Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 11 (1870)
- Issue
- Heft 24 (15.6.1870)
- Date
- 1870-06-15
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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451 Mai d. I. presse katholische Prozessionen statt, wobei mehrere Kirchen sahnen von Juden (! V) getragen wurden. — Das heißt denn dech die Verträglichkeit zu weit getrieben; cs ist ein sclcher Vorgang gar nicht zu qualisieiren. — Donaufürstenthürner. Bukarest. Unlängst kam ein Osficier der hiesigen Garuiscn zu einkm jüdischen Kapp-nmacher und stellte ihn zu Rede, weil er d e von ihm bestellten Sachen nicht zur rechten Zeit gefertigt. Der Jude gab ibm den Grund an und entschuldigte sich vielmals. Der Ossieier aber gab ihrr zuerst eine tüchtige Ohrfeige u»id hieb dann mit seinem blanken Säbel auf den Kopf des Juden. Der Osficier wurde verhaftet. (Züd. Zeit.) Frankreich. Paris. Der „Univ. Isr." veröffentlicht in seiner Nr. 19 folgenden Protest: Mühlhausen, den 21. April 1870. Mit Schmerz und mit tiefen Unwillen sehen wir Endesunterzeichnete, daß sich Rabbinen unserer Tag erlauben, traurige und sehr beklagenöwerthe Lehrerl unter dem iSr. Publikum zu verbreiten, um sich um jeden Preis einen Namen zu machen, oder aus anderen Motiven. Wir Andern, der wir glauben, die Gesinnung unserer Mission zu haben, fühlen das Bedürfniß, Sie, geehrter Herr Redacteur, zu bitten, uns als Organ zu dienen, um unsere theueren Brüder wissen zu lassen, daß wir mit allen Kräften unserer Rede gegen diese falschen Ideen protestiren, welche nur schaden können und großes Unrecht thun in Erwägung dessen, daß unsere alte Religion, welche die Achtung der ganzen Welt verdient, von der jetzigen Generation nicht mehr genau beobachtet wird. Was soll aus unsere Nachkommen werden, wenn diese Rabbinen, welche aus unserer Religion ein System, eingemeinsame Wissenschaft machen, ohne die Autorität ihrer Göttlichkeit anzuerkennen, Terrain gewinnen würben, um in das Herz der isr. Jugend, welche schon an sich zur Seile eines gewissen Mateiialismus sich neigt ihre betrübenden Gedanken zu streuen? Sie würden Zweisier und Irreligiöse für alle Tage ihres Lebens werden. Welch ein Zukunft! Wir Endekunterzeichnetr bitten Sie daher, diesen Protest unfern Brüdern bekannt zu machen, und wir danken Ihnen, geehrter Herr Redacteur aufrichtig für Ihre kräftige Vertheidnng des historischen und traditionellen Judenthums, eine Vertheidung, welche wir bewundert und gebilligt haben. Wir sind der Ansicht deö ehrwürdigen Direktors des iSr. Seminars, Herrn Trenel, von denselben Geflnnugen durchdrungen, welcher mit Recht geglaubt, daß es keine Pflicht sei, laut zu mißbilligen die .Umsturzkehren seiner Schüler, die sich den Anschein geben die Religion besser zu kennen, als er und wir alle andern Rabbinen, die seiner Ansicht sind. Wir Unterzeichneten protestiren gleichzeitig gegen die Worte des Herrn Rabbinen zu Besangen, welcher den traurigen Mulh gehabt, eine neue Art von Messias zu predigen und dies in Gegenwart mehrerer Rabbinen, welche entsetzt darüber waren, und in Anwesenden des Herrn Oberrabbiner des CentralconststcriumS von Frankreich. Ergraut im isr. Rabbiner-Amte können wir nicht eib solchen Thatsachen schweigen, man mochte sonst unser Stillschweigen später als Zustimmung erklären; wir protestiren im Namen unserer alten Religion gegen diese neue Art von Rabbinen, die nur die junge Generation irreführen können. Seien wir einig, theure Collegen, nur unserer heiligen Religion Achtung zu verschaffen, das ist unsere Bitte an alle Rabbinen Frankreichs. S. Levi, Rabbiner zu Nieder-Hagenthal, R. D. Wmmser, Rabbiner zu Sultz, H. Lazard, Rabbiner zu Bollwiller, Leopold Lehmann, Rabbiner zu Belfort, M. Wurmser, Rabbiner zu Bergheim, David Halbronn, Rabbiner zu Pfastadt. Australien. Melbourne. Auch dahier sucht die Missions-Gesellschaft ihre Geschäfte zu treiben und zwar ist sie bemüht, die im Hospitale sich befindenden kranken Israeliten zu bekehren. Auf Anzeige unseres Glaubensgenossen Herrn H. I. Hart wurde von der Administration beschlossen, ein Buch anzulegen, in welches jeder Geistliche seinen Namen einschreiben muß, um so zu vermeiden, daß sich nicht, wie bisher, auch Missionäre einschleichen können. (Jew. Ehr.) §Waganui, (Neu-Seeland). Eines der größten Leichenbegängnisse, das je in Wanganui gesehen wurde und zugleich das erste jüdische, fand den 14. März statt. Herr Nathan wurde auf dem jüdischen Begräbnißplatze, welcher erst kürzlich der jüdischen Gemeinde von der Provinzial-Regierung geschenkt wurde, beerdigt. Briestkasten der Expedition. Herrn Lehrer H. in T.: Inseratgebühren 44 kr.