt, nenne auch ich Unparteilichkeit, kann mir aber nicht wohl denken, daß dieß mit gutem Vorbedacht geschehen, weil doch schwerlich ein unparteiischer Historiker in blindem Glauben die Quellenschriften eines Mannes ausschreiben wird, der seinem eigenen Urtheil nach nicht ohne Ehrgeiz und demjenigen gram gewesen, auf den sich seine Referate beziehen. Das wird dem Recensenten meine Worte, „ohne es zu wollen," erklären. — Was Recensent über pag. 32 und 33 m. Schr. sagt, ist mir nicht recht verständlich. Die betreffende Entstellung liegt für Jeden, der sehen kann, vor (cfr. das.), die Uebersetzung und Auffassung des Herrn vr. Grätz ist falsch und erzielt einen ganz anderen Sinn, als die Stelle wirklich hat. — Schließlich kommt Recensent mit einem echt talmudischen xnaD’rn. Ich wolle Eibesch, in Schutz nehmen, habe ihn aber selbst „entschieden blosgestellt" durch meine Worte, er habe die magische Wirkung der Amulete wenigstens vor der Welt anerkannt. Die Frage, ob Eibesch. Sabbatianer gewesen oder nicht, trete fast ganz zurück (mo!) gegen die Anschuldigung, er habe Hokuspokus mit der Judenheit getrieben rc. Recensent verräth hier ein sehr geringes Verständniß für die Geistesrichtung der damaligen Zeit, die treffend characteristrt wird durch ein vonJeiteles in crnyn maa (IX. 149 ff.) mitgetheibtes Faktum, R. Iecheskel Landau betreffend, der nach Gr. ja auch ein Gegner Eibesch.'s gewesen. Eine vom Irrsinn befallene Frau glaubte nur Hilfe finden zu können durch ein von dem genannten Rabbinen ausgefertigtes Amulet, um das sie ihre Umgebung drmgend bat. R. Iecheskel, brieflich aufgefordert, dem Verlangen der Frau zu willfahren, weigerte sich dessen entschieden, da er ein Gegner der praktischen Kabbala war. Aus Erbarmen über den unglücklichen Zustand der Frau, die möglicherweise durch ihr festes Vertrauen auf die Wirksamkeit der Amulete geheilt werden konnte, ließ er sich endlich dazu herbei. Er nahm einen viereckigen gänzlich unbeschriebenen Pergamentstreifen, legte ihn zusammen, versiegelte ihn mit seinem Siegel und gebot, ihn der Irrsinnigen um den Hals zu hängen. Das Pergament dürfe jedoch durchaus nicht geöffnet werden, weil sonst die Buchstaben verschwinden würden (n’ixa nimis nvmx) und die Schrift ausgelöscht erscheinen würde. Die Frau that, wie ihr geheißen und wurde wirklich gesund. Voll Vertrauen über die Wunderkraft des Amuletes konnte sie nach Verlauf einiger Zeit der quälenden Neugierde nicht widerstehen, das Amulet gegen das Verbot zu öffnen. Sie fand darin natürlich — nichts. Voll Schrecken rief sie