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Der Israelit · 1870-05-04 · Heft 18 (4.5.1870) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
11 (1870)
Issue
Heft 18 (4.5.1870)
Date
1870-05-04
Page
– (sequence 5)
Language
German
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L3S Auswanderung zu beanspruchen, da ich zu derselben in keiner Beziehung mehr ftehe. Ich behalte mir übrigens vor. meine Beweggründe zu dem Ausscheiden aus dem ComitL in Königsberg später zu veröffentlichen. Der Redacteur rm Namen des Armeu- UnterstützungS-BereiuS in Lyck. Der Vorsitzende des gedachten Comitv's ist Herr Bankdirector Gabriel, dem es, wie wir in Königsberg erfuhren, zunächst, ja fast ausschließlich, um die sittliche Hebung unserer russischen Glaubensgenossen zu tbun ist. Was ein Mann seiner religiösen Richtung hierunter versiebt, kann keinem von uns zweifelhaft sein. Merkwürdigerweise sind die glaubenstreuen Rabbinen dieser Intention durch ihren Protest im „Israelit" schon vor Monaten entgeqengetreten, was ihnen dazumal freilich von mancher Seite verargt wurde. Nach obiger Erklärung des Herrn Silbermann, dessen warmes Interesse für unsere Glaubensgenossen in Rußland sich vielfach bewährt hat, wird ihnen wohl jeder fromme Israelit beipflichten. noy' n’psm nm in« Djpoo DHin^ Der Rücktritt des Herrn Silbermann wird aber der bereits begonnenen Auswanderung einen sehr empfindlichen Nachthekl bringen, da er die Leitung derselben miscreditirt, selbst die Alliance Israelite, die bisher allein die Mittel zur Massknauswanderung geboten hat, dürfte daraus Veranlassung nehmen, ihre segensvolle Thätigkeit anderen Bestrebungen zuzuwenden und die Auswanderung fallen zu lassen. Doch dahin soll und darf es nicht kommen, denn rnyn Pyi e*üm in« Aus OßpreuHen, Ende April. Unsere Weisen sagen D3n, ein Weiser ist mehr als ein Prophet "ftun nt« nxnn ddh inp«, wer aber ist weise? Derjenige, welcher die folgen ermißt. Beide Aussprüche können wir auf jene Rabbinen anwenden, die veranlaßt von dem ehrwürdigen Distr.- Rabb. S. B. Bamberger in Würzburg einen Protest gegen das Königsberger Centralcomite zur Verbesserung der Lage unserer westrussifchen Glaubensgenossen erließen. Zur Rechtfertigung jener Rabbinen melde ich Ihnen heute die eine wahrhaft betrübende Thatsache: das genannte Centralcomite hat ca. 40 junge Leute bei christlichen Meistern in die Lehre gegeben, bei welchen dieselben am Sabbat arbeiten müssen!! (Wir überlassen die Verantwortlichkeit für diese Mittheilung dem Correspondenten; wir können's kaum glauben! — Redaction.) Oesterreichisch-Urrgarische Monarchie. Wien. In den nächsten Wochen feiert das Haus Rothschild das fünfzigjährige Jubiläum seiner Niederlaffung in Oesterreich. Bereits der Kaiser Franz gestattete diesem HauS den Erwerb von Grund und Boden, der damals den Juden in Oesterreich verboten tvar, und erhob den Chef deS HauseS in den Freiherrnstand. Rothschild war auch das erste jüdische Herrenhausmitglied in Oesterreich. Wie man aus Wien berichtet, wird der Kaiser daS Jubiläum durch eine besondere Anerkennung für den Chef des Hauses auSzeichnen. Seit den verflossenen 50 Jahren repräsentirt das Letztere ununterbrochen in Wien Herr Moritz v. Goldschmidt, der mit dem verstorbenen Salomon Rothschild zugleich von Frankfurt nach Oesterreich übersiedelte. Wien. 25. April. Das Leichenbegängnis des am 22. in Wien plötzlich verschiedenen Professor der Prager Universität vr. Wolfgang Wessely fand Sonntag Nachmittags halb vier Uhr am israelitischen Friedhofe nächst Währing, in feierlichster Weise statt. Nachdem Cantor Sulzer die rituellen Trauergesänge gesungen hatte, hielt der langjährige Freund des Verstorbenen, Prediger Vr. Jelinek eine Trauerrede. Unter den Anwesenden bemerkten wir viele Gelehrte, ferner mehrere Rcichsrathsabgeordnete, Sectionschef Professor Glaser, die Spitzen der Finanzwelt, viele Professoren der Universität, sowie den Vorstand der Wiener Cultusgemeinde. Die L iche wurde zum Nordbahnhofe gebracht, um nach Prag überführt zu werden. AusTyrna«, 2t. April, wird berichtet: Unsere Stadt war gestern der Schauplatz eines entsetzlichen Verbrechens. Ein Raubmord von so barbarischer Art, wie er nicht bald ein ähnliches Seitenstück finden dürfte, versetzte die Bewohner Tyrnau's in wohlmotivirte Aufregung. Der Hergang ist in Kürze folgender: Gestern, den 20. d., Vormittags halb 40 Uhr wurde bei der Polizei die Anzeige erstattet, es sei im Hause Nr. 105 der Franziskanergasse die Tochter des dortigen BranntweinschänkerS ermordet worden. Der Stadlhauptmann begab sich mit Assistenz an Ort und Stelle und fand diese Anzeige ihrem vollen Inhalt nach bestätigt. Die Ermordete war die 27jährige Tochter des BranntweinschänkerS Moses Feuer und, nebenbei bemerkt, leibliche Schwester des in Preßburg wohlbekannten Schauspielers Arnau. An dem Halse des Opfers zeigten sich Spuren von Erdrosselung mittelst eines Strickes und im Munde stack ein circa 7 Zoll langer und 2ij2 Zoll dicker Holzkeil, der mit solcher Gewalt durch den Schlund der Unglücklichen getrieben war, daß sein zugespitztes Ende beim Genicke durchgedrungen war. Bei dieser barbarischen That mag dem Thäter ein großes Holzscheit gedient haben, daS neben der Leiche vorgefunden wurde und Spuren von damit vollführten wuchtigen Schlägen an sich trug. Die eingeleiteren Recherchen ergeben, daß die Unglückliche seit ein paar Tagen allein im Hause war, da ihr greiser Vater über die Feiertage zu seiner in Wien verheiratheten Tochter gereist war, und daß der Morh

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