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Der Israelit · 1870-07-06 · Heft 27 (6.7.1870) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
11 (1870)
Issue
Heft 27 (6.7.1870)
Date
1870-07-06
Page
– (sequence 6)
Language
German
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m noch picht recht begriffen Hab-. — Wunderbarerweise geschieht die Apotheose der Jnquisit'on zu einer Zeit, wo m dem einst so higp^eq Spanien, hie Freiheit der Culte und die Civil-Ehe proxlamirt worden ist. — Will man etwa Hamit in den Gemüthern Propae ganda für dst Unfehlharkest machen? — EH wird niemals gelingen. Am Sabbat "p rf’ff hielt der Prediger Herr Salom on Pl eßn er auö P osen, welcher seit einigen Tagen hier verweilt, auf den Wunsch vieler ' seiner Verehrer, in der neuen Vereins-Synagoge des Talunid-Vereins, einen Vortrag, der sehr besucht war. — In er bewährtesten Meisterschaft wußte der verehrte Redner die zahlreiche Versammlung zu fesseln und die Gemächer in altjüdischer Werse zu begeistern. Unter den Anwesenden bemerkten wir auch den Pgbbiper der Wqs-ZiSroel, Herrn vr,Hild eL he im er. Oesterreichisch-Ungarische Monarchie. Pr Hburg. Vor einigen Tagen gingen drei jüdische Knaben wäh'end der sechstägigen Schulferien in Preßburg ins Gebirg (Neue Welt), um daselbst zu botanifiren. Auf dem Heimweg begriffen, wurden sie von einem Gartenhüter, welcher ick der Hand des einen Knaben ein Aestchen mit e'nigen Kirschen bemerkte , als K'rschendiebe ergriffen, und mit Beihilfe eines Schustermeisters, Nachbars des bezüglichen Gartenbesitzers, mit Stricken an einen Baum festgebunden, in welch peinlicher Lage und der größten Sonnenhitze sie nahezu 7 Stunden zubringen mußten. Nachdem dieser Akt rohen Ueberwuthes vollzogen, wurden sie gefunden zum Bürgemeister geführt. Rumänien. 18. Jupi, Bekanntlich läßt es sich die reoctionäre Presse in Preußen angelegfy sein, die neulich gemeldete Judeyhetze in Bottnschap iWE gewaltthät'gen Charakters zu entkleiden. Es frommt daher wohl, apch andere Stimmen sprechen zu lasstp. So sthrkibt. ein hiesiger Korrespondent her „N. f. Pr.^ hber jepe Vorgänge: „Während die ganzg Welt an. dei^ Fortschritt denkt, schreitet man in der Moldau mit Riesenschritten zurück. Das grausam.« Ereigniß. dey iy den verschiedenen Städten, besonders aber in jüngster Zeit in Bottuschau, aufgesührten, Judenh'tze ist weltbekannt. Minder bekannt dürfte^ es sein, daß hie Ohrigkeit selbst und die dort ansässigen. Bojaren, anscheinend die rohe Schuljugend beschwichtigend, sie mHgeheim noch mehr cnflacbflt\, den hilstoseu JSra-liten ihr Hab und Gut wegzupehrpen und ihnen schwere körperliche Beschädigungen MUfug-n. Dte,IügMsigkeit des aufgeregten und fanatischen Pöbels ging so weit, daß er nicht einmal die kleinen Kinder schonte, ja selbst Weih?? ynd Mädchen wurden geschändet. Aber was wist mgn von der hoffnungsvolle» Jugend, wenn selbst Leute, die dort diersten Stellen einnehmen, sich nicht scheuen, offen eipzugestebon, daß die Gesinnungen des Pöbels die ihren seien. Ich will Ihnen für hMe nur Einen Fall erzählen, I» Bake», einem kleinen Städtchen der Moldau, standen vor einigen Wochen siehen. Rumänen vor G-xichj, gngek ggt, ein wehrloses jüdisches Ehepaar hei Nqckst über fallen, heraubt, geschändet und ermordet zu habe«. Zu ihrem V^rtheidiger war ein dortiger Adyocat und Byjar bestellt. Dieser begann seine Rede rpst folgenden Worten haben deyn eigent'ich diese arme» Leute für ein Verbrechen begangen? Sie hgben ein-p Juden und eine Jüdiy erschlagen. Ms. liegtdaran? sind eben zwei Juden weniger da. Ist es. doch vom Standpunkte der, göttlichen Gerechtigkeit betrachtet keine Sünde, einem Juden dah Leben zu nehmen," U»ch dieses ist ein Mann, der auf Bildung Anspruch mack§, der gleich , den anderen Bojarep eine großes Reihe von Jahren in den civilisirteu Käphexn zugobracht. hat. Palästina. Jerusalem Durch Vermittelung der Pekidim und Amarcalim in Amsterdam sind uns zwei Berichte aus Jerusalem upd Sephat zugekommon, aus denen hervorgehthaß diedort herrschende Hungersnoth einen hohen Grad erreicht hat. Die Gctreidopreise sinh. enorm gestiegen. Fs wird zwar von Marseille qus Getreide eingesührt, allem unseren bedrängten Glaubensgenossen fehlt es an Geld.. Man glauhte, daß her vor einigen Monate» ejugstretene Schneefay, der nur einige Tage aphielj, eine gesegnete Ernte \n Aussicht stelle, aber diese schöne Hoffnung ist zu pichte geworden. Außerdem ,ist herofts jM schon ein großer Wassermangel ejpgetxetep, das Schnee» Wasser hat die Eisternen pur zum Thtil gefüllt.. Nipsern Glauhensgevossen in Sephat yexwe^ort man, aus den in dey bep-chharton Dörfern sich befindenden upd reichlich mit Waffer versehenen Quelle» ihren Wasserbedarf zu schöpfen. Nnd so hungern und dürstendiese Armen. Ein Jammer ist. e^ Schämen von Kindern auf den Straßen zu, sehen, die nach Bryd schreien. An Euch, Ihr wohlthärigen Glaph-nsbrühor und Glaubensschwestern wenden wir uns daher mit Per brzygeyd/'n Bitte-: Helfet, helfetl Erschlaffetnicht im Wohlthun, denp eS gilt Menschenleben zu retten. Wir wissen eS>Wohl,. hast wir schon seit mehrere» Jahren fast pppplerboycheu M Eure Gute. appellir-p^ doch der All-gütige wird Euch auch mp so reichUcher Seme» Segen spenden. -7-

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