Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 11 (1870)
- Issue
- Heft 21 (25.5.1870)
- Date
- 1870-05-25
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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386 mehr verbindlich erachte«, die da sagen: die Speisegesetze ständen im ZusaÄieHaMe «Ht dffveh»M-ligM levitischen (?) Reinheit gib ^nit demH)pH«UltuT Älfr da Beides nicht mehr^eMirf, wdzu rioch dieses uebsd- Lleibsel, die Speisegesetze? Also steht es zu lesen im jüngsten Hefte der Geiger'schen Vieteljahrsschrift. Und oer treue Freund, Gesinnungsgenosse und Amtscollege Geigers, Herr Dr. Aub in Berlin, prüft die Schochtim, Untersucht ihre Messer, fragt sie nach den ö’jh im d.iin — und Wechsler in Oldenburg, und Landsberg in Darmstadt und Formstecher in Offenbach und all die Gesinnungsgenossen Geigers und Mitarbeiter an seiner Zeitschrift thun dasselbe, und die von ihnen autorisirten Schochtim kommen und sagen : „Ja, mit der Schechitah nimmts der Herr Rabbiner sehr streng!" und gotteSfürchtigm Israeliten steigt kein Bedenken auf!! Daß Gott erbarm! Wäre die Geschichte nicht gar so traurig, man müßte herzlich lachen über die Komödie! Nicht besser fieht'S mit den Sabbat- und Feiertagen aus. Die Tage des Herrn sind vielfach vollständig vergessen. Da begegnet uns auf der Straße am heiligen Tage des Herrn ein Glaubensgenosse, die ^rennende Cigarre im Munde. Er grüßt ehrerbietig ttsid ist ganz erstaunt darüber, daß wir seinen Gruß jsicht erwidern. Am andern Tage kömmt er zu uns, um sich zu entschuldigen; hätte er daran gedacht, daß gestern Sabbat war, er hätte es vermieden, UNS die brennende Cigarre zu zeigen. „Bester Herr," antworteten wir ihm, „was werden Me Ihrem Gotte antworten am Tage der Heimsuchung? „„Ja. sehen Sie, ich stehe da aus einem andern Standpunkte; ich gehöre der Richtung jener fortgeschrittenen Rabbinen an, welche die Sabbatgesttze für nicht mehr verbindlich erachten. O, ich habe sie persönlich kennen gelernt, dre wackeren Herren, im dvrigen Jahre äus der Leipziger Synode! Die bewtisen Mnem , daß man sich keine GewiffenSbiffe zu machen hahe, über bas, was man längst gethan."" Diese Erscheinungen sind traurig genug, und doch greise» sie nicht so tief ein m das jüdische Leben wie die Verletzung der jüdischen Ehegrsetze. Wenn Jemand hundert Schweine verzehrt oder tausendmal den Sabbat entweiht, oder Jahrzehnte lang am Jom Kipp« Speise zu sich genommen hat — es bedarf «tr eines Entschlusses und er kan« zurückkehven und Heine Vergehungen sühne« durch Reue and Buß«; sein« Kinder aber können die besten, frömmste«, edelste», Jaden sein, selbst wenn der Vater in seinen Sünden »erharrte. Wa« aher find die Folgen, so Jemand eine blutschänderische Verbindung erngrgangen? Nie kann er dieGrlgen seines Verbreche»-wieder gutmachen. Seine Ander und Erckel «kd Meübel find Mains Sr im bis eAdgs Ende aller GssthltchteH find ausgeschloffen von der Wischen Gemeinschaft 1122 nb! Run gibt eS eine Coterie von Rabbinen, welche die jüdischen Ehegesetze nicht mehr für verbindlich erachten. Mit 'hd'« hat man begonnen: npj'ö nan u«d tftttni iwn niam — fort damit! Dann kamen die geringeren Nn’-rtNi mo« an die Reihe, pimb hjii und pu?t> .122'; gegen die Chalizah erhob sich ck« furchtbares Geschrei; dann wurde der v2, das rnri'12 ISO in Angriff genommen. Der Großh. Land - rabbiner vr. Wechsler in Oldenburg hat bereits vor Jtzhren eine verheivathete Frau, deren Mann nach Amerika entwichen war, ohne vorhergängige Scheidung mit einem, andern getraut; ein Prediger am Hamburger TeÜipel hat deßgleichen gethan. Jetzt fängt man mit verbotenen Verwandten-Ehen an. Herr Heß in Eisenach beruft sich dabei auf seine Gesinnungsgenossen, auf Geiger und Fürst, und auf die Leipziger Synode. Seit Jahrtausende» ist die Reinheit der jüdischen Familie unser Hort, unser Stolz gewesen. Mt. de« Karaiten ist die Verschwägerung verboten, weil-sie die jüdischen Ehegesetze in einigen Punkte» ander« aussaffen. Verhüten wir diesen Riß .im heutigen Indem thume mit allen uns zu Gebote stehenden Mitteln! Noch ist dieser Krebsschaden erst km Werden begriffe«; vielleicht kann er noch erfolgreich ausgeschnitten werden^ Rufen wir eine Agitation ins Leben gegen jene After-RnbbiHn, die ste von ihrem Amte entfame,. damit sie nicht mehr schade« könne». Gibt es im GroßherzvAchnm Sachsen-Peim-w-Ersenach Juden, die Gott i'm Her;kn tragen, so sind diese verpflichteL, dahin zu wirken, daß Herr Dr. Heß vo» seinem Amte e»tzfernt werde. Schieben wir einen Riegel vor, fest und stark, der es den Feinden Gottes und Seiner heiligen Lchre unmöglich machen die Integrität der Wischen Ehegesetze in Frage zu stellen. Ziehe» wir den sogenannten Rabbinerversammlange» und Synoden der Feinde des göttlichen Gesetzes de» Boden unter den Füßen weg, dadurch daß wir veranlassen, daß ihre Bes«cher inchrm Stellungen bedroht, »o» 4hre« Gemeinden verlasse« werde«: Mehrere «setze-treue Rabbinen haben eine dahinzielende Erklärung verfaßt, die wir s. G. w. in nächster Nummer, mit zahlreichen Unterschriften bedeckt, veröffentliche» werden.