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Der Israelit · 1870-06-15 · Heft 24 (15.6.1870) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
11 (1870)
Issue
Heft 24 (15.6.1870)
Date
1870-06-15
Page
– (sequence 10)
Language
German
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450 scheu Taubstummen-JnftimtS hat beschsoffen, den Unterricht in den untern zwri JahreSftufen d'eser Anstalt in die Hände von befähigten Lehrerinnen zu legen. Um solche heranzubilden, wird der Direktor des Instituts, kais. Rath Deutsch, einen GratiskurS eröffnen, und der Vorstand hat außerdem für die vorzüglichsten Kandidatinnen Prämien ausgesetzt. Wien, im Juni. Der hiestge katholisch-politische Verein des G. Bezirkes hat einen Preis von 20 Ducaten für die gründlichste Beantwortung der folgenden Frage auSgesetzt: „Wie kann der Vermehrung der Juden und der Anhäufung von Reichthümern in ihren Händen auf gesetzlichem Wege entgegengetreten werden?" Wie viele, große und bedeutende Männer haben sich doch schon mit dieser Frage beschäftigt! Wir erinnern nur an Pharao, König von Aegypten und Haman, Groß-Vezier von Persien. Diese Herren haben erst selbst die „Gesetze" gemacht, um dann auf gesetzlichem Wege einherzuschreiten. Der Weg des Ersten führte ins Waffer und der des Zweiten an den Galgen; die Herren vom katholisch-politischen Eastno in Wien aber haben sich nur lächerlich gemacht. Wie«. Der Bau des Freiherrlich Rothschild'schen Hospitals in Wien, für welchen der Gründer ursprünglich 200.000 fl. spendete, welche er später auf 3(X).000 fl. erhöhte, dürfte noch weitere 200.000 fl., also zusammen «in halbe Million in Anspruch nehmen, wenn er in der projektirten Weise ausgeführt werden soll. Prag. Herr Dr. Jakob Fischet wurde zum Direetor der Prager Landesirrenanstalt ernannt. Prag. Dte Verwaltung der Josefftädter-Kleinkinderbewahr-Mufteranftalt hat die durch da§ Ableben d«S Herrn Moses Edlen von Portheim in Erledigung gekommene Direktion dieses Instituts in pietätvoller Würdigung der Verdienste des Dahingeschiedenen um die Anstalt, dem Sohne desselben Herrn Josef von Parcheim verliehen. (Ggt.) Agram. In der letzten Sitzung des gegenwärtig vertagten croatischen Landtages haben die Orthodoxen der Ägramer jüdischen Gemeinde eine Petition eingereicht, in der sie um Schntz gegen die Uebergriffe der Neologen ansuchen und namentlich auf den Umstand Nachdruck legen, daß sie nicht bloß in Bezug auf ihren gottesdienstlichen Ritus, von dem die Neologen abgefallen, ru verschiedenen Auslagen gezwungen sind, sondern daß sie auch sogar zur Aufrechterhaltung des neuen, von ihnen verworfenen Ritns im Wege der Repartition zu Leistungen verhalten werden, welche nicht nur ihrem Gewissen widersprechen, sondern sogar im Widerspruche mit dem §. 8 und §. 16 c. der Gemeinde-Statuten vom 19. April 1867 fielen, welch letztere ausdrücklich anordnen, daß die Gemeinde-Angehörigen und Mitglieder zur Deckung der Gemeindebedürfnisse die directen Geldbeiträge nur nach Verhältniß ihres Vermögens und Einkommens zu leisten haben. Nun aber enthält derselbe Statnten-Paragraph die unglaubliche Bestimmung. daß die virecte Umlage ohne Angabe der Gründe, nur nach Wissen nnd Gewissen der Repartitions-Com- Mission zu geschehen habe, sowie, daß die 'so bestimmte Umlage auch ohne Berücksichtigung einer vorkommenden Reklamation vom Gemeinde-Ausschüsse endgültigetestgesetzk werde. Da aber in der Repartitions-Cvmmission und im Gemeinde-Ausschüsse nur Vertreter der Neologen sitzen, so kommt es, daß mancher der Orthodoxen, der nur 10 fl. landes'ürstliche S.euer entrichtet, 36 fl. für Cultuszwecke zahlen muß, und wieder ein Anderer, der ehedem 24 fl. für den gemeinsamen Cultus zahlte, nun nach den neuen Statuten zur Zahlung von 123 fl. gezwungen wird. Es ist kein Zweifel, daß der Landtag die Beschwerden der Orthodoxen würdigen wird. Ungleich vortheilhafter aber wäre es für alle Theile, neue Statuten auszuarbeiten, worin sowohl die Orthodoxen gegen jede Majorisirung geschützt sind, als auch den allgemeinen Principien der Toleranz und der persönlichen Ueberzeugung Rechnung getragen würde. Wenn schon die moderne Gesetzgebung jeden Zwang zur Ausübung einer gottesdienstlichen Handlung verwirft, um wie viel mehr noch die Leistung eines eventuell gar mit Execution herbeizubringenden Beitrages von Seite des Mitgliedes einer anderen rituellen Genossenschaft. (GM ßkz-ruow!tz. Von dem kaufmännischen Fortschrittsverein wurde iu telegraphischem Wege an das k. k. Gesammtministerium die Bitte gestellt, dahin zu wirke«, daß die von der fürstlich moldau-wallachischen Regierung verfügte Zurückweisung derjenigen Juden an der moldauischen Grenze, welchen es nicht gelingt, 5000 Francs Baarvermögen uachzuweifen, zurückgenommen werde. Dar k. k. Ministerium des Aeußern hat den k. k. Agenten in Bukarest angewiesen, diese Angelegenheit bei der fürstlich moldau-wallachichen Regierung zur Sprache zw bringen und bei Bestätigung der Angabe des kaufmännischen Fortschrittsvereius zu Czernowitz auf die Abstellung der fraglichen Maßregel zu wirken. Zugleich wurde auf die besteheudeu Paßvorschriften gewiesen, und die betreffenden k. k. Behörden aufgefordert, bei Ertheilung der Reisepässe in die Moldau und Wallachei auf den wirklichen Bedarf zu sehen, und bei offenkundiger Mittellosigkeit der Paßbewerber diesen die Ertheilung der Reisepässe in die Moldau nnd Wallachei zu versagen. Chodziefen. Die hiesige Gemeinde hat in der Person des Herrn Rabbiner MoseS Frieden eine recht glückliche Wahl getroffen. Derselbe hat de» verflossenen bmi r>3ff die hiesige Stelle angetreten, und bereits ist deffen Wirksamkeit von sichtlichem Erfolg. X. □ In Szegedirr fanden am 26. und 27.

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