Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 11 (1870)
- Issue
- Heft 19 (11.5.1870)
- Date
- 1870-05-11
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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358 hin, daß so lange es eine Hamburger Geschichte Hebe, chlch das Andenken an den Verstorbenen darin eine Stelle finden werde. Oestetreichisch - Ungarische Monarchie. Wien. 25. April. Die General-Versammlung des israelitischen Waisen-Versorgungs-Vereins fand gestern statt. Die Einleitung machte ein vom Herrn Hofschauspieler Ad. Sonnenthal vorgetragenes Gedicht .„Gottes Waisenkind," welches zum Verfasser Herrn Kompert hat. Es folgte nun die Verlesung des Jahresberichtes. Der Verein hat die Errichtung eines Waisenhauses für israelitische Waisen in's Auge gefaßt. Herr Biach wünscht, daß allsogleich Subscriptionsbogen aufgelegt werden, um das Waisenhaus in kürzester Zeit erbauen zu können. Er sei der Erste, der sich mit 500 fl. subskribirt. vr. Kreppler wünscht, daß zuerst ein bedeutendes Kapital von anderer Seite aufgenommen werde, welchem Wunsche sich auch die Versammlung anschließt. Hierauf wurde der frühere Ausschuß mit Akklamation wieder gewählt. Zum Schluffe ^Mtvden die Waisenkinder mit einem Mittagsmahle Sewirthet. Wie«. Der Kaiser hat dem Chef des Wiener ' BanLhauses S. M. v. Rothschild, Anselm Freiherrn v. Rothschild, in Anerkennung der vieljährigen gemeinnützigen Wirksamkeit seines Hauses, den Orden der eisernen Krone erster Claffe taxfrei zu verleihen geruht. Wien. Der Kaiser und die Kaiserin haben zur ■ Gründung eines „Ersten Israel. Blinden-Erziehungö- Jnstitutes in Wien" einen Beitrag von 2000 fl. ans Allerhöchsteren Privatmitteln huldreichst zu spenden geruht. Pesth. Gestern Vormittag hat in Pesth eine vertrauliche Sitzung der jüdischen Gemeinde-Repräsentanz stattgefunden, in welcher Herr Rabbiner vr. Kohn den Antrag stellte, die Repräsentanz möge sich 'in einem Memorandum an den Reichstag wenden, und denselben darüber anfklären, daß sowohl seine Auffassung wie auch dieDeak's bezüglich der jüdischen ^Angelegenheiten eine total unrichtige sei, indem es keine jüdischen Sekten, sondern blos ein Judenthum -Hebe. Der Reichstag wolle daher anordnen, daß die Kongreßstatuten unverzüglich wieder restituirt werden! 3bem gegenüber wurde ein zweiter Antrag gestellt, dahm, gehend, daß der Reichstag in einer Petition zu ^suchen sei, den status quo ante herzustellen, und alle Bestimmungen des Congreffes aufzuheben. Selbstverständlich - trat die congreßfreundliche Repräsentanz '-dem ersteren Anträge bei, und wird derselbe schon ^der nächsten Generalversammlung der jüdischen Ge- .meinde-Repräsentanz zur Verhandlung resp. Annahme - tzovgetegt werden. Gleichzeitig hiermit wird aber auch der zweite Antrag in Form eines MiuoritLtS-Votumr eingebracht werden. ■ (Siehe Näheres im Hauptblatt.) Pesth Wie man amtlich mittheilt, hat der Central-Ausschuß des Heveser ComitateS auf Albert Nemeth'S Antrag den Beschluß gefaßt, die Flugschrift „An das christliche Volk in der Matragegend" — als gegen das Judenemancipationsgesetz wühlend und zur Ruhestörung aufreizend — dem Criminalgerichtshofe des Comitats und dem öffentlichen Ankläger zur weiteren Amtshandlung zu übergeben. Zugleich wurden die Bezirksbeamten angewiesen, die Verbreitung deS aufrührischen Proclams im Matraer Bezirk zu verhindern. Lemberg. In diesem Jahre wurden in Lemberg die Sträflinge mosaischer Religion zum ersten Male aus Staatsmitteln mit Peffach Kost versehen. Während bis jetzt die Lemberger Judengemernde die Kosten für die Bespeisung während der 8 Peffachtage tragen mußte, auch wurde denselben für ritualmäßige Bereitung der Speise eine eigene Küche im Strafhause eingeräumt. (Lemb. Jsr.) Aus Trrnau, 25. April, schreibt man: Der verabscheuenswürdige Mörder, der am 19. v. M. die ungefähr 26jahrige Tochter des hiesigen israelitischen Handelsmannes Feyer, Namens Helene, ermordete und der alsbald als verdächtig eingezogen wurde, hat gestern vor dem Untersuchungsrichter ein umständliches Geständniß abgelegt. Er heißt Johann Schidlik, ist 30 Jahre alt, von ObctovicS aus Böhmen gebürtig, verheirathet, Vater eines Kinde» und Kutscher außer Diensten. Er, der wußte, daß Helenen's Vater verreist war, kam am besagten Tage, Nachmittags um 3 Uhr, in die Schenke derselben, ließ sich ein Glas Wein verabreichen und da er die Unglückliche ganz allein traf, so erdrosselte er sie in der Küche aus so schaudervolle Weise, daß er ihr zwei Rippen zerbrach und ein Stück Holz in den Mund bis zum Rückgrat hineintrieb. — Darauf warf er den Leichnam in einen XBintel neben dem Heerde und deckte ihn mit allerlei Gerätschaften so zu, daß man ihn Tags darauf erst nach längerem Suchen entdecke. Nun packte er das Vorgefundene Baargeld und einige Gold- und Srlbersachen zusammen und entfernte sich bei Hellem Tage. »Dieser Unmensch soll bereits früher zwei Mordthaten begangen haben.. D onaufürstenth ümer. Bukarest. In der rumänischen Stadt Xekutsch fanden am Ostermontag arge Ausschreitungen gegen die Juden statt, wobei die Synagogen entweihe und Häuser der Juden geplündert wurden..! Da sich