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Der Israelit · 1870-08-03 · Heft 31 (3.8.1870) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
11 (1870)
Issue
Heft 31 (3.8.1870)
Date
1870-08-03
Page
– (sequence 2)
Language
German
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578 gen, die Werkstätten haben ihre Arbeiter den Heeren abgeben müssen. Und in wie viele Familien ist bereits die Verzweiflung eingezogen, Familien, die im höchsten Wohlstände lebten und die durch die jüngsten Ereignisse ihr Vermögen verloren haben! Welche Schrecken wird erst der Krieg selber bringen, da seine Vorboten bereits eine solche Wirkung äußern! Und doch „Auch der Krieg, er hat sein Gutes, „Der Beweger des Menschengeschlechts — eS ist gut, daß der Welt einmal in Erinnerung gebracht wird, daß nur vergänglich sind die Güter dieser Erde, daß der Erwerb und der Genuß nicht das Höchste sind, was der Mensch erstreben soll, daß werthlos werden kann der papierene Reichthum, daß unsicher werden kann der solideste Besitz und daß wir lediglich im Schutze des Höchsten uns sicher zu fühlen berechtigt sind. Was kann dem frommen, gläubigen Juden sich ereignen, das ihn zur Verzweiflung brächte? Ja, sie sind gefährdet, in dieser ernsten Zeit, die irdischen Güter: Vermögen, Gesundheit, Leben, nicht bloß das eigene Leben, sondern oft auch dasjenige derer, die uns theurer sind denn wir selbst; ja, es ist sogar für Manchen, der in seinen Geschäften die nöthige Grenze nicht einzuhalten verstanden, die kaufmännische Ehre gefährdet — schlimm, sehr schlimm, allein doch nicht schlimm genug, um dem Leichtsinn das Verbrechen hinzuzufügen, das Verbrechen des Selbstmordes, dNS-leider in so bewegter Zeit als letztes Zufluchtsmittel gesucht und gefunden wird! O, über die Eitelkeit der Menschen, welche die verschuldete oder unverschuldete Schmach nicht zu ertragen vermögen! o, über die Feigheit solcher, welche den Muth nicht besitzen, die Schande zu tragen, diese aber auf die Hinterbliebenen häufen, für die sich noch Kummer und Elend hinzugesellen! Der Mensch, der Gott in seinem Herzen trägt, der eine Stütze sindet in seinem Vater im Himmel, der kann nicht so weit sinken, daß er in Verzweiflung das Leben hinwegwirft, das ihm eine Last geworden. „Siebenmal mag fallen der Gerechte, er steht wieder auf!" Das ist das größte Unglück, schlimmer als Hungersnoth, Pest und Krieg, so Jemandem die Gotlinnigkeit, das Bewußtsein der Gottesnähe, der Glaube an ein Jenseits abhanden gekommen! Ein solcher M'nsch, der sich nur auf sich selber stellt, der nur der eigenen Kraft vertraut, ist verloren, sobald er strauchelt, liegt unrettbar danieder, sobald die eigene Kraft ihn verläßt. Um den Schutz des Höchsten uns zu verdienen, ist es notwendig, daß wir uns Ihm eng anschließen, daß wir Seine heiligen Gebote halten. Wir erwarten kaum, daß die trübe Zeit, in der wir leben, unsere von Gott abgefallenen Brüder und Schwestern zu Ihm zurückführe; 'nnDU H'S« O’j/an ünvn DJ’« oj\"P3 *?v aber das dürfen wir erwarten und erhoffendaß die von den Schäden moderner Gottlosigkeit noch verschonten Juden und Jüdinnen in solchen Zeiten sich kräftigen in dem Glauben an den höchsten Schützer, nicht verzweifeln ob drohender oder hereinbrechender Calamitäten, den festen Entschluß fassen, die Kinder in Gvttinnigkeit zu erziehen und sie nicht dem Moloch des Materialismus zu opfern, sie vielmehr durch Unterricht in unserer heiligen Religion, durch stricte Gewöhnung an die Erfüllung der Gottesgebote so heranzubilden, daß sie allen Versuchungen und Gefahren getrost entgegenzugehen im Stande seien.; Wahrlich, der ärmste, gottesfürchtige Jude ist noch reich, denn er besitzt Schätze in seinem Innern, die mit irdischem Maaße nicht zu messen sind; und selbst, wenn ihm die körperliche Gesundheit fehlt, so ist doch gesund seine unsterbliche Seele und selbst, wenn er durch leichtsinniges Verfahren die Achtung seiner Mitmenschen eingebüßt hat, so wird er wieder gut zu machen suchen und das Verlorene wieder erringen. „Selbst wenn ich wandele im Thale des Todesschattens , fürchte ich nichts Böses; Du bist bei mir; Dein Stab und Deine Stütze, sie werden mich trösten." Als der Dulder Hiob all seine Reichthümer verlor, als seine Kinder starben und schwere Krankheit ihn niederdrückte, als selbst sein Weib sich gegen ihn kehrte mit lästerlichem Worte, blieb er standhaft And gottesfürchtig und gottergeben. Und Gott gab chm alles Verlorene wieder und ließ fein Alter sich froh und glücklich gestalten. Entschließen wir uns nur, den Schutz des Höchsten zu verdienen, und was sich uns auch ereigne, Gott ist mit uns und wir brauchen uns nicht zu fürchten. In Seiner Hand sind wir, Sein Schutz ist uns sicher, und was Er auch über uns verhängen mag, es gereicht nur zu unserm Heile warn nyi no! ny AeitunftSiraehrichten und Gorrefpor denzen. 9 Deutschland. Aus Norddeutschland. In zwei der jün^ sten Nummern des „Israelit" lenkten Sie gewiß v dem vollkommensten Recht die Aufmerksamkeit al„. Glaubenstreuen auf die traurigen Verhältnisse! Amerika, wo der Radikalismus der Neologie sein B fahren nniDö roynb mit der craffesten

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