Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 11 (1870)
- Issue
- Heft 26 (29.6.1870)
- Date
- 1870-06-29
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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491 ihm* dom Militärdienste befreit- und wurden mit der Hrtheilnng der hierüber nöthigen Legitimationen von Dag W' Tag hiNtönAehältm. Als nun die Affentirung und Nachstellung in StaniSlau beendet war, wurde Farbe b«an»t und dÄt Dirjmigm, welche sich frei glaubten, beletrt, daß sie affentirt sind, daß die ganze Bestechungömeihode nur eine Falle war, und daß das Getdwelches dem Karmelin zur Bestechung übergeben wurde, mit Ausnahme dean einige Civil-Commissions- Mitglieder übergebenen Geldes, welche dem Karmelin Glaube« fchenkim, die ganze Summe beim Genrralcommando in Lemberg deponirt wurde. Zugleich mit der Publikation dieser neuen AfsmtirungSmethode wurde de« Karmelin eine Militär bedeckung in seiner Wohnung beigestrllt, »m ihn theils vor einer Lynchjustiz der hiesigen'Bevölkerung zu schützen, andererseits um denselben bewachen, da, wie eS heißt, Karmelin nicht die ganze erpreßte Summe dem General - Cowmando übergeben bat. Dieses Individuum hatte die Stirne, mit einem RdvvÄrer bewasstret, in Begleitung von MilitLrasiistenz während der Feiertage öffentlich spazieren zu gehen, und erst dem energischen Anstreten unseres Bürgermeister-, Herrn Dr. Kaminski, gegenüber dem hiesigen Station--Commando haben wir es zu verdanken, daß dem Karmelin jeder weitere Ausgang verdate» und ihm zugleich auch der Revolver abgenommen wurde. Am 14. d. M. ist eine gemischte Untersuchung-- Commission »ach StaniSlau gekommen und die Entwicklung dieses Drama'S wird nun vor sich gehe». .* Rußland und Polen. 10. Juni. Von der Liberalität unserer Regierung enthält die letzte Nummer deS amtlich«» „ Dziennik WarSzawSki" wieder ein Beispiel: Beim sächsischen Park, dem prächtigen, großen, in fünf weit von einander gelegenen Straßen auSmündenven städtische» Garten, existirt eine Anstalt für künst- Äche Heil-Mineralwasser, die allsommerlich von Tausenden vyn Trinkern besucht wird. M»e Behamümachnng de- OberpolizeimeisterS weist dm J^deu detr Eintritt in die Anstalt nur durch einen Hintergang an, (der Garten hat sechs Haupteingänge) und verbietet ihnen das während deS Trinkenvorgeschriebenc Prommiren im großen Garten, sie auf die nächst- Nähe der Trinkanstalt beschränkend. Nun heißt ezwar, daß daS Verbot nicht den Juden, sonder» dev sog. jüdischen Tracht gelte. Allein, abgesehen davon, daß seiner Tracht wegen Niemandem, am alletwenigsien einem heilsuchenden Kranken, die freie Bewegung und die Luft beengt werden darf, ist noch darauf ausi merksam zu machen, daß die Juden Warschaus in ihrer großen Mehrheit, selbst solche, welche die jetzt in Europa allein vorherrschende Kleidung nicht tragen, sondern an dm hergebrachten etwas längerm Röckm und kürzeren Beinkleidern fest haltm, doch immerhin hier sauber, oft elegant erscheinen, so daß ihr Amßeres keineswegs Veranlassung zu der Beschränkung sein kann. Die Maßregel ist allein von dem landläufigen Judenhaß dictirt, der sich geltmd macht, so weit er sich ebm gellend machen kann. Alle diese engherzigen Beschränkungen waren in der kurzm Zeit der Wiele polSki'schen Regierung verschwunden; die neue Aera hat sie wieder heraufbeschworen. (Ostd. Z.) Frankreich. Paris. Am2. Sivan wurde im hiesigen rvo mon von bcrmano"» tin w'v auf das ganze o"v, an dem man 25 Jahre gelernt, gefeiert. Der Mahlzeit wohnte auch Herr Isidor, Cmtralravbiner von Frankreich hei, der in seiner Rede besonders die Verdienste der Herren I. Federmann und I. TodeSko, Gründer und Vorsteher des Vereins hervorhob. Hierauf sprachen noch Herr R. N. Rabbinowitz ans München, und Herr Rabbiner WeiSkopf, letzterer ausführlich über den Zweck und daS zu erstrebmde Zi^l des Vereins. Die Bereinsmitglieder warm bis RachtS 12 Uhr vergnügt beisammen. (Libanon.) ANZEIGEN. Die zum 1. Juli d. I. neueintreteudm Abonnmtm erh altm die Nummern 25 und 26, in welchm sich die Anfänge der Erzählung: „Säen und Ernten" befinden ckus ihr«? Wunsch gratis und franco nachgeliefert. Aie gjyrtition des ZsraeM. In Folge vielfacher Anfragen sehe« wir uns veranlaßt, wiederholt zu erklären, daß wir für die Wahrheit dein dm Anzeigen Behaupteten keinerlei Garantie übemehmm können; die Prüfung der darin gemachtm Angaben, mögen sie „Kaschruß" oder andere Verhältnisse betreffen, bleibt dem überlaffen, der davon Gebrauch zu machen gedenkt. Die Redaction des JSraeltt.