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Der Israelit · 1870-07-20 · Heft 29 (20.7.1870) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
11 (1870)
Issue
Heft 29 (20.7.1870)
Date
1870-07-20
Page
– (sequence 5)
Language
German
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545 sie zu sterben: Denn also.heißt eS (Hosea Schluß) 03 O'MM 03 13V' O'p'381 ".1 '313 0'3V '3. „Nur gerade sind die Wege Gottes, die Frommen gehen in ihnen glücklich ihres Weges, doch die Frevler allein straucheln durch sie!" — Anders jedoch gestaltete sich diese Erscheinung in unserer glaubensarmen Neuzeit seit einer Reihe von Decennien. Seitdem den Kindern Israels die LehrhLuser derjenigen Staaten zu ihrem Heile und Frommen geöffnet worden sind, in denen sie gottlob als gleichberechtigte Staatsbürger anerkannt werden sollten, seitdem sie an den Brüsten Hellas und Romas ihre Weisheit und Kenntniß sogen: seit jener Zeit ging mit Israel auch eine radicale Veränderung vor. Anstatt, daß sie, wie früher, die unantastbare Göttlichkeit ihres, für die Ewigkeit bestimmten Gesetzes a priori, d. h. von Innen heraus, durch ein heiliges und weihevolles Leben selbst erkennen und fühlen sollten: mußten ihnen in der Neuzeit aus Mangel an Glauben, die Unleugbarkeit des göttlichen Ursprungs unseres Gesetzes a posteriori d. h. durch äußere Beweise und Argumentationen, ourch weit hergeholte Deduktionen bis zur Evidenz und mathematischen Gewißheit begreiflich gemacht werden. Es haben sich daher Männer wie Wessely im p, Regio in seiner Vorrede jo nun D'ötpn zu seiner italienischen Pentatmchübersetzung, so wie zuletzt mein würdiger Schwiegervater Herr Salomon Pleßner in seinem nicht genug zu empfehlenden Religionsbuche ntpo m ein unsterbliches Verdienst erworben, . wenn sie, wvKl auch selbst , schon der Talmud : Cholin und Siphro zu n«i) einige Winke gibt, klare und unumstößliche Beweise über die Untrüglichkeit unserer als göttlich erkannten Glaubenslehren in den genannten Schriften uns aufgestellt haben. Gewiß kann es nur als ein hohes Verdienst angerechnet werden, wenn zu diesen bereits bekannten Argumenten von Zeit zu Zeit noch neue aufgedeckt und dem lesenden Publikum vorgeführt werden könnten, um dem verblendeten Volke durch solche doch endlich die Augen zu öffnen, daß es reuig und gläubig wieder in die Arme des reinen unverfälschten orthodoxen JudenthumS zurückkehre und wahrhaft die Worte des Propheten Jeremias (2, 13) empfinde: O'Q lipo my ’m« ’oy nny mjn dtip o D'on id'3' iw« 0'i3wa ni«3 ni«3 ond Dian1? o"n. „Denn zweierlei Bosheiten hat mein Volk verübt: mich haben sie, als die Quellen des lebendigen Wasftrs, verlaffen, sich Gruben zu hauen, die zerbrochen I sind und kein Wasser enthalten können!" So wie der! Prophet dem dprch die Baalspropheten irregeleiteten Volke kurz vor dem Untergänge seiner politischen Selbstsiändigkeit diese Rüge macht: so kann sie auch unserer, durch unsere Baalsrabbiner und Peorsprediger verführten Zeit mit Fug und Recht zugerufen werden. Auch unsere Zeit laborirt an diesen beiden klar und deutlich ausgesprochenen Nebeln. In den Aufgaben der Religionslehren und in dem sich frech und kühn Hinwegsetzen über die heiligsten Satzungen des Judenthums haben sie zugleich Gott, die Quelle alles Glückes, des irdischen, wie des ewigen, verlaffen. Und was haben unsere Herren Glaubensverbefferer und Reformhelden Besseres und Trefflicheres an die Stelle dieser alten, ehrwürdigen und geheiligten Gebräuche und Institutionen gesetzt? Nichts als zerfallene und zerbrochene Cisternen, die kein eigenes Waffer der Erkenntniß haben, und selbst das wenige, von Fremden entlehnte und erborgte doch nicht zu fassen und halten im Stande sind, weil ihr eigenes System durchlöchert und durch Riffe und Spalten den Keim der Auflösung bald in sich tragen. Mit Freuden habe ich daher, verehrter Herr Redacteur, den in Ihrem geschätzten Blatte Nr. 25 mit Recht von Ihnen gepriesenen Aufsatz „das Jubeljahr" begrüßt, als ich gleich anfangs darauf hingeleitet wurde, daß derselbe einige neue Beweise über die Göttlichkeit unseres Gesetzes liefern werde. Allein zur Ehre der Wahrheit muß ich, so leid es mir auch thut, gestehen, daß der erste dort angeführte Beweis, abgesehen von seiner löblichen Tendenz und den darin enthaltenen Kernwahrheiten an und für sich, doch keinesweges als solcher so schlagend ist, wie er zu sein scheint. Was aber den zweiten betrifft, so stimmt er hierin ganz mit den im genannten Religionsbuche meines Schwiegervaters bereits früher schon ausgesprochenen Worten .vollkommen, ja so-a^Äß» Anscheine nach mit.se manchen Redeweisen überein, was nicht übersehen werden kann. Dort heißt es (S. 72.) IV. Die Belehrungen, die darin versprochen, so wie die Strafen, welche angedroht werden. Als Belohnung werden z. B. Regen, Thau(5. B. 11,14) ungewöhnlicheFruchtbarkeit der Menschen, Thieren und Pflanzen versprochen (3, Mos. 20-22. Wenn ihr sagen werdet, was sollen wir im siebenten Jahre genießen.... So werde ich meinen Segen euch entbieten u. s. w.) als Strafen deren gänzliches Ausbleiben. Wie würde Mos s aber als der Bescheidenste aller' Sterbliche» sich nickt entblödet haben, solche Aeußerungm von sich zu geben, die fast an Tollkühnheit gränzen.... Würde wohl Moses aus eigenem Munde solche Aeußerungen gewagt, seine Lehre so aufs Spiel gesetzt und mit eigenen Händen untergraben haben? —! —" Posen. vr. Aron Hirschfeld. Oesterreichisch-Ungarische Monarchie. Lemberg, 7. Juli. Unser Glaubensgenoffe, Herr vr. Fränkel wurde mit großer Majorität zum Reichstagsdeputirten für Lemberg gewählt. Bei der Wahl selbst entstand eine Schlägerei mit den Juden. Mehrere Fenster in Judenhäusern wurden eingeworfen. * Die Polizeiwache und die Pompiers stellten die

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