Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 11 (1870)
- Issue
- Heft 23 (8.6.1870)
- Date
- 1870-06-08
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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erlassen, von der wir einen Abdruck hier beilegen. Nach derselben seid Ihr vewfiichtet. dahin, zu wirken, baß Euer gegenwärtiger R»bi»er v«n Amte eOferut werde. Vereinigt Euch und fölget dem Gebote der Pflicht; denkt an Euer zukünftiges Seelenheil, an die religiöse Zukunft Eurer Kinder! Bereinigt Euch und beschließet die Absetzung jenes Mannes, der Gottes Gebot nicht mehr für verbindlich erachtet. Eure humane und huldreiche Regierung wird sich Euren nur zu gerechtfertigten Wünschen nicht verschließen; sie wird, sie muß in die Entfernung eines Mannes willigen, der sein heiliges Amt so sehr verkennt, daß er zerstört, statt zu erhalten, daß er der Sünde Vorschub leistet, statt ihr entgegenzutreten. Sollte Eure hohe Regierung jedoch nur in eine Pensionirung statt in eine Absetzung willigen, so machet auch davon Gebrauch; scheuet die doppelten Kosten nicht, die Euch daraus erwachsen würden! Bedenket, wie oft unsere Voreltern Leben und Vermögen geopfert haben für unsere heilige Religion! Theure Glaubensgenossen! Etwa dreißig Jahre sind verflosien, als der Schmerzensschrei Eurer Väter durch Europa hallte, da Euer Rabbiner, damals zu Stabilengsfeld, sie mit GenSdarmen zu den von ihm beliebten religiösen Neuerungen nöthigte. Der Kampf Eurer Väter gegen ihn war vergeblich; denn die Regierungen unterstützten damals mit ihrer Gewalt die jüdischen Himmelsstürmer. Heute ist es G. s. D. anders geworden; das Princip der Religionsfreiheit hat sich Bahn gebrochen, und man wird Euch nicht mehr zwingen wollen zu dem, was Euren Gewissen widerstrebt. Drum auf, Ihr Brüder, seid nicht lässig Und träge; die Augen aller Israeliten in ganz Europa sind auf Euch gerichtet; zeigt, daß die Lehre unseres Gottes noch Werth hat in Euren Augen. Geliebte Brüder, seid einig, einig, in dieser großen und hochwichtigen Angelegenheit. Mögen Eure reRgiösen Anschauungen auch sonst auseinandergehen; darin werdet Ihr übereinstimmen, daß Niemand würdig ist, Lehrer und Vertreter der Religion zu sein, deren heiligste Gesetze er mißachtet. Was soll auS Eurem und Eurer Kinder Iudenthum werdm, wenn Ihr solche Thatsachen mit anschauet und schweiget und unthätig bleibet? Der Name des aüheiligen Gottes entweihet worden in Gurer Mitte, — Gnre Pflicht ifl es, fnt die Heiligung desselben Gorge zn tragen. Was verlangen wir denn von Euch- Nicht etwa die Bestrafung jeneÄ Individuums, das die Stirn hat, sich Rabbiner zu nennen; wir verlangen nur. daß Ihr Eure religiösen Angelegenheiten aus seiner Hrnd nehmet, damit ihm die Macht entzogen werde, fürder zu-schaden und den Namen Gottes zu entweihen; wir verlangen das zu EuremHeile und zum Helle Eurer Kinder! So möget Ihr denn, theure Glaubensgenossen, unsere Stimme nicht mrgHövt verhallen lassen; möget Ihr den GesetzeOveräHter entfernen aus Eurer Mitte und auf Euren RabbknatSsitz berufen einen Mann nach dem Herzen Gottes, der für Gott und Seine heilige Lehre lebt und strebt, dem nicht feil sind die Gebote des Herrn, des Schöpfers von Himmel und Erde. Dann wird es Euch wohl gehen und Euren Kindern nach Euch. Gedenket, Ihr Israeliten des Großherzogthums Sachsen, gedrüket Eurer frommen Väter und Mütter, wie sie lebten und webten in Gottes Gebot, wie sie gestorben sind in der Hoffnung, daß ihre Kinder nach ihnen nicht dulde« werden, daß der Name Gottes entweiht werde in ihrer Mitte; gedenket Eures Vaters im Himmel, der auf Euch schauet und erwartet, daß' Ihr Eure Pflicht thut! O, auch in Euren Herzen glimmt noch der Funke des himmlischen Feuers, der nur angefacht zu werden braucht zur heiligen Flamme. Wenn Gott, der Allmächtige, der Gott Israels noch Euer Gott ist, so folget ihm nach und entfernt den Priester des Unglaubens von der Leitung Eurer religiösen Angelegenheiten, damit der Gott Eurer Väter Ench segne in dieser wie in der künftigen Wett! ' zettungSnnctzrichten und ftomftwtt* derrzen. Deutschland. AE» Moiuz, 3. Juni. Der in Rümmer 22 dieser Blätter, die Mischen Ghegesetze betreffenden Erklärung vo» 82 Rabbinea haben sich »och die nachfolgende» Herren Rabbine» angeschlosseu: Damberger, Sam.. Rabbiner zu Creuznach. Borchnrdt, M., Rabbiner zu Czempin. Cnro, H., Kreisrabbiner zu Loebau, Westpreußrn. Frieden, P. L., Oberrabbinerzu Co morn. Goldrnann, Kreisrabbiner zu Eschwege. Kuttna, Aron, Oberrabbiuer zu TotiS, Ungarn. Knttna, M. 8., Rabbiner zu Th erefiopl, Ungarn. Knttna, Sal. Bez.-Babb. zu KaptzSvüh Ungarn. Löw, Jeremias, Oberrabbiner zu S. a. Ujhely. Neufladt, vr., P., Prediger zu Breslau. Nodß, I., Rabbiner zu N. Avu-t, Ungarns Stern, A., Oberrabbiner zu Hamburg. Stiedel , vr., Prediger zuSchrimm, Prov. Pos. Bad Dchwalbach im Mai. So weltbekannt unser Badeort ist, so heilbringend unsere Quellen schon für so viele Taufende unsrer Glaubensgenossen geworden, so ist doch noch wenig über die hiesige jüd. Gemeinde in Ihr geschätztes Blatt gedrungen. Die 40 jüdischen Mitglieder fühlen sich recht glücklich in dem humane« Ensemble mit der übrigen christlichen Einwohnerschaft, und man sollte nicht