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Der Israelit · 1870-05-04 · Heft 18 (4.5.1870) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
11 (1870)
Issue
Heft 18 (4.5.1870)
Date
1870-05-04
Page
– (sequence 3)
Language
German
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aai □ München, 24. April. Von der Landrathswahl ,für «Obe.rbgyern pr.o 1870—75 kann ich den freundl. ^Lesern di^seSMattes .eine .sehr erfreuliche Mittheilung machen. In diesen für den Kreis Oberbayern sehr bedeutungsvollen Körper wurden nämlich von der Stadt München zum erstenmale >auch zwei Israeliten gewählt, und zwar als Abgeordneter Herr Großhändler Moritz Guggenheimer, und als Ersatzmann Herr vr. Aub, kgl. Advokat, (Sohn des Herrn Rabbiners hier.) □ München, 25. April. (Statistisches.) Im Zähre 1869 betheiligten sich unter 3300 Schülern der bayr. Gewerbsckulen 292 Israeliten (bei 1602 Katholiken und 1406 Protestanten; unter 328 Schülern der Realgymnasien 4 Israeliten (bei 175 Kathol. und 149 Protest.) am Unterrichte. Thalruesfirrg (Bayern). Am 8. April starb dahier der qu. israelitische Schullehrer, Hr. Iesaias Prager, im 89. Lebensjahre. Das am 11. stattgefundene Leichenbegängniß desselben legte Zeugniß ctfc, wie sehr der Verblichene dahier in Ansehen stand und wie doch das Volk fortschreitet, wahres Verdienst um die Jugenderziehung anzuerkennen. Es chatten sich hiezu nicht nur die Mitglieder und Angehörigen der gesammten israelitischen Gemeinde, die drei hiesigen protestantischen Herren Geistlichen, die Herren Lehrer von hier und mehrere der Umgegend, die sämmtlichen HH. Gemeindebeamten, sondern auch ein sehr großer Theil der hiesigen christlichen Bürgerschaft eingefunden, um dem Entschlafenen das letzte Ehrengeleit zu geben. Am Grabe angekommen, ergriff der Distrikts-Rabbiner, Hr. vr. Löwenmeyer, aus Sulzbürg das Wort, um ein ebenso charakteristisches als treues Lebensbild des Seligen zu entrollen, indem er der aufopfernden Liebe, der treuen Hingabe und des unermüdeten Diensteifers gedachte, womit derselbe während seiner 60jährigen Aktivität als Erzieher und Lehrer zum Frommen der hiesigen Gemeinde in und außer der Schule wirkte, besten unspruchslose Bescheidenheit und Demuth, dessen schlichtes, einfaches und von der reinsten Moral geregeltes Leben, sowohl im Kreise seiner Familie und College», als im Verkehre mit seinen Vorgesetzten und Mitbürgern rühmte, um so schließlich drnselben als einen echten, wackeren und treuen Volksschullehrer zu bezeichnen, der für das Prinzip lebte und wirkte, in jedem Menschen den Mitbruder und das Kind des Vaters, der die ganze Menschheit mit gleicher Liebe umfasse, zu erkennen. Hieran reihte sich eine gleich ausgezeichnete warme Ansprache des durch seine Toleranz und edle Menschenfreundlichkeit allgemein beliebten und hochverehrten hiesigen Protest. Dekans und Districtöschulir.spectors, Hr. Reichenbach, worin er sich, bezüglich der vielen Verdienste des Verblichenen dem Hrn. Vorredner anschloß und bemerkte, daß gerade die auch an dem Entschlafenen gerühmte, in der civilisirten Welt sich mehrende Liebe und Toleranz es seien, die den gegenseitigen Haß der Confessionen abgeschwächt haben und wie er hoffe, gänzlich beseitigen werden. Mit wahrhaft rührenden Worten sprach der Redner hierauf dem Seligen, bevor ihn die Mutter Erde aufnahm, seinen innigen Dank für alle erwiesene Liebe und Treue aus. Mit gespannter Aufmerksamkeit und sich steigernder Empfindung folgte die einen großen Theil des Friedhofes ausfüllende Versammlung den Ausführungen beider Herren Redner, und Thränen sah man fließen aus den Augen dankbarer Schüler, väterlicher Vorgesetzten und treuer College» und Freunde. Heilbronn. In den jüngst verflossenen Halbfeiertagen feierte die hiesige DHDn man nach Abfluß einer dreijährigen Rechnungsperiode ihre ordentliche Generalversammlung unter Leitung des Hrn. Liebmann Stauß, der diesem zahl- und wirkungsreichen Vereine schon seit seiner Gründung präsidirt und auch diesmal wieder einstimmig zum Vorstande berufen wurde. Diese man leistet in der KrankheitS-, To* des- und Trauevzeit sehr wesentliche Dienste *jua) pooa und unterstützt in außerordentlichen Fällen auch fremde Arme, die im Spital der Stadt sich befinden, damit sie koschere Kost erhalten. Es sind auf Anregung des Vcrnnsausschusses mit der städtischen Spitalverwaltung Einleitungen besprochen worden, wie in diesem großartigen Spital überhaupt den Israeliten, welche dort Aufnahme finden, regelmäßige Koscherkost gereicht werden könnte und ist gute Aussicht vorhanden, daß hiezu die erforderlichen Räumlichkeiten, als: Küche, Speisekammer re. rc. der israel. Gemeinde unentgeltlich überlassen werden. In Zukunft übernimmt der Verein auch noch die Kosten einer zweiten Chaise zum Friedhof, wenn der Rabbiner oder sein Stellvertreter die Leiche eines Erwachsenen ex officio zu begleiten haben; bis zum 13. Lebensjahre hingegen ist ed Sache der Relicten, wenn sie die amtliche Begleitung wegen Abhaltung einer Grabrede oder Gebete verlangen sollten, da, wie der Vorstand und die Majorität motivirte, zwischen no und pp no stets unterschieden worden sei z. B. im« DWiriD dv H p pu>n ww ^a'iainöBa «yv> 2"' p 'ui pnwa «vi pn"2^p»na (u"ff i"') n pDynn1? v'2"N trän p« nau. Hingegen wendete der anwesende Rabbiner vr. Engelbert ein, daß, wenn man sich hier nach dem pn richten wolle, man auch zwischen Tpy noi uy nö unterscheiden müßte, waö er später mit der Stelle zu begründen suchte: »ja D’Ttcp nts'cn »23 D”jy »jd ptbdd Der Principienkampf auf dem (Ydv V'») 'rai mttt Standpunkt der Praxis und der nit>a« niat>n war interessant. Am 2. Tage v"n"n tagte die jährliche Generalversammlung der nny man, welche per April 1869—70 gegen 1700 fl. an circa 1600 Arme

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