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Der Israelit · 1870-05-18 · Heft 20 (18.5.1870) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
11 (1870)
Issue
Heft 20 (18.5.1870)
Date
1870-05-18
Page
– (sequence 12)
Language
German
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380 lizei-Commiffär Ben-Baruch, bekleidet mit seinen Insignien, brauchte nicht die drei gesetzlichen Schläge zu machen. Eine Anzahl Getreuen haben den Tempel verlasien. Die Uneinigkeit hat begonnen in der Gemeinde. rpan dn.i. Ein anderer Reformversuch wurde im Departement; Haut Bhin gemacht. Einige Tage vor dem Feste hat der Qberrabbiner von Colmar, welcher vergessen zu haben scheint, daß er der Nachfolger der unsterblichen Rabbinen Seligmann Goudchaux und Salomon Klein ist. an die Gemeinden seines Bezirkes xin Schreiben gerichtet, um sie dafür zu gewinnen, einen großen Theil der Piutim zu streichen, indem er sich auf eine Declaration der Rabbinerconferenz von 1856 beruft. Einer unserer ehrenwertbesten Glaubensgenoffen, Herr Baruch Wahl in Mühlhausen, hat gegen diesen Schritt des Rabbiners protestirt. Lasset Euch nicht vormachen, sagt er zu den Israeliten der Provinz, daß ihr gezwungen seid, dem fraglichen Circular zu gehorchen, Ihr habt das Recht gegen Jeden zu protestiren, der Euch hindern will, Eure Gebete wie immer zu verrichten, lasset Euch Nichts wegnehmen von Euern h. Gebräuchen, sonst wüßte man nicht, wo die Reformprojecte Stand halten würden. DaS traurige Beispiel der religiösen Situation in Deutschland kann uns genügend in dieser Hinsicht ausklären. (Univ. Isr.) Paris. Der „Univ. Isr." schreibt: Die Mitglieder des Munizipalrathes zu St. Cloud. woselbst man ein neues Stadthaus baut, haben beschlossen, daß die Arbeiten an Sonn- und Feiertagen strenge suöpendirt sein müssen. Warum sind bei dem Bau der neuen Synagogen in Paris die Arbeiten nicht auch am Samstag und an den jüdischen Feiertagen suspendirt? Und diese Gebäude werden an ihrer Front die Tafeln des Gesetzes zeigen, auf denen geschrieben steht: „Gedenke des Sabbats, ihn zu heiligen." Nizza. Herr Baron Adolph v. Rothschild hat zu der Summe von 60,000 Fr., welche er jüngst zur Disposition des hiesigen Munizipalraths zur Erbauung don Primarschulen und Asylen gestellt, noch weitere 40000 Fr. hinzugefügt. (Rev. Isr.) Bayonne. Der Mumzipalrath von Bayonne verhandelte jüngst über den Ankauf eines Platzes für ein Lyeeum, der dem Staate gehört, und für welchen derselbe 180^0 Frc. verlangte. Ein Theil des RatheS wollte nicht darauf eingehen. Herr Furtado (Israelit), erster Municipalrath und Stellvertreter des Bürgermeisters, machte das Anerbieten, diese 18000 Fr. Don seinem Vermögen zu bezahlen. Der Vorschlag ivurde angenommen. (La Semaine.) Amerika. Baltimore. Unter den Summen, welche die Legislatur von Marylane den StaatS-Wohlthätigkeit»- anstalten votirte, befinden sich aus 1000 Dollar für das hiesige jüdische Hospital. (Jew. Ree.) F e n i IJjt ton. Nach Inhalt, Reim und Rhythmus. Von Abr. Tendlau. Nehmt meine Ruhetage in Acht, Auf daß Ihr Eüch labt und erquicket An meines Segens herrlicher Pracht, Wenn Ruhe umher Euch beglücket. Entlehnt nur auf mich, von Sorgen fern,*) Und thut Euch wohl! ich zahle es gern, Denn Sabbat ist heute dem Herrn! — Verkündet Freiheit dem thätigen Mann, Ich spende meinen Segen; Und Freiheit und Segen umarmen sich dann, Daß freudig die Herzen sich regen. — Und festlich gekleidet seh' ich Dich gern, Und geh' auch zu meinen Weisen und lern', — Denn Sabbat ist heute dem Herrn! — Entlehnt aus mich, von Sorgen fern, Und thut Euch wohl! ich zahle es gern. Denn Sabbat ist heute dem Herrn! — So bringet die Gaben eilig herbei, Die Ihr der Königin spendet; **) Berechnet's dem Gutsherrn offen und frei, Er zahlt, was Ihr auch verwendet. Vertraut, und haltet die Zweifel fern, Und trinket auch Wein, vom besten Kern, Denn Sabbat ist heute dem Herrn! —> Entlehnt auf mich, von Sorgen fern, Und thut Euch wohl! ich zahle es gern, Denn Sabbat ist heute dem Herrn! — Der Tag der Erlösung nahet heran, Wenn Ihr den Sabbat beachtet;***) Ihr seid mein Eigenthum fortan, Habt hier nur übernachtet; — *) Vergl. Beza 15, r>. **) Dem Sabbat. — Der Sabbat, welches Wort im Hebr. meistens gener. fern, ist, wird oft königliche Braut genannt. Baba k. 32, b — Im hebr. Gedichte steht statt Königin „Esther", des Wortspiels wegen mit „hamana“ — die Gabe — und „Haman" (s. Esther 5, 5.). — ***) Bergt. Schern rab. par. 25 am Ende, so wie Sohar Bamidbar coi. 332 f. 73, a. Sulzbacher Ausgabe.

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