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Der Israelit · 1870-05-18 · Heft 20 (18.5.1870) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
11 (1870)
Issue
Heft 20 (18.5.1870)
Date
1870-05-18
Page
– (sequence 11)
Language
German
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S79 Hjtnn Grrndrr, Salomen ^rifiwn v. Rothsckild." Keck IS cm Sockel lautet die Zuschrift: hQr gründete -ie leiste Ealn OrfterrriSs, die mit Dampf befahren AMde." LinkS: ^PriyilegmmS-Urkunde vom 4. März LV36." Wie«. Cs wurde vor Kurzem die Anzeige nach Wie» gemocht, daß d"'erumänische Regierung neuestens die Zurückweisung aller „Juden und Vagabunden" an der Grenze angecrdnet habe. Die diesseitige Regierung hat, wie der „Doch." geschrieben wird, vcn dieser Anzeige sofort Anlaß genommen, ihren diplomatischen Agenten in Bukarest anzuwaifey, sich zu luformiren, ob eine derartige Verfügung wirklich ergangen, und rvenuell, gestützt auf die bestehenden positiven Verträge, welche den k. k. Unterihanen^„ohne Unterschied der Nationalität und deS Glaubensdas Recht des freien Handels im ganzen G«biete des ottomanischen Reiches verbürgen, mit allem Nachdruck auf deren Zurücknahme zu dringen. Wien. Nach der neueste» Zählung beträgt die Bevölkerung Wiens ebne Militär und ohne die Population der Vororte 607514 Personen, darunter 40230 Israeliten. Donaufürstenthümer. Nirksrefk, 2. Mar. Der „Rumänische Moniteur" vom 28. April berichtet über den Hergang der in Tekutsch vorgekrv menen Inder hrtze wie folgt: „Dm Grieüiscktn Ostersonntage, den 24. April Abends, kenitzn Mekrere Griechen, die in Tekutsch wohnhaft Pud und sich den Tag über vergnügt hatten, in eine Ccr.ditvrei, wo sich bereits e'nige Israelitin befanden. Gin wie eS scheint absichtlich gesuchter Streit entspann sich zvischen einem der Anwesenden und einem der Nenengrkev menen. Bald wurden alle handgemein und der Kampf setzte sich auf der Straße dergestalt fort, daß die Griechen in die Wohnungen und Läden der Israeliten drangen, die darin enthaltenen Maaren auf die Straße rparscn und sülicßiich auch die Synagoge verwüsteten. .In Tekutsch waren an dem Tage nur 15 Terrdanzen (Gcndarmrn). Als diese die Ordnung wieder Herstellen wollten, wwden sie durch den mit Messern, Knütteln und Rerolvern bewaffneten Pödelhansen, der zumeist aus fremden zum Feste mch der Stadt gekommenen Eisenbahn-Ai deitern bestand, zurückgetrieben, so daß dreVebkrde Militär rcquiriren muhte Um 10 Uhr verlies sich die Menge von selbst. Am Montag Morgen traf von Fureeni eine Truppen- «beheilnng vcn 60 Mann ein; die aus Fokschau ebenfalls crmmandirtk Ermpagnie tonnte, weil der Serelh onSgetreten war, nicht bis Tekutsch gelangen. Am Abend ging der Lärm von Neuim loS, da inzwischen von den RädelSlülrern ke'ner zur Haft gebrockt worden war. Die 60 Mann hatten keinen Befehl zu .schießen, vermochten daher nichts auszurichten und mußten abwarten, bis die Masie sich von selber wieder verlief. Drei von ihnen wurden verwundet; von den Israeliten hat aber kein einziger leiblichen Schaden genommen. Die Untersuchung hat ergeben, daß die Ruhestörungen vorbedacht und durch einige Fremde im Vereine mit einheimischen aber im Lande nichts geltenden Raufbolden angezettelt worden sind. Die Regierung hat sofort Truppen aus Galatz nach Statut ch beordert, um die rohe Bande, die mehrere Hundert zählt und bewaffnet ist, im Refpect zu halten und die weitere Ausbreitung der Epceffe zu verhüten. Am Dienstag traf die Cor. pagnie aus Folschan ein und nahm die Rädelsführer, 40 an der Zahl, in Haft." Frankreich. Paris. Herr Adolph Lange Crömieup, Datalllons-Chef deS 19. Infanterie - Regiments wurde zum Officier der Ehrenlegion ernannt. Derselbe ist bereits 25 Jahre in Militärdiensten und hat 4 Schlacht len mitgemacht. (Univ. JSr.) Paris. Am verflossenen Peßachftste war im I Consistorialtempel in Paris große Auflegung. Am zweittn Tage des Festes ließ die Administration deS Tempels das mipy kiNLv 1VN2 vom Vorsänger gleich laut vorbeten. Diese Aenderung traf sie, ohne vorher die Gemeinde benachrichtigt zu haben, und wurde diese Reform mit einem wahren Sturme aufgenommen; Herr Oberrabbiner Z. Kahn bemnchle sich umsonst, Erklärungen zu geben und zu beruhigen; die Getreuen wollten nichts hören. Aber warum beunruhigt man auch, ohne absolute Nothwendigkeit, auf diese Weise die Versammlung deö Herrn und greift sie in ihrer Anhänglichkeit an die religiösen Traditionen an, welche ihr lieb und heilig sind? Es ist wahr, daß diese Maßregel ergriffen worden war in Folge des Lärmes und der Unordnung, welche viele Anwesenden dadurch veranlaßten, daß sie nach der nvnp im rrtey ruicw *did ihre Plätze verließen und sich der Ecnversation Hingaben. Die Administration, welche die Polizei des Tempels hat, könnte leicht dieser beklogenSwerthen, unpassenden Agitation ein Ziel setzen, indem sie durch ihre Agenten die Ruhe und Würde, welche für das Haus Gottes erforderlich sind, aufrecht erhalten läßt. Man unterdrücke den Lärm, die Profanalion des heiligen Ortes, aber nicht die Gebete. Den siebenten Tag des Festes befürchtete man neue Manifestationen. OdcrradöinerKahn suchte dem durch Worte der Beruhigung vorzubeugen. Zahlreiche Polizeidiener waren beordert worden, ohne Zweifel, um, wenn nrtl ig, diese Reform mit Waffengewalt in die widersper stigen Kopie der Anwesenden einsühren zulasten. Aber cs wurden keine Barrikaden erbaut, und derP»?

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