Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 11 (1870)
- Issue
- Heft 18 (4.5.1870)
- Date
- 1870-05-04
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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339 Stiftung, den Herrn Dr. John Israel, Dr. I. H. Lührs oder vr. D. R. Marburg zu melden. Ausgeschlossen von einer Unterstützung der Stiftung sind alle Diejenigen, welche von einer andern WohlthäligkeitSanstalt Unterstützung erhalten. Der Betrag jeder einzelnen Unterstützung darf nicht unter Crt. Mk. 50 und nicht über Ctr. Mk. 500 sein. Gegründet ward diese Stiftung von Frau Friederike von Halle, geborene von Halle, im Oktober 1868 zum ehrenden Andenken an ihren verstorbenen Ehemann, Herrn Joel Aaron von Halle. Die Unterstützungen werden vorzugsweise in der Gestalt von zinsfreien Vorschüssen gegeben, und lind sie für hiesige Einwohner ohne Unterschied der Consession und des Geschlechts bestimmt. Frankreich. Paris, 20. April. Obschon ich mich gewöhnlich am nn“)n der nüTon ton^d enthalte, mache ich in Anbetracht deS ^m nsn "i^> n^yd ry diesmal eine Ausnahme, um nämlich auf die über einen PassuS des 2. Leitartikels von Nr. 14 des Israelit in einer der jüngsten Nummern desselben sich befindenden Berichtigung, zu antworten. Erlauben Sie mir, geehrtester Herr Redacteur, bei dieser Gelegenheit des Eindruckes Erwähnung zu thun, welchen der in Rede stehende Artikel einerseits und die darauf gefolgte Rectisication andrerseits, auf alle pen '3fvin, d. h. auf alle diejenigen, denen es noch Ernst um die Erhaltung des reinen, unverfälschten Iuden- Ihumes ist, gemacht hat. Während die so recht die Situation kennzeichnende, bis auf verschwindend kleine Details getreue und vortreffliche Schilderung der jüdischen Zustände in Frankreich deren vollen Beifall und Züstimmnng erhalten Hot, erfüllte die in Nr. 15 und 16 Ihrer geschätzten Zeitschrift eingerückte Berichtigung und Bemerkung, es sei die in Bezug auf das Centralconsistorium gegebene Schilderung auf ein Mitglied desselben nicht anwendbar und auch auf einige Andere nicht zutreffend, dieselben mit Erstaunen und schmerzlichster Überraschung. Wie, fragt man sich, nachdem in einer so ausgezeichneten Weise die Krebsschaden, Mängel und Gebrechen, woran das französische Judenthum seit Decennien leidet, endlich einmal blotzgelegt und vor das Forum der öffentlichen Meinung gebracht, hat man Seitens einer gewiffen Partei nichts Eiligeres zu thun, als — anstatt an Verbesserung und Heilung der gerügten Zustände zu denken — die Beschönigung und Bemäntelung, die Ehrenrettung eines ungerechter Weise mitangegriffen Namens zu unternehmen?! —- Die anderen, nun einmal nicht zu leugnenden Thatsachen, glaubt man auf eine kluge Weise übergehen zn können, indem dem Gegner die Beschuldigung von Lüge und Verleumdung ins Gesicht geschleudert wird. Weit davon entfernt, wie nur zu deutlich die Absicht des Urhebers obiger Berichtigung gewesen, auf Persönlichkeiten einzugehen oder dys Privatleben der einen oder andern der Mitglieder des Cenrralconsistoriums anzugreifen, schließen wir uns der, in dem Passus erwähnten Leitartikels gegebenen Schilderung, hiemit an und behaupten wir, bis uns der Gegenbeweis geliefert, daß die Elemente der jüdischen Centralbehörde in Frankreich derart zusammengesetzt sind, wie es Ihr geehrter Correspondent in Nr. 14 beschrieben. Herr Albert Cohn, der erst vor einiger Zeit als Mitglied mit noch zwei anderen, wie notorisch bekannt, nicht nach dem jüdischen Gesetze lebenden Juden für die Provinz Algier in das Consistoire Central eingetreten, bildet eine Ausnahme. Soviel sieht fest, daß die Mitglieder für Frankreich und die übrigen zwei für Algier die in Betreff ihrer antireligiösen Lebensweise angegebenen Thatsachen weder leugnen noch wahrheitswidrig erklären können, “im1? nyi rirn1? ny ES gibt eine Zeit zum Schweigen, eine Zeit zum Reden. Noch ist jener Moment nicht gekommen, wo wir den Schleier der vermeinten Unschuld zu lüsten vermögen, unter welchem das Pariser Iudenthum, sich zu verbergen und den profanen Blicken Uneingeweihter, bisher zu entziehen verstand. So gar Manches scheint nach Außen hin in glänzenden und verführerischen Farben, dessen Inneres schwach und hinfällig Und wie der langsam dahin Siechende, der Verkümmerung nahe ist. Ja, gar Vieles ist morsch an dem künstlich aufgeführten und unterhaltenen Bau des alles geistige und autonome Leben der Gemeinde unterdrückenden und untergrabenden Systems der Consistorialbehörde. Bald jedoch wird keine Tünche, kein Vcrfchönerungs- und Beschönigungsmittel mehr helfen — denn so sehr auch die Religiosität aus hiesiger Gemeinde geschwunden, so mächtig auch der JndifferentisMuS um sich gegriffen, so colossal auch die Unwissenheit in rwnpn umin überhand genommen, es gibt Etwas, das die Hoffnung auf Besserwerden und günstigere Gestaltung der Dinge in uns aufrecht erhalt, das iß die Liebe zur Wahrheit und der Wunsch, diese überall zum Ausdruck gelangen zu sehen, selbst, d. h. am allermeisten in Bezug aus rwnpn urutöN; diese Liebe und dieser Wunsch haben noch nie aufgehört und werden nicht aushören zu beleben und zu erwärmen das Herz unserer Brüder und Glaubensgenossen in Israel. ny yu 'Sv) iy~? 'Sv röffn *6 '2. Afrika $um$. Der „GaulviS" . veröffentlicht eine lange Correfpondenz auö Tunis über ein beklagetrSwertes Ereigniß, welches in der Hauptstadt dieses Landes vorgesallm ist. Ein fanatischer Muselmann