Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 11 (1870)
- Issue
- Heft 33 (17.8.1870)
- Date
- 1870-08-17
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2446951-2447447-2447480--08572-2464226- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
617 gesucht haben, als mit dem Criminalgerichte Bekanntschaft zu machen. Welche religiöse Wandlungen dieser „Magyar" bereits durchgemacht hat und welches sein eigentlicher Name ist, deckt bisher ein tiefes Geheimniß. Constatirt ist blos, daß er in früheren Jahren Israelit war und Wolf Linzer hieß; später wurde er Christ und nannte sich Ladislaus Magyar, bis er schließlich wieder zum Judenthum zurückkehrte. Frankreich. Paris. In einem seiner jüngsten Bulletins enthält der „Moniteur Universelle", anspielend auf einige Artikel in der „Cölniscken Zeitung", von demn er glaubt, daß sie aus der Feder von Israeliten stießen, folgenden Satz: Noch ärgerlicher ist es, daß Graf Bismark, welcher wenigstens ein wahrer Preuße und daher Christ und Edelmann ist, nicht viel höflicher ist, als die Journalisten ohne Nationalität, die er besoldet Demnach, bemerkt hierzu die „Rev. Jsr.", scheint der „Moniteur" zu glauben, daß die Israeliten der „Cölnischen Zeitung" keine wahre Preußen seien. Der „Moniteur" möge aber wissen, daß die preußischen Juden Preußen und gute Preußen sind, gerade wie die Juden Frankreichs Franzosen sind und die Anhänglichkeit der einen und der andern an ihr Vaterland wird die Schande derjenigen ausdecken, welche sie mißkennen. Pir?is Der Bau der hiesigen neuen Synagogen geht nur langsam voran; trotzdem aber hat das Consistorium jetzt schon einen Vorsänger mit einem Gehalt von 5000 Frcs. auf drei Jahre engagirt, ohne daß vorauszusehen ist, ob der Vorsänger während dieser Jahre je Gelegenheit haben wird, in der Synagoge, für die er angestellt worden, in Activität zu treten. Paris. Die französische Akademie hat Hrn. Eugen Manuel, Verfasser der „Ouvriers“ den von $rau Landrieux gegründeten Preis bewilligt. Dieser Preis hat einen Werth von 4000 Frcs. (Rev. ist.) Wtetz Das Localcomite der Alliance zu Metz hat so viele Gelder gesammelt, daß es damit zwei russische Waisen erziehen wird lassen. (Rev. isr.) Holland. Rotterdam. Die jüngst stattgehabte Prüfung der israelitischen Taubstummen in der hiesigen israelitischen Taubstummenanstalt — zwei Knaben und zwei Mädchen — lieferte ein erftaunenswerthes Resulat. Dieselben wurden in Religion, im Hebräisch - Lesen, Hebräisch-Uebersetzen und in biblischer Geschichte geprüft. Große Sensatian erregte es, als ein Knabe und ein Mädchen Reden hielten, in denen sie ihren Lehrern den herzlichsten Dank für ihre Erziehung auösprachen. Das ganze Auditorium war aber wie electrisirt, als die Zöglinge alle zusammen das yoff aussprachen. Hoogezand Es gereicht uns zum Vergnügen, mittheilen zu können, daß Fräulein A. A. Jacobs aus Sappemeer den 26. Juli in Amsterdam mit großem Erfolge ihre Prüfung als Apothekergehilfin abgelegt hat. Sie ist wohl die erste Glaubensgenosstn in Holland (wohl auch in vielen anderen Ländern), die sich diesem Berufe gewidmet. (N. I. W.) England. Cardiff. Unsere Leser erinnern sich gewiß noch der Bekehrungsgeschichte einer Tochter des Herrn Lyons in Cardiff. Dieselbe war von dem Missionär Thomas dazu verleitet worden, ihr väterliches HauS zu verlassen. Das Mädchen wurde von andern sich für fromm ausgebenden Christen versteckt und als dev Vater seine Tochter reklamirte, wurde er von Thomas beschieden, er möchte seine Tochter nur suchen, er werde sie doch nicht finden. Es kam zur Klage; Thomas verlor wohl moralisch den Prozeß, er wurde mit Vorwürfen überhäuft, aber das Gericht konnte ihm nichts anhaben. Lyons hat den Prozeß fortgesetzt und ihn jetzt auch in der höher« Instanz verloren; dabei hat er sein ganzes Vermögen eingebüßt. Er wandte sich dann an den Loarä of Deputies, daß er die Fortsetzung der Klage betreibe, dieser aber weigert sich, da voraussichtlich die Wiederaufnahme der Klage doch ohne Folge bleiben werde. Die Zeitungen verurtheilen einstimmig das Gebühren von Thomas und seinen Genossen, allein juristisch kann man ihnen nichts anhaben. Rußland und Polen. Petersburg. Unsere Glaubensgenosse» in Petersburg haben ein Grundstück für 12,000 Rubel angekauft, um darauf eine neue Synagoge zu bauen. Rumänien. Baeeu. Unsere Glaubensgenossen dahier sucht man jetzt mit einer neuen Art von Beschuldigung anzuklagen. Zwei Juden hätten, so sprachen sich mehrere Christen in den Zeitungen aus, ihre Speisen und Getränke verunreinigt, um sie dann den Christen zu essen und zu trinken zu geben. Lauter Vorwände,