Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 11 (1870)
- Issue
- Heft 17 (27.4.1870)
- Date
- 1870-04-27
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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811 ek thvmvon dem Grade der Belehrung seiner Anhänge grr akhöngt. y, Wir streiken heute selbst an das Consistvrivm rc zu Paris, um ihm anzuzekgen, was Sie für das Seif minor, welches unter dessen Oberaufsicht steht, gethan haben; es wird wie wir von dem Akte der Freigebign kett Ihrerseits gerührt sein. r Genehmigen Sie u. s. w. r. Die Mitglieder der Administration." >- (Univ. Isr.) Avignon. Herr Rabbiner Moste hat bisher am Lyeenm den jüdischen Religionsunterricht umsonst ertheilt. Der Unterrichtsminister hat ihm jüngst einen jährlichen Gehalt von 300 Fr. zuerkannt. (Rev. isr.) Afrika. gen. Der Jude aber sagte zu ihm: Fürchte Dich nicht; i ch will Dich nicht angeben. Beantworte mir nur eine Frage: Hat mein Lehrling oder ich Dir irgend Etwas zu Leide gethan? Nein, war die Antwort. Der Jude ging mit dem Mann auf das Gericht, wo letzterer gestand, daß er von dem christlichen Holzhändler Bretter gestohlen, aber daß ihm von dem Juden und seinem Lehrling nichts geschehen sei. Der Lehrling wurde nun frei gegeben. Wer aber war der Urheber dieses Porwandes? Der christliche Holzhändler , der seinen Concurrenten zu Grunde richten wellte, und auf die bloße Angabe dieses Mannes wurde mit dem Juden und seinem Lehrling so schrecklich verfahren. (Hamagid.) Feuilleton. i» Algier. Wir vernehmen, daß sich dahier eine * Autwanderungsgesellschaft gebildet. Vielleicht wäre y hier theilweise Hilfe für unsere russischen Glaubens- 5 genoffen zu finden. (Rev. isr.) Rumänien. - Golatz. Der jüdische Handlungslehrliug eines t jüdischen Holzhändlers bemerkte aus der Straße einen i alten Mann (Christen), der in aller Eile Bretter davonl tWg, von denen er glaubte, daß sie im Hause seines > Herrn gestohlen worden seien, er hielt den Mann darum an und führte ihn zu seinem Prinzipale. Die- > ser erkannte sogleich, daß die Bretter nicht von den seinigen, vielmehr seinem Nachbar, ebenfalls Holzhändler, gehörten und befahl seinem Lehrling den Dieb zu dem Nachbar zu führen, damit dieser wieder zu seinem Eigenthum gelange. Einige Tage darauf wurde das Haus des Juden von Policiflen überfallen, die den Lehrling in Ketten gebunden, davonführt!n, nachdem sie gegen den Holzhändler schreckliche Drohungen ausstießen, die alle in Ausführung kommen sollen, wenn er nicht im Stande sei, den Mann, der mit den Brettern in sein Haus gekommen, aufzufinden, denn es sri von einem Bürger auf der Polizei die Anzeige gemacht worden, daß sein Lehrling den Mann lobt geschlagen und ihn dann in die Donau geworfen hätte. Man kann den Schrecken des Holzhändlers sich leicht denken, da das Ganze nur ein Vorwand war, um ihn zu verderben. Der Lehrling schmachtete schon seit Wochen im Gefangniß und sein Herr sah mit großer Betrübniß der Zukunft entgegen. Eines Tages schaute er durch sein Fenster und stehe, da bemerkte er den Mann, um dessentwillen sein Lihrlmg im Gesängniffe und er beunruhigt worden war. Er rief ihn zu sich ins Haus. Dieser zitterte am Anzrn Leibe, weil er glaubte, der Jude wollte ihn wegen des Diebstahls dem Gerichte anzei- □ Die Juden im Ghetto zu Rom. Kuriurgeschichtkiche Skizze. Unter den vielen Reisenden, welche alljährlich das inUrtssante Rom besuchen, gibt es nur wenige, dir es wieder verlassen, ohne durch das Judenviertel, aM Ghetto, gestreift zu sein. Es gehört unter die Merkwürdigkeiten von Rom — und mub besucht werden. Und in der That, unter den Sehenswürdigkeiten von Rom gibt es keines, an das sich mehr Jntereffe knüpft, als das Ghetto — ein Mertel, dessen Geschichte älter ist als das aller übrigen. Die jüdische Kolonie hat eine ebenso alte als interessante Geschichte. Wir finden, daß viele freie Juden zweihundert Jahre vor der gew. Zeitrechnung sowohl in Rom als in Cyrene lebten. Als Pompejus Jerusalem genommen und einen Theil des Tempels verbrannt hatte, da sandte er viele Juden als Sclaven nach Rom. Von jener Zeit an hatte es mit den Privilegien und der Freiheit der Juden in Rom rin Ende; dem ungeachtet hielten sie noch immer die Gesetze und Gebräuche ihrer Religion ausrecht, und sendettn, wie Rabbi Jonathan im Talmud uns belehrt, jährliche Contributionen zum'Schatze des Tempels nach Jerusalem. Nach bet Zerstörung Jerusalems durch Titus, wurden Tausende von Juden als Kriegsgefangene nach Nom geschickt, und eine gute Anzahl derselben gezwungen, dem <L>iegeseinzug des Titus in Nom bei seiner Rückkehr aus dem gelobten Land, voranzufä reiten. Sie mußten in den Händen und auf dem Kopfe die Trophäen tragen, welche seine plündernden Soldaten den Juden üttd auö dem Allerheiligsten geraubt hatten; die goldeNkü und silbernen Geschirre des Tempels inbegriffen. Wir haben keine genaue Angabe der Zahl der damals nach Rom verbrachten Juden; allein sie muß eine sehr beträchtliche gewesen sein, da die Geschichte sagt, daß zwölftausend derselben nicht lange nachher, beim Ban