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Der Israelit · 1870-05-04 · Heft 18 (4.5.1870) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
11 (1870)
Issue
Heft 18 (4.5.1870)
Date
1870-05-04
Page
– (sequence 4)
Language
German
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333 vertheilte, welche meistens aus dem östlichen und nördlichen Theile Deutschlands ' ie hiesige Stadt passtrten. Das schwierige Amt der Anweisung hat Herr Kaufmann I. Stern abermals freiwillig übernommen und dadurch den ungetheilten Dank der ganzen Versammlung geerntet. Auch eine Anregung zur Unterstützung der Bestrebungen der „All. Isr. Univ" und des GemeindetagS, insofern er Armenunterstützung im Auge hat, kam hiebei zur Sprache und wird in besonderer Versammlung zur Berathung und Beschlußfassung kommen. Oßlingen. Der Vereinsvorstand, Herr Oberlehrer Liebmann, hat eine Danksagung veröffentlicht, woraus hervorgeht, daß B. H. Goldschmidtin Stuttgart zum Grundstock des Vereins zur Unterstützung der Wittwen und Waisen armer isr. Lehrer und Vorsänger in Württemberg das namhafte Geschenk von 500 fl. — übergeben hat. Berlin. Herr Commerzienrath Johann Hoff hat schon vor Jahren die Anregung zur Gründung eines Fondes gegeben, von dessen Zinsen Veteranen des Befreiungskrieges und Invaliden aus dem holsteinischen Kriege eine jährliche Unterstützung erhalten sollen. Am 3. März erhielt Herr Hoff vom Kriegsminister eine besonderes Dankschreiben hierfür. Am 22. März, dem Geburtstage des Königs, wurden zum erstenmale an 11 Veteranen die Zinsen vertheilt. (Hamagid.) □ Berlin,, 23. April. Der „Rheinischen Zeitung" schreibt man: In den Tagen vom 26. bis 28. April werden wir hier in Berlin einen absonderlichen Congreß haben. Die sämmtlichen deutschen Gesellschaften „zur Beförderung des Christenthums unter den Juden," werden hier tagen auf Einladung der hiesigen Gesellschaft, deren Präsident der Exmiuister von Westphalen ist und in dessen Vorstand, außer dem HnrenhäuSler Senfft von Pilsach eine Schaar der strenggläubigsten evangelischen, oder richtiger lutherischen Geistlichen darunter Herr Knaak sich besindet. Nach einer Mittheilung aus der „Kreuzzeitung" wird auch Professor Paulus Kassel einen Vortrag über das Thema halten: „wie die Theilnahme der christlichen Gemeinde an der Judenmission „erweckt", und in reicherem Maße gemehrt werden kann." Die Judenmission ist in Deutschland übel daran; selbst in den zurückgebliebensten Gegenden Deutschlands wollen die Bauern, wenn sie aunoch für die Kaffernbekehrung mehr beitragen, als zur Erhöhung der Schullehrergehalte, doch kein Geld für die Judenbekehrung opfern. Der großen, englischen Judenbekehrungsgesellschaft, deren Missionäre sich oft Wochen, ja Monate lang in den, mit zahlreicher jüdischer Einwohnerschaft versehenen, polnisch-deutschen Städten des Ostens niederlassen, soll jeder getaufte Jude eine halbe Million (!) Thaler kosten, also 1000 Mal mehr als der hiesigen Heiden - Misstonsgesellschaft der getaufter Kaffer. (Siehe Näheres in der zweiten Beilage.) Aus Mecklenburg-Schwerin. 19. April. Eine Deputation der israelitischen Gemeinden beider Mecklenburg überbrachte gestern dem Abg. Moritz Wiggers, als dem Urheber des Bundesgesetzes vom 3. Juli 1869, welches die bürgerliche und staaisbürgerliche Gleichberechtigung aller Angehörigen des norddeutschen Bundes, ohne Unterschied des Glaubensbekenntnisses, proclamirt, eine Dankadresse und den ansehnlichen Betrag einer von den mecklenburgischen Juden in Folge jenes Gesetzes veranstalteten Geldsammlung zu seiner freisten Verfügung. In seiner Erwiderung an die Deputation hob Herr Wiggers hervor daß das Gesetzvom 3 Juli v. I. in Mecklenburg nicht bloß den Juden, sondern auch den Katholiken und Reformirten zu Gute gekommen sei, welche sämmtlich dort bis dabin in unerhörter und unserer Civilisation unwürdiger Weise hinter den mecklenburgischen Staatsangehörigen lutherischer Confession zurückgesetzt waren. Den Dank für das Gesetz könne er nicht für sich allein beanspruchen, sondern nur als Einer von allen Denjenigen, welche zu dem Erlaß deffelben mitgewirkt hätten. Die Geldsammlung nehme er mit innigem Dank an, „aber nicht, um sie für meinen persönlichen Nutzen zu verwenden, was ich nach Lage der Sache nicht thun dürfte und auch mit meiner Stellung als Abgeordneter des Volkes nicht vereinbar finden würde, sondern um darüber zu gemeinnützigen Zwecken zu verfügen." (V.-Z.) Aus Ostpreußen, y'~in 3’3»n »in. An der Spitze der Nr. 15 des „Hamagid" steht unter der Ueberschrist wjrnD ein Avertissement des Redacteurs, Herrn L. Silberman, folgenden Inhalts: „Am 31. März c. war in Königsberg i. Pr. eine Generalversammlung des Hauptcomite's, welches daselbst für die Auswanderung unserer (russischen) Glaubensgenossen nach Amerika und anderen Gegenden gegründet worden ist. Zu dieser Versammlung war auch ich als berufenes Mitglied erschienen. Schon in einer früheren Generalversammlung, der ich anwohnte, rügte ich vergebens einige Mißgriffe bei der Behandlung dieser hochwichtigen Angelegenheit; doch diesmal habe ich leider die Ueberzeugung gewonnen, daß die Arrangements des Hauptcomite's durchaus zweckwidrig seien, weil sie das vorgesteckte Ziel zur Linderung des Nothstand<s meist verfehlen. Aus diesem Grunde sah ich mich endlich nothgedrungen veranlaßt, auS dem Comrts in Königsberg zu scheiden, und auf jede Gemeinschaft mit diesem solange zu verzichten, als dessen Vorsitzender seinen dictatorischen Einfluß auf daffelbe behält. Diesen meinen Entschluß zeige ich hierdurch allen Jnterressenten mit dem Ersuchen an, nunmehr weder persönlich noch schriftlich meine Mitwirkung bei der

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