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Der Israelit · 1870-06-01 · Heft 22 (1.6.1870) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
11 (1870)
Issue
Heft 22 (1.6.1870)
Date
1870-06-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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410 Zeitungsnachrichten und Correspoydenzen. Deutschland. FleHingen. (Baden.) Herr Jose pH Hausmann dahier hat eine min ~ed schreiben lassen, die am “>dn 'B n2iy unter großer Feierlichkeit in die Synagoge gegeben wurde. WaS bei dieser Feierlichkeit besonders hervorzuheben, ist, daß auch die christliche Bevölkerung thätigen Antheil an derselben genommen hat. D. Ackermann. Hamburg, 19. Mai. Als Herr Sam. Israel, srüher Inhaber der Iirma Andrew Israel & Comp., vorgestern Mittag bei Beginn der Börsenzeit die Börsenhalle, welche er täglich zu besuchen pflegte, verließ, stürzte er die Treppe hinab und war sofort eine Leiche. Fraglich bleibt es, ob er vom Schlage getroffen oder in Folge des Sturzes verschieden ist. Der Verstorbene, welcher Vater des ehemaligen Majors des Bürgermilitärs und jetzigen Secretärö der Bürgerschaft vr. John Israel war, erreichte ein Alter von 67 Jahren. Er war in den weitesten Kreisen sehr beliebt und zeichnete sich durch einen constitutionellen Liberalismus aus, durch den er stets an seine englische Geburt und Abkunft erinnerte. Im Jahre 1859 nahm er an den damaligen Bewegungen zur Umänderung der Hamburgischen Verfassung lebhaften Antheil und war er zu jener Zeit ein recht beliebter populärer Redner, indem er seine Ansprachen mit drolligen Anekdoten zu wHrzen verstand, wobei er oft guten Humor entwickelte. Als Jude war er in den früheren Jahren für die Gleichstellung seiner Glaubensgenossen ernstlich bemüht, haßte er die Regellosigkeit, welche in den früheren Verhältnissen der hiesigen deutsch-israelitischen Gemeinde herrschte, so sehr, daß er einst, vom Collegium der Gemeinde-Vorsteher zum Mitglieds desselben ernannt, es vorzog, sich durch eine namhafte Geldbuße von der Verpflichtung zur Uebernahme dieses Amtes lopzukaufen. Während der ersten drei Jahre des Bestehens der jetzigen Bürgerschaft war er deren Mitglied und gehörte dem liberaMt^ Club an. Als bei der Neuwahl 1862 die allgemeine Stimmung in der hiesigen Bevölkerung gegen die Männer des Centrums in unserer Bürgerschaft war, ward er bei den Neuwahlen zur halbschichtigen Erneuerung der Bürgerschaft nicht wieder gewählt. Als guter Familienvater und liebenswürdiger Privatmann wird er in gutem Andenken bleiben. P a l ä st i n fl. Unsere Leser werden sich erinnern, daß vor einiger Zeit in Jerusalem die Einrichtung getroffen wurde, daß an der Westmauer des heiligen Tempels eine ewige Lampe brennen solle. Diese Einrichtung war von Privaten ohne Zustimmung der Rabbinen und Vorstände der verschiedenen Gemeinden ins Leben gerufen worden; nicht allein das, es entspann sich noch ein Streit, wem die dafür eingehenden Spenden zufiießen sollten; Herr H. nahm sie für sich in Anspruch, während Herr S. für seinen Sohn Antheil verlangte. Zur Entscheidung darüber angerufen, erklärten wir uns natürlich für incompetent und sandten das Geld dem löbl. Central-Comit« zu Amsterdam, diesem die Verwendung überlassend. Dasselbe brachte die Angelegenheit vor die Rabbinen zu Jerusalem, welche die ganze Sache für unangemessen erklärten, das Licht entfernten und uns ersuchen, keine Spenden für jene Einrichtung mehr entgegenzunehmen. Indem wir dies zur öffentlichen Kenntniß bringen, theilen wir zugleich mit, daß das bereits für obigen Zweck eingegangene Geld zur Disposition der verehrlichen Spender steht, und daß wir für den Fall, daß binnen vier Wochen vom Erscheinen dieser Nummer an, von denselben keine anderen Bestimmungen getroffen werden, die Vertheilung jenes Geldes an die Nothleidenden im h. L. verfügen werden. — Die Redaction des Israelit. Feuilleton. A o st a n a i. Eine historische Erzählung aus dem 7. Jahrhundert der gew. Zeitrechnung.) XXII. Mabomed. Wie wir bereits erwähnt haben, konnte Mahomed weder lesen noch schreiben, und da auch wenige Araber diese gelehrten Künste verstanden, so hielt sich der Prophet einen jüdischen Secretär, Namens Ibrahim. An ihn wandte sich Achai, als er in^Medina angekommen war. „Ich heiße Achai," sagte dieser zu Ibrahim; „ich bin ein persischer Jude, ein Freund und Studiengenosse des Prinzen Bostanai." „Desselben," fragte Ibrahim, „den König Kosross hat hinrichten lassen?" „Das Gerücht hat Dich, wie viele Andere, getäuscht," entgegnete Achai, „Bostanai lebt und wirdin wenigen Tagen hier sein. Aber sage mir, Jbra? him, Du, der Du stets in der Nahe MahomedS lebst, warum Haft Du Dich Deiner Glaubensgenossen nicht mehr angenommen? Warum hast Du geduldet, dast Mahomed sie theils hiugeschlachtet, theilS vertrieben, hat?"

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