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Der Israelit · 1870-08-24 · Heft 34 (24.8.1870) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
11 (1870)
Issue
Heft 34 (24.8.1870)
Date
1870-08-24
Page
– (sequence 5)
Language
German
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633 lichung dieses Gedankens allein vermöge ihm dann einst die Scheidestunde, die jetzt mehr als sonst vor seinem Auge schwebe, denn rinno roKtoni 3ap oi*n leicht und froh zu machen. In solch echt patriarchalischer Weise gedachte er seinen 70. Geburtstag zu feiern, und in einer würdigeren Form konnte eS in derThat nicht geschehen; nur irrte er sich, wenn er glaubte, damit wäre die Sache abgemacht. Die Gemeinde Hattees längst anders beschlossen, sie wollte nicht passiv bleiben an dem Ehrentage ihres wie ein Vater von seinen Kindern geliebten Lehrers. Nach Beendigung des Gottesdienstes, als der Jubilar wie gewöhnlich zur Abhaltung eines Vortrages in der rto nD23n *ron in das Gemeindelocal ging, siehe, dawar'S in einen schmucken Festsaal umgewandelt, an den Wänden prangten herrliche Blumengewinde und Inschriften, und hunderttönig wurden dem Eintretenden Willkommengrüße, Danksagungen und Segenswünsche entgegengerufen. Der Saal war angefüllt bis auf den letzten Mann, aber auch das ganze Haus war umringt; mochte doch Niemand zurückstehen, alt und jung, hoch und niedrig, Frauen und Mädchen, Männer und Jünglinge, die Schüler wie die Lehrer wollten ihre »«geheuchelten Gefühle der tiefsten Verehrung und Dankbarkeit ihrem geliebten Rabbinen ausdrücken. Erst nachdem die verschiedenen Exclamationen beendigt waren, traten die Mitglieder des Cultus-Vorstandes und der Verwaltung vor, um auch ihrerseits und zugleich im Namen der ganzen Gemeinde ihre Huldigungen darzubringen. Zu ihrem Sprecher ernannten sie Herrn Gumpertz — der nebenbei gesagt ein ingeniöser Megsch ist, ein gelehrter und streng frommer Jude — dessen geistreiche Ansprache wir hiermit auszüglich mittheilen. Hochgeehrter Herr Rabbiner! Der Gedanke an das zurückgelegte 70. Lebensjahr kann ein doppeltes veranlassen, ein wehmüthig es, wie das bei den meisten Menschen vorherrschend ist, da die weitaus größere Zeit ihres Daseins verflossen, oder auch ein beglückendes, frohes und beseligendes, wenn der Jubilar sich gestehen darf: ich besitze sie alle noch diese dahingeschwundenen 70 Jahre, sie stehen noch lebendig vor mir, es ist keines, ja es ist kein Tag von ihnen verloren gegangen. o*o*3 d*d*3 i2*»i rwpn »1.30 di» "]b tp* ,mp? 3223 O'O'I D'D' 3223 HJpT >K3 ^3» .32pi3 UW d*d*3 «3 |pt'in i^oni ,0*0*3 »3 ipt D.TOS« :rw"n? (3p mar *»n Oipd') Ein Gleiches gilt auch von Ihnen, hochverehrter Herr Rabbiner! denn wer wüßte es nicht, wie Sie während der langen Zeit Ihres amtlichen Wirkens, einer Zeit, die schon mehr als sechs Jahrwochen umspannt — und wir hoffen zu Gott, sie wird noch Jahrzehnte hindurch sich fortdehnen — ganz und hingebend Ihrem heiligen Berufe lebten, Tag und Nacht nur der heiligen Thora und den Wissenschaften oblagen, die Jugend in der Gotteslehre unterrichteten, die Gemeinde in der Gottesfurcht heranzogen, und Tugend an Tugend, Wohlthun an Wohlthun gereiht haben, unermüdlich. Wahrlich keiner Ihrer Tage ging verloren, jeder brachte Gewinn und Segen, o*33y v»3V' *23 H o D*y3ff '*30023 *d *3. Ein echter treuer Diener Gottes, ein wahrer Priester des Ewigen Israels weideten Sie nach der Vorschrift unserer heiligen Religion das Ihrer Leitung anvertraute Volk in strenger Gewiffenhaftigkeit nach dem Willen und Geiste unserer Propheten. — Wenn der heilige Leuchter mit seinen sieben Lichtern das Symbol für die sieben Jahrzente ist, bfe nw ttnpn b)D der Ewigkeit entgegenleuchten sollen — und Salomo hat vielleicht eben darum zehn Leuchter mit sieben Flammen aufgestellt (o** 'r » dwo '» 't » *"m) — so dürfen wir es verkünden, daß Ihre siebenzig Jahre voll und ganz dem göttlichen Lichte zugewendet waren, daß Sie selbst die geistigen Lichter angezündet haben, die den Weg nach dem Allerheiligsten und der ewigen Glückseligkeit zeigen. Erlauben Sie uns bei dieser Gelegenheit den Wunsch auszusprechen, daß Sie Ihr lehrreiches Werk, aus dem Sie die wöchentlichen Sabbat-Vorträge halten, den ,,o**n mi»" recht bald durch den Druck zu veröffentlichen belieben, damit sich auch das Gesammtjudenthum Ihres geistigen Lichtes erfreue. Und so empfangen Sie denn Herr Rabbiner, die Versicherung unserer unaussprechlichen Liebe und Hochachtung. Als einen kleinen Tribut unserer Dankbarkeit bringen wir Ihnen die auf diesem Tische stehenden silbernen Leuchter dar, gedenkend einerseits an das Licht der Thora und die Sonnenstrahlen der Tugend, Wahrheit und Menschenliebe, die Sie uns allezeit leuchten ließen .33101 mso 32 '3, und betend andererseits zum allgütigen Vater, daß er auch das Licht Seiner Gnade auf Ihr theures Haupt herabsende, daß dem edelsten Greift, den unsere ganze Gemeinde als ihre Krone und ihr köstlichstes Geschmeide verehrt, ein heiterer, klarer und glücklicher Lebensabend beschieden sein möge, l'tt* 0*2231 D*2tCH N3'lP3 ]1312* 31p. Amen. Nachträglich bemerke ich, daß der Redner im Laufe seines Vortrages auf das seltene Vaterglück des Jubilars hinzudeuten verstand. Sohn und Tochter seien beide bestrebt in die Fußtapfen ihres frommen Vaters zu wandeln. (Ersterer ist Herr Jsr. Schwarz, Rabbiner in Cöln, letztere die Gattin des gelehrten Banki«S H. Salomon Hirschinger in München.) Herr Rabbiner Schwarz, den die frohe Ueberraschung sichtlich sehr angegriffen, entgegnete in kurzen aber herzlichen und gemüthvollen Worten. „Gewiß, ich verdanke die hohen mir widerfahrenen Ehren an diesem schönen, unvergeßlichen Tage zunächst nur der mir längst bekannten Liebe «nd Anhänglichkeit meiner theuren Gemeinde, jedenfalls mehr der nachsichtsvollen Anerkennung meines guten Willens, als den geringen

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