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Der Israelit · 1870-06-15 · Heft 24 (15.6.1870) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
11 (1870)
Issue
Heft 24 (15.6.1870)
Date
1870-06-15
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XL Jahrgang. Beilage zu Nr. 24 des Israelit. Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen. Deutschland. Aus Weftphalen. Vor etwa 6 Wochen sind die vom Institute zur Förderung der jüd. (?) Litera« tur herausgegebenen Schriften pro 1869 — 70 an die Abonnenten versendet worden und zwar: 1) Saron, Novellenbuch von Dr. Philipsohn; 2) Geschichte des Volkes Israel u f. w. von Rabbiner Herzfeld in Braunschweig, wahrscheinlich als Ersatz für die Fortsetzung der jüd. Geschichte von vr. Grätz, der, wegen der, den gesch. Lesern wohl bekannten Controverse mit vr. Ph., dieselben jetzt sicher im Buchhandel erscheinen lasten wird; 3) Bibliothek der griechischen und römischen Schriftsteller über Judenthum und Juden und endlich 4) Beiträge über jüd. Alterthumskunde von Rabbiner Löw in Szegedin. Erwägt man die in dem früheren B. CH. und der Z. d. I zwischen den Herren Ph. und 8. in gegenseitiger Erbitterung geführte heftige Polemik, so muß es um so auffälliger erscheinen, daß letztgenannter sich dazu entschließen konnte, sein Geistesproduct durch den Literatur-Verein ans Tageslicht zu fördern. Doch läßt sich auch denken, daß genannte Herren auf der im verflossenen Jahre zu Leipzig abgehaltenen Synode sich wieder die FreundsckastShand gereicht und vielleicht auch bedacht haben: in Geldsachen hört, wie man zu sagen pflegt, alle Gemüthlichkeit auf! Vergleicht man die von dem in Rede stehenden Vereine in den letzteren Jahren herausgegebenen Schriften mit denen in den ersten Jahren erschienenen, so wird man, - ganz abgesehen von dem Werthe und der Qualität derselben — leicht ein* sehen, daß auch in quantitativer Beziehung von Jahr zu Jahr immer weniger geleistet wird. Dieses unser Urtheil wird man sicher nicht zu hart finden, wenn man bedenkt, daß die Zahl der für den AbonnementSpreis von 2 Thlr. jährlich zu liefernden Schriften allmählich von 7—8 bis auf 3—4 abgenommen hat. Vergleicht man ferner die Leistungen des Instituts mit-anderen ähnlicher Tendenz, wie z. B. des Der eins, so ist leicht ersichtlich, daß man von den vom erstgenannten Vereine herausgegebenen Schriften nicht einmal das — — — "21 mann m behaupten kann. Von dem vom letztgenannten und ähnlichen Vereinen herauSgegebenen Schriften ist nur zu bedauern: 1) daß nicht Jeder in Israel sie zu lesen versiebt und 2) daß auch von denen, die sie zu lesen verstehen, wohl die wenigsten sie zu Händen bekommen. Oestrich. M. Rvsenwald, Lehrer. Berlin, 13. Sivan. Soeben ist hier die erfreuliche Depesche eingetroffen, daß Hr. vr. Salomon Carlebach fast einstimmig zum Rabbiner von Lübeck gewählt wurde, eine Wahl die von großer Bedeutung für das orthodoxe Iudenthum ist. Herr vr. Carlebach ist seit dem Hierseindes Herrn Rabbiner vr. Hildesheimer der zweite Schüler der ein Rabbinat übernimmt (Vr. Cahn in Wiesbaden war der erste.) Wir behalten »nS für die nächste Nummer eine Skftze seines Studienganges vor. Berlin. Der hiesige israelitische Wohlthätigkeitsverin zur Ausstattung armer Bräute feierte am 22. Mai sein 50jähriges Jubiläum. Die Zeitungen berichteten über die Feier und io kam die Existenz eines solchen woblthätigen Vereines auch zur Kenntniß der Königin; sofort sandle sie dem Vorstände desselben ein Geschenk von 100 fl. Berlin. Das bisher dahier erschienene „jüdische Volksblatt" ist den Weg alles Fleisches, zngegangen. Am 1. Tage wurde die neue Synagoge des hiesigen Talmudvereins eingeweiht. Berlin. Der Verein für palästinensische Angelegen- * heilen hielt vor Kurzem seine zweite Generalversammlung, in welcher der bisherige provisorische Vorstand desintiv gewählt wurde. Die Statuten, die bereits der Regierung zur Genehmigung vorgelegt sind, wurden in dieser Sitzung festgeftellt. BrarrnsberA, 4. Juni. Der Judenhaß scheint auch diesseits Rumänien noch hier und da in fanatischer Weise zu Tage zu treten. So schreibt dahiesige „Kreisblatt": „Eine eigentbümliche Auftegung hat sich feit kurzer Zeit der Gemüther der Landbewohner in der Mehlsocker und Wormbitter Gegend bemächtigt. Es geht nämlich das Gerücht von Mund zu Munde, die in der letzteren Zeit hier so häufig auftretenden polnischen Juden hätten Menschen geraubt, um Christenblut zu trinken. Daß dies wohl nur eine Fabel müffiger Köpfe ist, bedarf keines Beweises, zumal sich daS Läufige Erscheinen der polnischen Juden in der letzten Zeit dadurch erklärt, daß Königsberg für sie als der Sammelpunkt bezeichnet ist, von wo aus eine Maffen-AuSwanderung derselben nach Californien durch StrouSberg (?) in Scene gesetzt werden soll. Den Grund dieses Gerücktes bildet das spurlose räthselh aste Verschwinden deS Hütejungen des Wirtbes P ohlnwnn in Neuhof und zweier Knaben aus Mehlsack." Oesterreichisch-Ungarische Monarchie. äSiftt. Der Vorstand des hiesigen israeliti-

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