Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 11 (1870)
- Issue
- Heft 23 (8.6.1870)
- Date
- 1870-06-08
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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J%t LS XI. Jahrgan Der Israelis Ein Kentrak - Hrgan für das ortt-odore Iudenthum. Herausgegeben von Dr. Lehmann in Mainz. Mittwoch, den 8. Juni 5630 (187 0). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 3 Thlr. pr. 6. ' oder fl. 6. 15 kr. rh. Man abovnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen 9* Kellunge« an. Inserate 1'/2 Sar. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut CourS. Directe Frana^u» sendung unter Streifband pro. Jahrgang 4 Thlr. pr. C. oder 6 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. Inhalt: Leitender Artikel: An die Israeliten des Großherzogthums . Sachsen. Zeitungsnachrichten «nd Correspondenzen -.Deutschland: Mainz- Bad Schwalbach. Amöneburg München. Weimar. Hannover. — Frankteich: Paris. — Amerika: New-Bork. AWPto « : BMWch „ Inhalt der Neikager ZeitnngSnachrichten «nd CorrefpoNdenzen: Deutschland: Halberstadt.Oberschlesien. — Oesterr.-Ung. Monarchie: Wien. Pefth. Prag. Szegedin. Aus Komorn. Großwardein. — Donaufürstenthümer: Rumänien- — Rußland und Polen: Warschau. — Dänemark: Kopenhagen. —Holland: Maastricht. — Frankreich: Paris. — England: London. London. London. — Amerika: New-Bork. Baltimore. Leitend SB Slttifel 4t_ Jltt die IsraeNtm des Krsßherzogihum» Sachsen. Mainz, am ersten Tage des Monats Siwan. Theure Glaubensgenossen! Eine Schandthat ist geschehen in Eurer Mitte;..der Mann, welcher an der Spitze der jüdisch - religiösen. Angelegenheiten Eures Landes steht, Herr Landrabbiner Dr. Heß zu Eisenach, hat einer ehelichen Verbindung, welche nach der Lehre unseres Gottes eine blutschänderisch.e ist, die vermeinte Weihe gegeben; noch mehr: darüber zu Rede gestellt, hat er erklärt, daß das Judenthum der Gegenwart nicht mehr an die Sabbat-, Speist und Ehegesetze der heiligen Schrift gebunden sei. Und dieser Mann wagt es, noch ferner Euer Rabbiner fein zu wollen, Eure Ehen zu schließen, Eure Schochtim zu autorisiren und zu beaufsichtigen! Dieser May«, der die Gesetze unseres Gottes mißachtet, der Äsraü zur Sünde Euer Rabbiner! Wie . lange noch 'werdet Ihr diese Schmach, dieses Entsetzliche dulden? Theure Glaubensgenossen! Auch Eure Väter haben dereinst am Berge Sinai gestanden und haben für sich und ihre Nachkommen daS ewig bindende Versprechen gegeben yoew rwyj „Wir wollen Gottes Gebote halten, wir wollen unserm Gotte gehorchen!" Und jetzt wollt Ihr schweigend zuschanen, daß Euer Rabbiner Gottes Gebote für nicht mehr verbindlich erklärt und blutschänderische Ehen einsegnet? Auch Ihr seid Söhne Abrahams, der Gottes Gebot mehr liebte als den einzigen, geliebten Sohn seines Alters, auch Ihr seid Nachkommen Jizchaks, der bereit war, sein Leben hinzügeben auf Gottes Geheiß, auch Ihr seid Kinder Jakobs, der, als er starb, sich glücklich pries , daß alle .seine Kinder Diener waren des einzigen Gottes, auch Ihr. seid die Nachkommen der Männer und Frauen, welche im Layfe der Jahrtausende den Feuertod und den Wassertod verzogen dem Abfalle von GotteS heiliger Lehret Ermannet Euch! Stehet ein für das höchste Gut, daS wir besitzen, für daS Erbthril der Jahrtausende, und lasset nicht fürder freches Spiel treiben mit dem .^eiligsten! Sehet, Brüder! nahe an hundert der hervorragendsten Rabbinen Europa'« haben eine Erklärung