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Der Israelit · 1870-08-03 · Heft 31 (3.8.1870) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
11 (1870)
Issue
Heft 31 (3.8.1870)
Date
1870-08-03
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Der Israelit. # Ein Kentral' - Hrgan für das orthodore Audenthum. ' Herausgegebm von lir. Lehmann in Mainz. Mittwoch, den 3. August 5630 (1870). Diese Zeitung erscheint «öcheütljch einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogm. Preis des Jahrgangs 3 Thlr. pr. E. oder st. 8. 1b kr. rh. Man abonnirt ganzjähM, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Be» stellungen an. Inserate Vfz Egrdie Petitzelle oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut CourS. Direkte Franco zu» fendung unter Streisvatzd pro. Jahrgang 4 Thlr. pr. C. oder 6 fl. Ssterr. an die Expedition franco einzusenden. Inhtzttr j Leitender Artikel: Im Schutze des Höchsten. Zeitungsnachrichten und Eorpespondenzen: Deutschland: Aus NorlweMchland- Altoüa. — Oesterr.-Ung. Monarchie: Prag. Aus Pestj», Aus Ob«mngarn. — Rumänien: Bottuschan. — Mustraliea: Sydney. — Feuilleton: Säen und ErnHtt. Kuhakt -er Keitage: Zeitungsnachrichten und Eopresteoud euren Deutschland: München. Berlin. Hamburg. Lvck Dresden. — Oe st er r- . Una. Monarchien Me». Wien. BrH>y.— Italien. fron kr eich: Paris. ParÄ. Paris. PMS. Paris. Paris. elgien: Brüffel — England: London. — Rußland: Wilna. — Schweden: StoÄolm. — Asien: Erzerum. — Amerika: New-Aork. Washington. Washington: Boston. Chicago. — Feuilleton: Gott ist mit dem Verlassenen. Knhatt der Krtra-ZLeitage: Mr die Nothleidenden im hl. Lande. — Spenden für die Armen des hl. Landes. — Für die Wittwen und Waisen im bl. Lande. — Zur Unterstützung der nothleidenden Glaubensgenossen in West - Rußland. — Alliance Israelit Universelle. — e, Leitender Artikel, f Im Schutze des Köchsten. t Mainz, 25. Juli, n An den Fenstern unseres Studirzimmers ziehen d; vorüber die todesmuthigen Schaaren deutscher v'^änner und Jünglinge einer ungewissen Zukunft, wn Kampfe, dem Tode für*S Vaterland entgegen, ie^ Musik spielt lustige Weism; aber die Väter, die ^r, die Kinder, die Geschwister, die Bräute, die Gattinnen stehen weinend und jammernd abseits. Die Musik schweigt; auf einem großen, freien Platze sammelt sich das abziehende Regiment. Der Oberst hält eine Anrede; er spricht Worte des MutheS, der Begeisterung; er gedenkt der Segenswünsche, welche die Daheimbleibenden den in den Krieg ziehenden nachsenden. Da wird das Auge deS ergrauten Kriegers naß. Es ist etwas FupchMyH Jji Vorstellung, daß die zwei größten, gebildetsten Mationen der Gegenwart, durch gemeinsame Culturarbeit zur Freundschaft bestimmt, sich in tödtlicher Umarmung verstricken sollen, daß Hunderttausende von Männern und Jünglingen, ihren Beschäfttgungen enlrisien, einem frühzeitigen Grabe oder der Krankheit und Verkrüppelung entgegengeführt werden, und herzzerreißend ist der Gedanke an die Wittwen und Waisen, die den Vater und Ernährer werden entbehren müssen! In der Synagoge haben wir seit gestern begonnen zum Allherrn um Schutz und Gnade zu flehen. Viele Freunde und Bekannte haben die Stadt verlassen, Andere haben ihre Frauen und Kinder weitab in noch ruhige Gegenden geführt, um sie nicht den Schrecken, Aengsten und Gefahren einer etwaigen Belagerung auszusetzen. Das Drohen des Krieges hat in unser künstliches Culturleben bereits Angst und Zagen und Schlimmeres gebracht. Die Geschäfte stocken, die Verkehrswege sind vielfach unterbrochen, die Schiffahrt hat aufgehört, Eisenbahnen und Telegraphen dienen fast ausschließlich militärischenZwecken, daSDertrauen ist gewichen, der Handel ist gehemmt, gelähmt, die Fabriken feiern nothgedrun-

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