Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 11 (1870)
- Issue
- Heft 21 (25.5.1870)
- Date
- 1870-05-25
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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reliKöstn Zustände des pfÄzifchen Jsoaeltz wtzcd DG vom' Grgektheile überzeuM und Du wirst''4m Vergleiche des bürgerlichen Lebens mit dem religiösen Leben desselben mit mir auörufen; „nosra ro«r kip/ R. G. □ Au- Oberbaieru, 13. Mai. An einem der jüngsten Sabbate sah sich ein jüdischer Handelsmann veranlaßt, auf Grund der Vorschrift nach überstaudener Krankheit die }oun nom zu sprechen, dies zu thun. n Die Veranlassung hiezu war aber eine so merkwüxdige, daß ich nicht umhin kann, ihre Geschichte so zu berGten, wie sie mir von nahestehender Seite selbst mitgetheilt worden ist. Obenbezeichneter Handelsmann nämlich, Hr. F., ei» sehr thätiger, fleißiger Mann, unternahm, wie gewöhMch auch im vorigen Frühjahr wieder eine Geschäftsreise in die umliegenden Ortschaften von München bis in die Nähe Freisings. Obwohl der Mann schön ziemlich bejahrt ist, dehnten sich doch diese Toure» oft bis gegen Abend aus, und an einem solchen geschah es auch, daß unser Handelsmann fast sein Leben einbüßte. Nur noch wenige Schritte von einem Dorfe entfernt, wardF. von einem Subjecte plötzlich überfallen, imb. so zugerichtet, daß die spater zu Rathe gezogenen Aerzte die Hoffnung aufgaben. Aber n"2pn hatte es noch glücklich gefügt, daß nicht die edleren Theile des Kopfes verletzt worden waren, obwohl der Arme fast bis zur Unkenntlichkeit von dem Raubmörder war zugerichtet worden. Jetzt ist F. nach dreiviertel Jahren wieder herzeftellt, so daß er beider Schwurgerichtsverhandlung in diesem Sommer selbst als Zenge anftreten kann. Der Mörder war spurlos verschwunden, bis er sich selbst, in Folge deS mächtig erwachten GewiffenS, in München einem GenSd'armen stellte und als den Mörder angab, da er F. für vollständig todt gehalten. Au- Westphaleu In Münster, der Metropole Wrstphalens, wird eine neue Synagoge gebaut. ES ist diesezwar in W. keine auffallende Erscheinung und würden wir der Mittheilung dieses Factums in diesen geschälten Blättern nicht einmal der Mühe werth erachtet haben, wäre es unS nicht erfreulich, berichten zu können, daß in M., wo jetzt eine der größten isr. Gemeinden Wrstphalens existirt, der Gottesdienst von jeher nach altherkömmlicher echt süd. Sitte abzehalten wurde und dieselbe in dieser Beziehung sich von andern jüdischen Gemeinden Westph., wo an tnanchen die sog. CultuSreform schon solche DlmenMnen angenommen hat, daß zu mim nxnp Niemand mehr aufgerufen wird — die rninn nma Kerden vor und nach n"n"p auf Deutsch gesungen — voHeilchtzff auSgezMuet. ^HDech Mi^ wahrhaft jüdische Geist auch m hie itctte Synagoge' zu W. seinen Einzug, halten und darin für immer verbleiben möge. — Der neue Synagogenbau in unserer Nachbar^emeinde Limburg geht im Laufe dieses Sommer-seiner Vollendung entgegen, und wird das neue Gotteshaus höchst wahrscheinlich loru roter eingeweihet werden. Sehr ist es zu mißbilligen, daß in diesem, wie in so manchem andern nDJsn die no»a nicht, wie es von jeher in jüd. Gotteshäusern üblich war, in die Mitte desselben, sondern vor den senip zu stehen kömmt, noch mehr, aber wenn, wie wir erfahren haben, die Frauengallerie nicht mal ]hd eingerichtet werden sollte. — Von dem, was seit der Neu- und Umgestaltung der Vereinsschule zu Münster in derselben unter der Direction des Dr. Kroner vorgehet, haben wir bis jetzt nur das erfahren, daß den hebr. Lehrfächern mehr Aufmerksamkeit gewidmet und auf dieselben mehr Zeit und Fleiß verwendet wird. Nun auch dieses ist schon ein gewaltiger Fortschritt und eine Wendung zum Besseren nseryo nxoo "nobnncer. Es sollte uns freuen, wenn wir, nach dem Erscheinen des nächsten Jahresberichtes, der sicherlich nicht lange mehr auf sich warten lassen wird, noch viel Gutes und Erfreuliches über gedachte Anstalt mitzutheilen im Stande wären. Oestrich. M. Rosenwald, Lehrer. Hamburg. Die Erben des verstorbenen Hru. Dr. Veit haben von den denselben zur Verfügung gestellten Bco. Mk. 10,000 zu wohlthätigen Zwecken, an folgende Institute Legate gegeben: Bco^ Mk. 1000 dem Frauen-Verein zur Unterstützung der Armenpflege, Bco. Mk. 300 dem Paulsenstift., Bco. Mk. 300 der Blinden-Anstalt von 1830, Bco. Mk. 300 dem Taubstummen-Jnst'.tut, Bco. Mk. 500 der Hilfscaffe für nothleidende Aerzte, Bco. Mk. 300 dem Verein der zur Unterstützung hilfsbedürftiger unverheiratheter Frauenzimmer, Bco. Mk. 500 dem weiblichen Krankenverein von 1849, Bco. Mk. 200 dem Stipendienfonds der Veronica, Bco. Mk. 200 der UnterstützungS- Kaffe für hilfsbedürftige Lehrer-Wittwen und Waisen und ältere Lehrerinnen, Bco. Mk. 500 den Warteschulen, Bco. Mk. 300 dem Alsterdorfer Asyl, Bco. Mk. 500 der Kinderbewahr-Austalt, Bco. Mk. 300 dem Verein zur Förderung weiblicher Erwerbsthatigkeit, Bco. Mk. 300 dem Suppeuverein für die Schülerinnen der Schule des Paulsenstiftes, Bco. Mk. 500 dem Miethe-Hilfsverein, Bco. Mk. 500 dem Verein zur Rettung Schiffbrüchiger, Bco. Mk. 1000 riben» Thierschutzosreiu, Bco. Mk. 200 der Pensionskasse des Thrtia-Tyeaters, Bco. Mk. 500 der Eouard Klei- Stiftung, Beo. Mk. 300 der PenstonSstiftung für Lehrer der Israelitischen Freischule, Bco. Mk? 300 der Israelitischen Mädchenschule von 1793,''Bco. Mk.