Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 11 (1870)
- Issue
- Heft 18 (4.5.1870)
- Date
- 1870-05-04
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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»tttdj, daß sie den Hau überall bis zum 31. Mai tMßt Mr Vollendung brmgsn. - (HÄrn. Tagrbl.) ^tcfd^ftt, 15. April. Der Kultusminister h«t in Folge etner Vorstellung der hiesigen Iudenfchatt genehmigt, daß unsere Schule statt des bisherigen Namens „evangelische Stadtschule". den Namen „deutsche Bürgerschule" führen darf, auch gleichzeitig nachgeaeben, daß die jüasichen Schutsocietätsglieder zwei Schutvorsteher aus ihrer Mitte wählen dürfen. 'Durch diese Entscheidung ist ein seit längerer Zeit zwischen ven jüdischen und evangelischen Schulsocietäts- Mitgliedern geführter Streit entziltig erledigt. Posen, 14. April. Der „Pos. Ztg." entnehmen wir Folgendes: In der gestrigen Stadtverordneten-Dersammlung war die destnitive Anstellung des jüdischen Lehrers Dr. IutrosinSki an der hiesigen simultanen Realschule Gegenstand der Erörterung. Der genannte Lehrer ist seit dem Jahre 1880 an der Realschule beschäftigt und es wurvdamals seitens des Cultusminist'riums dle Beschränkung desselben auf einen Kreis bestimmter Lehrgegenstände angeordttet. Im Jahre 1867 wurde auf Wunsch des Magistrats d.e Anstellung des Dr. Iutrosinski durch dm Cultusminifter „ausnahmsweise" genehmigt, woher als Bedingung der Anstalt daran festzehalten wurde, daß Dr. Iutrosinski im Deutschen und in der Geschichte nicht unterrichten dürfe. Ein Gesuch des Magistrats an das Provinzial-Schullcollegium, diese Beschränkung aufzuheben, blieb ohne Erfolg, uns das Cultuömini- ^sterium, an welches der Magistrat sich darauf wandte, erklärte sich uttterm 19. Februar d. I. mit der Entscheidung des Provinzial-Schulcollegiiums einverstanden. In der gestrigen S^adtvrrordneten-Ve^sammlung beantragte nun der Magistrat, eine von ihm vorgelegte Beichwerdeschrift in das S-iatsmrnisterium zu richten, welche in den Antrag austäust, „den Unterrichtsmintster zu veranlassen, daß r die Beschränkung des ordentlichen Lehrers an der hiesigen städtischen Realschule, Dr. Iutrosinski, in Ausübung seiner Lehrthätigkeit aufhebe.' Die Versammlung, in welcher sich zwei polnische Mitglieder befanden, schloß sich einstimmig diesem Anträge an. Österreichisch -Ungarische Monarchie. Prag, 21. April. Zum hundertsten Giburtsfeste, das gestern das geachtete Mitglied 'der israel. CultuSgememde Hr. Jos. Pollak beging, haben Mehrere' Vereine, deken Mitglied er -ist, ihren Glückwunsch durch Deputationen darbringen lassen. Der Verein des geregelten Gottesdienstes, dessen Gründer der Jubilar, überschjckte ihm .eine kalligraphisch auSgestrttete G rarul ativtiSadress e; die Ansprache bei der Uebergabe hielt Hr. Prof. Kämpf. Im Name« d«"Mttrrsrr-' präsentanz erschienen die Herren Doktoren Tedesko, Wiener und Gitschin. Es fehlte auch nicht an Be» glückwunschtelegrotmlNen Und Zuschriften, die von No» tabilitäten selbst aus weiter Ferne kamkn. Eime sehr sinnige Zuschrift erhielt er von Hrn. vr. Pudwig August Frankel auS Wien. Die Enkel des Zybstgk» überbrachten ihm einen großen silbernen Poeal, die Familie Portheim überschickte ihm eine kostbare Vase mit frischen Blumen. Prag, 26. April. Unter allgemeinster Theilnahme hat gestern Nachmittags hier das Leichenbegäagnktz deS in Wien plötzlich verschiedenen Herrn Pcofesstzr Dr. Wolfgang Wessely stattgefunden. Die Leiche war des Morgens in Prag angelangt, und in das iSrael. Badhaus überführt worden. Dort wurde von Mitgliedern der Beerdigungsbruderschaft die rituelle Reinigung nochmals vorgenommen. Um Uhr erschien der von 6 schwarz verhüllten Pferden gezogene «it einem großen schwarzen Tuche verdeckte Trauerwage», welcher die sterblichen Ueberreste des Verblichenen barg, vor der Trauerwohnung am Eiermarkte, welcher seiner ganzen Ausdehnung nach von Theilnehmern erfüllt war. Dm Trauerwazen schmückten außer dem Professorshute und Degen zwei Doktorsketten, ein Lorbeerkranz mit einer deutschen Trikolore, gewidmet von der Leseballe deutscher Studenten, deren Ehrenmitglied der Verstorbene gewesen ist. Einen zweiten Lorbeerkranz mit einer weißen Shleife und goldenen Aufschrift hatte der Verein zur Unterstützung israelitischer Studenten, der in Professor Wessely seinen Protektor verliert, gewidmet. Den Zug eröffneten die Schüler decIosephstädter Haupt- und Unterrealschule, sowie die israelitischen Schüler sä nmtlicher Mittelschulen Prags, darauf folgten die Chorsänger der Mrisetsynagoge, auf vem ganzen Wege Trauerlidder anstimmend. Unmittelbar hinter dem Sarge folgten drei Vmwaiwte deS Verbliebenen, denen sich mehre israelitische Prediger anschlossen. Darauf falzten unter Vorantritt der Pedelle der juridischen und philosophischen Fakultät der Rector MagnifikuS Theol. Dr. Peter, die Professdren- und Doktvrdekane, sowie fast fammtliche Professoren der dres weltlichen Fakultäten, zahlreiche Doktoren, sehr viele Beamte, namentlich Zustizbeamte, die Vertreter der Prager, Karolinenthaler, Smichover und Liebener israel. Cultusgemeinden, die hervorragendsten Mitglieder des deutschen Casino zu Prag und Smichow, sowie des Vereins „Austria", des Vereins für Geschichte in Böhmen, des deutschen kaufmännischen Vereins, sowie mehrerer anderer Vereine, Vertreter der Prager HrndekSwelt und schließlich eine große Anzahl der UniversttätShöhrer. Der Zug bewegte sich durch das KarolinUm, die Bergmattasgasse über den Roßmarkt nach demWolschaner israel. Friedhöfe, wo Herr Prediger Dr. Stein die Kanzelrede und Herr Reügttm-tehrer Adler -die Grabrede chiolt» a