Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 11 (1870)
- Issue
- Heft 21 (25.5.1870)
- Date
- 1870-05-25
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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3S5 SOOjbrxn FrouM-Verein zur Unterstützung armer IsraeWschep Witlwen, Bcv.Mk. 360 drm Verein der Gesellschaft zur Dertbe?lung von Feuerung an Israelitische Arme von 1763, Bco. Mk. 300 dem Israeliüsckeu FeuerungS verein von 1855, Bco. Mk. 300 un die Israelitische Stists.schule von 1815. H«lA«vver, 15. Mai. Wegen der Weigerung des Dr. EÜnl Edel, an seinem Sohne die Circumrision vornehmen zu lassen, hatten Rabbiner und Vorstand der Gemeinde die Eintragung in das Civilstandsregister beanstandet. Der Vatrr sah sich dadurch 'veranlaßt, bei dem Magistrat als der zuständigen'Behörde eine Beschwerde einzureichen, welche von dem letzter« als vollkommen begründet anerkannt worden ist. Wle die „H. A." hören, hat sich die genannte Gemeindebehörde bei dieser Resolution nickt beruhigt, vielmehr wird sie die Entscheidung der Oberbehörde «ÜtNfen. Oesterreichisch-Ungarische Monarchie. Wie«, 9. Mai. Gestern hat die üblliche Iahresprvfung in dem israelitischen Taubstummen-Institute stattgefunden. Wie immer, imponirten die Zöglinge* durch die Fertigkeit und Sicherheit, womit sie die an ste gerichteten Fragen dnrchgehends Inder Ton spräche veantwvrlettn; ja einzelne Zöglinge legten solche Proben von GedächtNißstarke, Denkkraft und Scharfsinn Lb, daß das zahlreiche gewählte Publicum sich oft läuter Beifallsrufe nicht zu enthalten vermochte. Für den Direktor deS Institutes, kaiserlichen Math Deut s ch, und das Ihm eistig nvchstrebende Lehrpersonäl liegt in solchen Resultaten ein ehrwürdiger ünd verdienter Lohn. Schade, daß diese Prüfungsakte sich nicht öfter wiederholen. Die Erfolge derselben würden dadurch mehr dem großen Publicum bekannt und hiedurch wieder den Humanitären Zielen dis Institutes, tun dir stch die ' Vorstandsmitglieder, insbesondere die Herren v. Boschau, HildburghLuser und Dr. Mosenthal, eifrigst bemühen, größere Mittel zuffießrn. Das. schöne Beispiel, das vor einigen Monaten Herr . p. KönigSwarter in diesem Punkte gegeben, verdient aklseitige Nachahmung. Don ofsiciellcn Persönlichkeiten bemerkten wir unter den Anwesenden den Statthalter v. Weber, die Lan'desschulrathe v. BrKer und Pravsek, den SectionSrath im Unterrichtsministerium, v. Hermann, und Prediger Dr. Iellinek. Prag. Den 20. d. M. verschied Frau The- «esia Wiener, geb. von Lämel, eine ebenso biedere als rvohlthatige Frau. Unter den verschiedenen Legaten, die die''Verstorbene testirte, find hetvokzuHeben die Summe von 60,000 st. zum Zwecke des Aufbaues wder Ankäufeeine- Hauses für verarmte Familien whne Unterschied de- Berufe-, s-dätm eine Cäpitalsanlage von 12,000 fl., derenInteresien zur Erhaltung verwahrloster Kinder bestimmt sind. AeberdieS spendete sie ahnsehnliche Beträge den verschiedenen WohlthÄtigkeits vereinen. (Gg6) Prag. Der verewigte Profesior Wessely hat den jüdischen Theil seiner reichhaltigen Bibl.othek der Prager Zsraeliten-Gemeinde vermacht, während er den profan wissenschaftlichen Theil dem Piarifiencollegium testirte. Aus Lemberg, 10. Mai, wird dem „Wdr." berichtet: Vom deutschen Tempel der Judenstadt am Fischmarkt führen zwei Hügelstraßen zum bewaldeten grünen Sandberg, dem LreblingSspazierplatze der Lemberger. Am Fuße des BergeS Kegen ein katholisches Kloster der Benediktiner-Nottnen uüd ein uraltes Synagoglein einander hart gegenüber. Vorgestern Abends nun trugen Knechte jene- Klosters der Benedietiuerinnen, das eine steile Mauer abscheidet von der „judenbelebten" Gasse, Leitern herbei und begannen von der Mauer aus, die sie erstiegen, mit höhnischem Lachen Steine und Klötze auf vorübergehende „bekitbeüe" Juden und 'in die gegenüberliegenden Synagogenfenster zu werfen. Nachdem die rohen Knechte sich-so eine Zeit lang unterhalten hatten, wurde es denZuden endlich zu viel; iüsdesondere als die Kanonade mit Steinen kein Ende nehmen wollte und das Aö-Mrliche Gemäuer von dein schüchternen Hinüberschießen der Juden offenbar kleineren Schäden zu nehmenjfchkn, als das zerbrechliche jüdische Glas -und die leichte Synagogenwandung von dem Steinhagel der Knechte. Die Juden gingen daher auf die Polizei und holten sine größere Patrouille. L tztere, auf dem Schaüplatze angelangt, pochte an die Klosterpforte — vergeben-; sie vequirirte in Folge dessen zwanzig Mann Militär aus der nahen Kaserne und man begann, daS Ähor des Klosters einzubrechen. Die Juden brachten geschäftig Aexte, Sägm N s^ w. herber — e£ dröhnte der Flügel, Gekrach — und die Polizei stand mitten im Klosterhofe. Hier begann die Fahndung nach den Knechten - die in einem großen Schobör Heu ihr irdisches Heil gesucht hätten. Sie touitoen herausgefpürl, an's Licht gebracht und folgten der Wache auf die Polizei. Damit hatte der grobe Exzeß der Klöstetknechte ein Ende; von den geistlichen Frauen zeigte sich natürlich keine einzige auf dem Schaüplatze des ^Einbruchs" im Klosterhofe. Das genannte Kloster ist dasselbe, von dem vor etwa drei Jahren defamose Skandal mit der Sarah Lea Radamski aNSgegangen ist. D onaufür ftenth ümcr. Ans BukgreM wird über das Programm Gpureanvs, des' mepeu rumänischen KäbinetSchdfS; MgendeS hierheraemeldet: Im InneruHrhMung di^'Vrd- Nung und Achtung der Mchte der Irchen, uachAntzen