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Der Israelit · 1870-07-13 · Heft 28 (13.7.1870) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
11 (1870)
Issue
Heft 28 (13.7.1870)
Date
1870-07-13
Page
– (sequence 3)
Language
German
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523 lodirt. Die unermüdliche Thätigkcit Hildesheimers, sein angestrengter Fleiß, sein unablässig reger Eifer, seine gründliche talmudisch Gelehrsamkeit, seine große w ssenschaftlick-e Bildung, sein erhabener, fester Character. sein Streben, das, rein Qvd, von den besten Erfolgen gekrönt ist, haben die Adaß Jisroel zu einer mächtigen Genossenschaft entwick lt und in vcrhältnißmäßig kurzer Zeit der isr. Gemeinde zu Berlin ein ganz anderes Ausseden, eine großartige Entwickelungssähigkeit gegeben. Berlin hat wieder eine Jeschibah, hat eine echt jüdische Religionsschule, hat widerum Fleischscharren, die den strengsten religiösen Anforderungen genügen. Wir waren am Sabbat Paraschatb Korach in Berlin; am Freitag Abend batten wir den erhebenden Genuß, unfern alten Freund, den Obercantor L i chteuft ein, vorbeten zu hören. Dieser würdige Mann, der seit länger als vierzig Jahren als „Abgesandter der Gemeinde" (iQ'L rp^ti?) sungirt, versteht eS, mit jugendlicher Kraft durch seine wundervolle Stimme, durch seinen das innerste Gefühl ergreifenden Vortrag, die Andacht zu erwecken und die Herzen zu Gott zu erheben. Am Sabbat-Morgen hatten wir die Freude, den ältesten Heros jüdischer Kanzekberedtsamkeit, Rabbi Salomon Pleßner ausPosen, im Beth Hamidrasch zu hör»n. Sein Vortrag, unendlich reich an Gedanken , spendete den Hörern Sckätze jüdischen Wissens, in edelster Weise zum Nachdenken anregend, die feinsten Nüancen des heiligen Schriftwortes und unserer wunderherrlichen Gebete klar darlegend. Um 11 Uhr versammelte sich ein zahlreiches Pu blikum im Saale des kaufmännischen Vereins, wo Herr Or. Hildesheimer, solange die Adaß Jisroel noch keine große Synagoge besitzt, seine religiösen Vorträge hält. Alle Plätze waren besetzt; es waren vielleicht 500 Personen anwesend, die in lautloser Stille dem gediegenen Vortraae lauschten. Der Redner nahm die beiden Schlußsätze der Haphatra zum Texte. Er führte an der Hand des heiligen Schriftwortes die tiefeinschneidenden Gegensätze unserer Zeit vor, dieselben philosophisch begründend, während die Geschichte Korachs und seines Aufstandes Reflexe aus diese Gegensätze warf. Schwierige Midraschim wurden herbngezogen und in scharf sinnigster Weise erklärt. Wahrlich, der verehrte Redner sprach in einer Weise, die davon überzeugen mußte, daß nur die unerschütterliche Consequenz im Beharren beim Gebote unteres Gottes uns zu retten vermag von dem Nihilismus, den die Gegner, bewußt oder unbewußt, anstreben. Am darauffolgenden Sonntage besuchten wir die Religionsschule der Adaß Jisroel, wo 130 Knaben und Mädchen in getrennten Klaffen unterrichtet werden. Daß es in dem kurzen Zeiträume eines halben Jahres gelungen ist, einige Knaben bis zur Gemara zu führen, das spricht allein schon für die großartigen Leistungen di ser Schule. ES werden vielleicht Jahrz hnte darüber hingeheu, bis es gelungen sein wird, die isr. Gemeinde zu Berlin im Großen und Ganzen wiederum in eine echtjüdische Genossenschaft umzuwandeln; aber es wird mit göttlicher Hilfe gelingen, und wir hoffen zu Gott, daß diese Bestrebungen in der Hauptstadt des norddeutschen Bundes nickt ohne segensreicken Einfluß auf das übrige Deutschland bleiben werd"n. Einst war Berlin tonangebend in der Herbeiführung deS Geistes der Verneinung; möge cs auch tonangebend sein in der Kräftigung des echtjüdischen Wollens und Könnens. AeitrrngSnaehrichten nnd Correfpondenzen. Deutschland.. Mainz, den 10. Juni. Der in Nummer 22 dieser Blät'er veröffentlichten, von 127 Rabbinen Unterzeichneten, die jüdischen Ehegesetze betreffenden Erklärung haben sich noch die nachfolgend n Herren Rabbiner angeschlossen: Rosenfeld, Baruch, Rabbiner in Gollub (West- Preußen). BLichler, David, Oberrabb. zu Paßt6 (Ungarn), <$Ptitrnf, I. M., RabbinatSaffcss. zu Amsterdam. Stein, Levi, 3fio6fc’nattit>rorefer zu Papa. □ München, 26. Juni. Herr Rabbiner Hirsch Aub wurde vor kurzer Zeit, nach zurückgelegtem einundsiebzigsten Lebensjahre und mehr als vierzigjähriger segensreicher Thätigkeit in den Ruhestand versetzt, funpirt jedoch so lange noch, bis wieder ein Rabbiner ausgenommen sein wird. Es sei hier auch bemerkt, daß Herr Rabbiner Aub '"V'j, seit ders lbe ist, sckon mehr als 1000 Kinder in den Heilgen Bund Jsrae S ausgenommen hat. Der von mir rnitgecheitte Beschluß der hiesigen isr. Cultusgemeinde, eine neue, große Synagoge zu bauen, gelangt nunmehr zur Ausführung, invem ein ziemlich großes Anwesen um 175,000 fl. hierzu erworben worden ist. — Aus zuverlässiger Quelle kann ich aber mittheilen, daß an die Einführung der Orgel gar nicht gedacht worden ist. Auch hätte dieß unverzüglich eine Spaltung veranlaßt. In dem neuen Magistrate unserer Residenzstadt sitzt auch ein Israelit. Herr F. Rau. Hamburg» (Privatmitth.) Von der Unparteilichkeit Ihrer dem echten isr. Leben gewidmeten Zeitschrift erwarte ich, daß Sie den folgenden Zeilen Raum gönnen werden. DieJakobsvhnSschule in Seesen hat in vielen jüd. Blättern und auch in anderen Organen Reclame

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