Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 11 (1870)
- Issue
- Heft 25 (22.6.1870)
- Date
- 1870-06-22
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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\ \ 4S5 mg die barbarische Wuth-<ssi bereits gestillt. Uber ,~/U}SX: täuschten sich dieskchk», der 24. sMe ein Prolog zu dem am 25. eigentlich vorzustellenden Drama M. Mit erneuerter Raubgier versammelten sich diese Hrm? neu des 19. Jahrhunderts sbsnnalK, um eine fürchterliche Verwüstung anzurichten. ‘ Sie ft len in einige M. Kaufläden ein, raubten und vernichteten, was sie antrafen, und ließen abermals den Anwesenden eine ansehnliche. Tracht von Hieben zurück. Fortwährend hörte man das Eulengeschrei: Der Jude, welcher, hier bleibt, wird erdrosselt. Sämmtliche jüd. Bewohner verließen darauf, ihre Säuglinge und unmündige Kinder auf den Händen tragend, die Stadt und flüchteten zn Fuße in die benachbarten Städte. Ein wahrhaft herzbrechender Anblick: Mütter suchten ihre Kinder, Gatten ihre Ehehälften. Unter allen diesen Räubern bemerkte ich aber weder einen Bahnarbeiter, noch irgend welchen Fremden, wie es der geehtte Herr Gelesco will; wahrhafte rum. Patrioten unter Anführung des Polizei- Directors und des Directors der Präfektur waren es, die mit der Verfolgung der Juden dem Vaterlande ei? neu Dienst zu leisten glaubten. Bei der Gelegenheit muß ich Ihnen auch die wahrhafte Ursache der so räuberischen, in die Zeiten des Mittelalters hingehörenden Verfolgung angeben. Nicht die ungeheure Ueberwucherung, noch die schreckliche Concurrenz ist es, die diese Räubereien zur Folge haben; da in Tekutsch unter 5000 Christen kaum 40 jüd. blutarme Familien leben, die aber dennoch den Herren Rumänen ein Dorn im Auge waren, so daß sie dieselben derart zu Grunde richteten, daß die Armen jetzt an den Bettelstab gebracht stno. Die Ursachen sind: 1) der fanatische Religionshaß, den die griechischen Orthodoxen, jeden liberalen Gedanken verwerfend, den Juden Nachträgen. 2) Pecuniare Ursachen; denn der Jude, der cm kümmerliches Leben führt und feinem Berufe fleißiger obliegt, als der dem Weine und der Trägheit ergebene Rumäne, befindet sich gewöhnlich in etwas besseren Vermögensverhältnissen, welchen ihn. der barbarische Pöbel auf eine räuberische Weise zu entreißen sucht. 3) Das Bewußtsein der Straflosigkeit und sogar des Ruhmes, einen ehrenvollen Platz in der rumänischen Geschichte einzunehmen; denn alle zur Rechenschaft gezogene Individuen, worunter sich auch her Polizei-Chef und der Drrector der Präfektur befanden, sind bereits schuldlos erklärt und in Freiheit gesetzt, und der rum. Nero., Redacteur der Trompeta, Cäsar Boliac stellt den löblichen Antrag, Collecten im ganzen Lande zu veranstalten, Medaillen prägen zu lasstn und die Straßenräuber in Tekutsch mit denselben zu decoriren. Dieses ist der der Wahrheit gemäß geschilderte traurige Hergang der Ereignisse zu Tekutsch und das sind dre Ursachen der rumänischen Verfolgung. England London. Das Oberhaus hat die Bill, nach her die Ehe mit der Schwester der verstorbenen Frau erlaubt sei, wiederum, aber nur mit einer Majorität von 4 Stimmen verworfen. (Jew, Ehr.) London. Graf Camvndi vvy Constantinopfl, der gegenwärtig zu Besuch bei Herr Saffpon dahier ist, hat hie Feiertage die Bryanstone Street Synagoge besucht und für dieselbe 12Q0 fl. gespendet. (Jew. Ehr,) Edindnrg. Die Missionsgesellschaft macht in Schottland schlechte Geschäfte. Nach einem von Professor Mitchel gegebenen Bericht hat dieselbe in diesem Jahre an 3000 fl. weniger eingenommen, hingegen an 8000 fl. mehr auögegeben. Wir hoffen, schreibt das „Jew. Chr.", in dem nächsten Berichte die Geschichte der Bekehrung eines schottischen Juden zu vernehmen, die nicht weniger als 60000 fl. gekostet haben soll. Amerika. New-Bork. In den Vereinigten Staaten entstehen in neuerer Zeit in allen Städten größere oder kleinere jüd. Gemeinden; meistens sind es junge Leute, die sich im Westen niederlaffen und die, wenn die nöthige Zahl vorhanden, zur Bildung einer Gemeinde schreiten. In der Stadt Americos haben sich 40 Israeliten niedergelassen. Merkwürdig und gewiß selten ist es, schreibt der „Jew. Mess.", daß in dieser Stadt fast gar keine jüdische Mädchen und daher die meisten Gemeindemitglieder unverheirathet sind. lGingesandt.) Die Herren Stiebet u. Salomon in Mainz sind von Ihren Kgl. Hoheiten, Prinz Ludwig und Prinzessin Alice zu Allerhöchstdero Hoflieferanten ernannt worden. Feuilleton. Säen und Ernten. I. Moderne Anschauungen. „Grüß' Sie Gott, Herr Ruhdorf," rief der reiche Banquier Wolfsohn, einer der angesehensten und wohlhabendsten Männer der Stadt P. einem Mannezu,- soeben in sein Privatcahmet trat. „Was bringen Sie Gutes?" „Herr Wolfsohn," entgegnet? dar Apgeredete, „haben Sie vielleicht ein halbes St-ndchey Zeit, mich anzuhören?" „Sie haben ja eine gewaltig feierliche Miene