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Der Israelit · 1870-06-29 · Heft 26 (29.6.1870) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
11 (1870)
Issue
Heft 26 (29.6.1870)
Date
1870-06-29
Page
– (sequence 10)
Language
German
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490 totottt, daß „ angesehene Rabbiner " dasselbe Uxtheil überihn fällten. *’ I« Ganzen ist dennoch die christliche Correfpondenz aNS Altona weit unparteiischer gehalten, als Grätz*s Darstellung des Streites. Der christliche Korrespondent sagt richtig: „2M die sabvatistifchen Zusammensetzungen auf unzählbare Arten -eingerichtet pnd erklärt werden können, hätte man zuvörderst eine Schere Erklärung von demselben Jonathan erpressen sollen." Der jüdische Historiker stellt die gegnerische Deutung als dir absolut richtige hin. Ich halte Alles, was ich in meiner „Ehrenrettung" gesagt, vollkommen aufrecht. Eine objektive Entgeg- «mg kann mir nur willkommen sein. Durch den Abdruck solcher „christlichen Stimmen" soll dem Publikum nur Sand in die Augen gestreut werden. Vr. Jacob Cohn. Stettin. Hier sind schon seit Jahren zwei Inden Vormünder christlicher Familien und zwar betrifft in dem einen Falle die Curatel eine adelige Familie, in welcher der älteste Curande CavallerieiyMier ist. — Theodor Landsberg, Sohn des jüngst verstorbenen Landrabbiners zu Hildesheim, ist an das «Me Polytechnikum zu Aachen als Assistent des Direktors van Kaven, auf des letzteren ausdrücklichen Wunsch berufen worden. LandSberg ist Zögling der hiesigen Polytechnischen Schule und erst 23 Jahr alt. (Wochenschr.) Mktona Ende Juni. Am nna 's rot? begann unser Herr Oberrabbiner 'tvc? wieder seine regelmäßigen Sabbat- Vorträge zu halten. Er wählte zum Texte die Worte des Wochenabschnittes 3. B. M. Cap. 25 n nprnrn *py it nuoi i'iiu 'm knüpfte daran mit seiner gewohnten Geistesschärfe die Schilderung des hohen Werths der Wohlthätigkeit und ermahnte, hierbei auch der px 11 jy eingedenk zu jein. Er erinnerte daran, daß unsere Gemeinde durch die -paar 'v für die ''x 'avv- D’a-unan die navn naff ^aa und am i' vom D"jan"'a-i un gesagt werden, die Pflicht habe, regelmäßig für «jy zu spenden. Er erinnerte ferner daran, daß in drusüben ausdrücklich erwähnt sei ntyx in ff’x p. Jedem ist also gewissermaßen die Pflicht, den -ru zu erMen. Nur die Frauen, bemerkte er, genügen bis jetzt purch die ndki-Büchsen dieser Pflicht, aber noch fehlt die Betheiligung der Männer. Diese Ermahnung hatte zur Folge, daß unter der Leitung des Oberrabbiners ein Comitö sich bildete, welches Per Circulär die Gemeindemitglieder aufforderte, hier einen Verein für '"x "^y zu gründen. Ueber den Erfolg werde ich nächstens berichten. W. Oesterreichisch-Unga rische Monarchie. Saaz. (Böhmen.) Die junge, aber doch bereits v< ,-|t y;, über WO Familien zählende CultuDgemestide i _ in eine Sftdt, ivo in früheren JaHren reUgWe SNd<kdsamkeit sich in ausgiebigster Weift ftrUdgab, ist km Begriff eine neue prachtvolle Synagoge zu erbauen und wurde der Grundstein hierzu dm 14. d. M. unter großer Feierlichkeit gelegt. / , Naphtalr Ko'ch. Bielitz- (Oester.-Schlesien), im Juni. Den verstorbene Fabrikbesitzer Ignatz Baum hat den Armen Wien'« und der hiesigen (seiner Vater-) Stadt ein Capital von je 10,000 Gulden ausgesetzt. Rach den Bestimmungen des Testamentes sollen alljährlich -— an dem Sterbetage des Erblassers — zehn jüdische und zehn christliche hilfsbedürftige Farmlien in jeher der beiden Städte einen entsprechenden Zinsenbetrag zu gleichen Theilen erhalten. (Wochenschr.) Aus Staniülau, 11. Juni, wird der „TrgeSP."' geschrieben: Unsere Stadt befindet sich seit einigen Tagen in einer Aufregung, deren Grund in den Ehro» niken eines konstitutionellen Staates wohl noch »ie vorgekommen ist. Ein bereits wegen Betrug abgestraftes, verkommenes Individuum, Namens Nuchlrn Karmelin, hatte zu Anfang dieses Jahres einer CSU« tralbehörde in Wim den Antrag gemacht, er werde der Regierung den Beweis liefern, daß in Galizien die JSraelitm durch Bestechung sich der Militärpflicht: entziehen. Er wurde deßwegen an de» Kommaadirenden in Lemberg, Grafen Neipperg gewiefm und da wurde folgender Plan zu Stande gebracht: Die Mt» litärkommission wurde angewiesen, den Anordnungen des Karmelin sich zu fügen; derselbe begleitete die AssentirungS-Kommission Anfang« nach Radworna» Hier verbreitete er das Gerücht, daß Jedermann, ob Krüppel, ob gesund, affentirt werdm wird, und nur das ei izige Mittel, um diesem zu entgehen, wäre, wenn die Assentpflichtigen Geld zur Bestechung der Commission geben würden. Die Israeliten in Nadworua wollten Anfangs darauf nicht eingehen, eS erschienen zwei verkrüppelte Israeliten am Affentplatze und wurden als „diensttauglich" befanden. Dieses verursachte eine große Panique unter den Militärpflichtigen und es wurde dem Karmelin, der sich fortwährend als Mäkler der Assentkommisston benahm, ein namhafter Betrag zur Bestechung der Assentkommisston von Seiten der Nadwornaer Israeliten übergeben. Ja, man giuß so weit, die Assentirung auf einige Tage zu unterbrechen, bis man das nöthige Geld zufammeagebracht hatte. Die Bestechung wirkte; diejenigen, welche daN Geld gegeben hatten, wurden befreit. So ging eL weiter, überall in allen Ortm dasselbe Manöver^ dieselbe Taktik, und der Ruf dieses wunderwirkmden Mäklers verbreitete sich von Ort zu Ort, so daß selbst: Christen, welche sich vom Militärdienste befreien wollten, auch die Hilfe des Karmelin in Anspruch nahmen^. Ueber 200 Israeliten und 21 Christen glaubten ffchtz

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