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Der Israelit · 1870-07-06 · Heft 27 (6.7.1870) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
11 (1870)
Issue
Heft 27 (6.7.1870)
Date
1870-07-06
Page
– (sequence 4)
Language
German
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504 Männer zu geben, die, von he'lizer Gluth der Gottes« begeisterung durchdrungen, den Kampf des Ewigen kämpfen gegen die Propheten des Baal. Mögen mit den Verhältnissen vertraute, weise und gottbegeisterte Männer in diesen Blättern ihre Stimme vernehmen lassen und Vorschläge machen, was etwa hiebei zu thun sei, damit wir nicht schweigen und uns darob Vorwurf treffe Möge der allgütige Gott eine so furchtbare Zerreißung Israels verhüten! — g eitrrngSVachrichte« und Eorrespou» denze«. Deutschland. Mat«), den 10. Juni. Der in Nummer 22 dieser Blätter veröffentlichten, von 124 Rabbinen Unterzeichneten, die jüdischen Ehegesetze betreff'nden Erklärung haben sich noch die nachfolgenden Herren R'bbinen angeschloffen: Düvenir, Bez.-Rabbiner inSzill-Somogy,Ung. Atch«, E H., Bez.-Rabb» inDunaFöldvär, Ung. Aoh«, Moses, Bez-Rabbiner in Pöczel, Ung. Fürth, Ende Siwan Die bereits öfters in diesem gesH. Blatte besprochene Angelegenheit unserer iSr. Gemeindewahlen, welche schon Ende vorigen Jahres hätten vorgenommen werden sollen, hat sich bis heute in die Länge gezogen. Wenn nun aber dadurch die Anfangs zu Tage getretene gegenseitige Erbitterung der beiden Pa-teien allmählich in erfreulicher Weise einer ruhigeren, mehr der Objektivität entsprechenden Stimmung Platz gemacht hat, so kann diese Ruhe der Gemürher doch nicht von längerer Dauer sein, als der Zeitraum, innerhalb d ffen die weitläufigen Verhandlungen zwisch n isr. Gemeinde, Stadtmag'strat und K. Regierung sich hinziehen und nach deffen Verlauf die endliche E ittcheidung der Sache, die Wahlen selbst und ihre letzten Vorbereitungen, naturgemäß wieder jene anfänglich m heftigen Kämpfe herbeiführen müssen, von deren Ausgang dann auch die einmal aus der Sachlage resultirenve große Frage: „Trennung oder nicht?" ihre Beantwortung finden wird. Daß solche Kämpfe früber oder später wieder an die Israeliten Fürth's herantteten werden, bewies sich auch vor einigen Monaten, als die Sache zum ersten Male bim Magistrate zur Verhandlung kam. Es gab Letztere den Anstoß zu einer lebhafteren außerossiciellen Behandlung Es zeigte sich da, daß die damals länast wieder eingetretene Ruhe nur ein Schlummern der Leidenschaften, die Stille vor dem Sturme war, dessen drohende Anzeichen, als da sind: Partheioerfammlungen, Zeitungsartikel mit persönlichen Angriffen untermischt u. s. w., immer heftiger zu« Vorschein kamen, und es schien, als wenn der Streit sich immer schärfer zuspitzle, aber auch seinem baldigen Austrage entgegenginge, bt — verstummte plötzlich der Lärm: D?e Sache ward zum zweiten Male der K. Regierung vorgelegt und damit wieder eine mehrwöchige Ruhe eingeleiret. Diese ist nun jetzt wieder in Etwas unterbrochen worden. Wie nämlich Manchem der geehrten auSwärtiaen Leser (aus der jüngsten Correspondenz in Nr. 20 d. Bl.) erinnerlich sein dürste, wurde vom Magistrate der Versuch eines Ausgleichs unter Zu nehung einer aus sämmtlichen Betheiligten ernannten Commission beschloffen. Da aber kurz vorher eine neue gegen den CultuSvorstan> gerichtete Eingabe von Seiten der Reclamanten dem Magistrate war übergeben worden, so rieth Letzterem Herr Mag. Rath (u. C. Vorst.) N:ubauer von einem Sühneversuch als erfolglos ab, der Magiftrath jedoch beraumte demungeachtet einen Termin für die erwähnte Commission an. Die Vertreter der orthodoxen rvsp. Reclamanten-Partei ei schienen pünktlich, die der Gegner jedoch glänzten durch ihre Abwesenheit und eS hatte inzwischen der Cult. Vorstand Beschwerde gegen daS Vorgehen des Magistrats bei der K. Regierung ergriffen. Diese Oberbehörde erließ nun dieser Tage in formeller Beziehung einen Bescheid dahin, daß, da nach Lage der Akten sich von einem Sühneversuche ein Resultat nicht erwarten lasse, davon Umgang zu nehme« sei und der Magistrat sich nach Maßgabe der früher in diesem Betreffe bereits ergangenen Entschließung schlüssig zu machen, rosx. sein Gutachten, über die Sache abzugeben habe. Was jedoch die Materielle Seite der Frage anbelangt, ob der Magistrat berechtigt sei, einen Vergleichsversuch vorzunehmen, diese zu erörtern, heißt es im Regierungserkenntniß weiter', bestehe zur Zeit keine Veranlassung. Damit ist nun die Sache wieder auf dem Punkte angelangt, wo sie früher stand, abgesehen von ihrer Verschärfung durch jene neuerliche Eingabe Seitens der Reelamanten. Vom Magistrat wird nun durch die früher dafür ernannte und noch durch einen RechtSrath verstärkte Commission daS Gutachten vorbereitet, deffen Abgabe an die K. Regierung wohl der ganzen Angelegenheit eine raschere Weadung geben dürfte. I« Anspach spielte sich eine peinliche Scene ab. Dort wurde der bei Rettung seines Mitschüler- Verunglückte brave Lateinschüler Stadelmann in feierlicher Weise zu Grabe geleitet. Die sämmtlichen Schüler des Gymnasiums uns der Lateinschule, sowie eine Anzahl hiesiger Einwohner geleiteten daS edle Opfer reiner Menschenliebe zu Grabe. Herr Pfarrer Caselmann hielt die Grabrede. Derselbe nahm, trotzdem ihm die Anwesenheit von Schülern israelitischer Confession bekannt sein konnte und mußte, keinen Anstand, im Verlaufe seiner Rede auszusprechen: „Die ewige Glück-

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