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Der Israelit · 1870-05-04 · Heft 18 (4.5.1870) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
11 (1870)
Issue
Heft 18 (4.5.1870)
Date
1870-05-04
Page
– (sequence 10)
Language
German
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338 heutigen Wiener Blättern erschienene Notiz ein,*) die I^uen wieder ein schönes Zeugniß von der Hochherzigkeit unserer Glaubensgenossen gibt, wenn es ein wahrhaft humanitäres Unternehmen gilt. Ich bin noch nicht beim Abschluß der Sammlung und habe wenigstens das Doppelte des bereits Gesammelten in Sicht. Ich werde aber auch jährlich 15—18000 ft. zur Erhaltung, zu geistiger und religiöser Erziehung von 50 blinden Kindern brauchen. Mills Gott wird das Haus in einem Jahre seine Giebel erheben! Nochmals meinen wärmsten Dank aussprechend, .ergreife ich den Anlaß zum Ausdrucke meiner Hochachtung, mit der ich zu zeichnen die Ehre habe ganz ergebenst Wien, 31. März 1870. Dr. L. A. Frankl." Unsere geehrten Leser ersehen aus obigem Briefe, daß die nothwendige Summe von 15 —18000 fl. jährlich noch bei weitem nicht erreicht ist. Es handelt sich hier um die Inslebencufung eines Werkes der Bruderliebe, das zu den herrlichsten und schönsten gehören wird; mögen sich recht viele, namentlich reiche JBeute mit großen Spenden daran betheiligen, möge die Hochherzigkeit unserer reichen Glaubensgenossen Zn Wien recht eifrige und zahlreiche Nacheiferung finden. Wir sind gern bereit, Spenden entgegenzunehmen und an den Gründer der Anstalt zu befördern. geitirrrgsuachrLchten und Correfpondeuzen. * Deutschland. Württemberg. Bei der Vorprüfung der Schulaspiranten, die vom 21.—26. März d. I. in Eßlingen vorgenommen wurde, sind auch wieder 4 Israeliten mit Aussicht auf Staatsunterstützung zur Vorbildung für den Schulftand ermächtigt worden. Stuttgart. Vor etlichen Wochen war die Mr Redaction des Protocvlls der Delegirtenversammlung gewählte Commission 3—4 Tage hier auf der Kanzlei des Cultusminisieriums. Die Herren bemüheten sich, die Fassung des revidirten Entwurfs den Beschlüssen und Debatten der Delegation möglichst genau anzupassen und insbesondere die Einheit und Selbstständigkeit der Synagogengemeinde zu erhalten. Der aus politischen Gründen erfolgte Rücktritt des! .großdeutschen Ministers von Golther, der sich auch! UM die Synagogenverhältniffe Württembergs große Verdienste und allgemeine Anerkennung erworben hat, wird sehr bedauert, und kann nicht nur verzögernd/ sondern auch sonst principiell nachtheilig aiHf unftHss Sache einwirken. Sein Nachfolger ist noch nicht ernannt; das Departemeut wird vorerst provisorisch verwaltet. Berlin, 24. April. Der Correspondenz-Artikel in Nummer 15—16 d. Bl. b. b. Berlin, 3. Nissan veranlaßt mich, zur Steuer der Wahrheit, eine darin enthaltene Mittheilung, welche einigermaßen entstellt zu den Ohren des Referenten gedrungen zu sein scheint^ auf den richtigen Sachverhalt zurückzuführen. Hierzu fühle ich mich um so mehr verpflichtet, da der betreffende Vorgang, wie aus Nachstehendem erklärlich, mir mehr als jedem Anderen durch Autopsie bekannt ist. „Bei der am 3. April stattgehabten Prüfung in der Religionsschule der hiesigen Gemeinde knüpfte der Lehrer I)r. Egers an die Darstellung, wie unter dem Könige Ioschijahu das Buch der Lehre aufgefunden wurde, die gelegentliche Bemerkung „ob es die ganze Thora gewesen oder vielleicht nur das eben erst zu jener Zeit hinzugekommene 5. Buch MosiS, läßt sich nicht mit Bestimmtheit angeben." — Diese Worte, ausgesprochen von einem (mir sonst befreundeten) Lehrer der' Religion der jüdischen Jugend gegenüber, ließen mich nicht länger an jener Stätte weilen. Ich gab den mir zunächst stehenden Lehrer« meine Entrüstung kund über eine solche in jüdischer Schule ganz unerhörte Lehre und verließ sofort den Saal. Später erklärten mir Mehrere aus dem Zuhörerkreisc, sie würden meinem Beispiele gefolgt sein, wenn sie jene Aenßerung nicht ganz überhört hätten. Nachdem vr. Egers selbst aber sie durchaus nicht in Abrede stellt, vielmehr als aus seiner inneren Ueberzeuzung kommend festhalt, darf ich dr nicht schwelgen, wo es sich um die Zerstörung der Basis unserer Religion handelt (vgl. Sanhedrin Bl. 93), und ich sehe mich daher durch jene incorreete Mittheilung zu dieser wahrheitsgetreuen Darstellung provozirt. Di'. Berliner. Hamburg. Herr vr. Ferdinand Veit verstarb gestern Morgen nach kurzer Krankheit. Derselbe war als Mitglied des interimistischen Gewerbeausschusses von diesem in die Bürgerschaft deputirt und von Letzterer in den Bürgerausschuß gewählt worden. Herr Dr. Veit hatte die von seinen Onkeln betriebene Silber-Rafsinir-Anstalt übernommen, welche später in eine Actiengesellschaft umgewanoelt wurde, an deren Spitze der Verstorbene seit Jahren mitwirkte. Hambnrg. Die Verwaltung der I. A. von Halle'schen Miethe-Unterftützungsstiftung fordert solche Personen auf, die mindestens Ct. Mk. 300 jährlich an Miethe zu zahlen haben und eine Unterstützung, zur Miethezahlung am 1. Mai d. I. nachsuchen wollen, sich bis zum 4. d. M. bei einem der Verwalter der" unfern Lesern sofort mitgetheilt worden. Red.

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