Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 11 (1870)
- Issue
- Heft 18 (4.5.1870)
- Date
- 1870-05-04
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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34k Wald in der Nähe. Don Zeckendorf. Hier fand er eHrAr schönen, elfjährigen MMn, den Sohn des ÄdHtehers bst Mischen Geinebde zü ZeckeNddrf. Der Knabe gefiel dem vornehmen Herrn; er lieg ihn in seinen Wagen steigen und fand viel Gefallen an den raschen, geistvollen Antworten des aufgeweckten Kindes. Der Knabe kehrte nicht zn seinen Eltern rürück; er wurde int Kloster erzogen Nnd erhielt, yrrangewachsen und zum Priester geweiht, von seinem Gönner, dem Bischof, eine höchst einträgliche Probstei. Nachdem der getaufte Jude viele Jahre lang als Probst in Ehre, Reichthum und Ansehen gelebt hatte, wdr er eines Tages verschwunden. In feinem Privätcabinet hatte er auf den Tisch m>t Kreide eine Katze und eine Maus gezeichnet und darunter die folgenden, schlechten aber darum nicht minder wahren Verse geschrieben : „Sowenig diese Katze diese Maus frißt, „Sowenig stirbt je ein Jude als ein Christ." Vor einigen Wochen hat Professor Iafse aus Ndue wegen seines Uebertrittes zum Christenthüme seinem Leben gewaltsam ein Ende gemacht. Wir wollen Hrn. Pbof. C. ein solches Ende nicht wünschen, aber vielleicht bernehmen wir eines Tages die erfreuliche Neuigkeit, daß Herr Professor Paulus Cassel, um selig zu wirrden, wieder Selig geworden. .... Am zweiten Tage der Conferenz sprach Herr Professor Delitzsch aus Leipzig, über das Thema: Welche Anforderungen stellt die Gegenwart an die Missionsarbert unter den Juden? Jm Professor D. pries die sogsnannte Reform im ndenthüme, deren Hauptelcmcnt die Aufnahme christlicher Momente fei, als die größte BundeSzSaossin der Misstonsbestrebüngen. Herr D. gibt ebenfalls zu, daß die Mission so ziemlich Banquerott gemacht habe. Die meisten Missionare seien getaufte Juden gewesen; jetzt fehle eS an einem frischen Nachwuchs von Missionären. Die Mifstonsvercine sollten die Getauften versorgen; sonst sei ihr Werk wie tönendes Erz. Nun, das ist deutlich gesprochen. Die Herren werden wohl noch hie und da einige an Leib und Seele verkommene, hälvderhungerte Juden finden, die gegen eine gute Versorgung den Vrrrath am .^eiligsten zu begehen sich bereit finden lassen. Pen letzten Gegenstand der Tagesordnung bildete hre Frage ch es Schutzes und der Pflege, , welche die Missionsgesellschaften den im! Unterrichte befindlichen Juden bis zu! ihrer Taufe. schuldig seien. Als Referent! jtzrach Prediger Pr. W e b ix ausDiebach in Bay.*rn. Iluch aus den ParstellUngen dieses Redners ging verbör, daß keine Juden an» Ueherzdugung übertreten. , Daß diese Conferenz dazu angethäu «ar,Hn^ geistiKestund sittlichen BaNgnSrmt de» INdek-Nti^stmäwerkitz klar darzsuldizen, bedarf des Nachweises Nichts» bx ijoj; 'p bip’ n:n rrn -isim nsy u;iy Herr Cassel oder Herr Delitzsch werden wohl bks Güte haben, oieie Bsrheißung unseres G-tteS den anderen Conserenz-Mitgliedern ins Deutsche zu übertragen. Zeitungsnachrichten und Cvrrespo«« donzen. Deutschland. Hannover, 28. April. In Folge des BeschlufieS der jüngsten Gemeindeversammlung wegen Veröffentlichung der Sitzungen des Repräsentanten- CollegiumS wurde in der Sitzung dieses Collegiums am 25. b. M. die Geschäftsordnung dahin abgeändert„ daß der Vorstand die Sitzungen auf geeignete Werse zur Kenntniß der Gemeinde bringen solle. Der Benfey'sche Antrag, den ursprünglich von der Geschäst»- ordnungs-Commission vorgeschlagenen Modus der Veröffentlichung durch Inserat in hiesige Localblätter anzunehmen , fand nicht den Beifall der Majorität. — In derselben Sitzung wurde ein Credit für die Fest- Commission behufs Einweihung der neuen Synagoge beantragt. Hirsch brachte hierzu das Amendement ein, diesen beanspruchten Credit unter der Voraussetzung zu bewilligen, daß der von Seiten des Rabbinats in der Sitzung vom 10. October 1869 angegebenen Erklärung vollkommen entsprochen werde. Diese Erklärung geht dahin, daß wegen der an den Sonnabenden stattgehabten Arbeit an der Synagoge zwischen deren Vollendung und feierlichen Einweihung ein Zeitraum von drei Monaten liegen müsse. Die Synagoge ist nun noch im gegenwärtigen Augenblicke nicht vollendet und trotz jener rabbinatlichm Erklärung die Ernweihung zum 31. Mai d. I. in Aussicht genommen. Per Hirschsi'che Antrag, für welchen sich außer dem Antragsteller nur die Repräsentanten Adolph Berend und Kauffmaun erhoben, wurde nicht angenommen, und ist somit die Gemeindevertretung in Gegensatz zu dem Landrabbiner getreten. Wir sind gespannt, lyie der daraus eventuell entstehende Conflict seine Lösung finden wird, da der Landrabbiner doch unmöglich von seiner zu Protokoll genommenen Erklärung abzehen kann und demnach bei der an 3t. Mar d. I. stattfinden sollenden Einweihung seine Assistenz wird ablehnen müssen; andererseits die Gemeinde auch nicht einen anderen Rabbiner-zur Uebernahme der religiösen Functionen bei der Einweihung von auswärts ohne: schwere Kränkung des vr. Meyer berufen kann. Viel« leicht helfen 'die Bauarbeiter aus diesem Dilemma da.»