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Der Israelit · 1870-04-13 · Heft 15-16 (13.4.1870) · page 26

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Journal
Der Israelit
Volume
11 (1870)
Issue
Heft 15-16 (13.4.1870)
Date
1870-04-13
Page
– (sequence 26)
Language
German
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294 fielen bald zu den Trümmern des Staates. Das bald mit furchtbarer Wucht hereinbrechende Geschick, dem Schlag auf Schlag folgte, und selbst die Nation in ihrem Fortbestehen gefährdete, so wie die nun folgende lange LeidenSzeit mutzten zur Folge haben, daß die Erinnerung an frühere Epochen sich mehr und mehr verdunkelte. Es kann daher l.icht Wund r nehmen, wenn hier Vorgänge zusammengestellt, die durch gewaltige Zeiträume getrennt liegen. Endlich mögen auch unkritische Abschreiber n cht wniq dazu beigetragen haben, die Verwirrung zu vermehren, so daß eS dem jetzigen Geschichtsforscher nicht wenig Mühe verursacht, sich zurecht zu finden. Der Quell Gichon*). Im Buche D'S'Ti nm, Chronica II., 34, 4. heißt eö: im ■purn ^mn nxi nn’ysn -2 nionDi, pan. Diese Ausdrucksweise pxn TM gölten hat etwas Auffälliges und frappirt um so mehr, als es bis auf den heutigen Tag unbekannt ist, an welchem Wasser oder an welchem Quell der hier berichtete Vorgang haftet. Vers 30 in dem nämlichen Capitel lautet wieder: p.^yn pnu ’D xyio nx dhd lrppirv wm! Scbon der zuerst hiel oben erwähnte Vers 4, leitet zu der Vermuthung aß von einem Artesischen Bohrbrunnen von großer Kraft die Rede sei: pan Tn3 Töwn welcher mä^tig ins Land, oder wie eö wahrscheinlich gemeint i t, „welcher aus dem Innern der Erde — "pn wie pxn — sprudelt. In Hiob, 38, 8. heißt es x$n omo mvsj d* dm^d qv'i; der Dichter nimmt hier an, daß daö Meer aus dem Abgrunde hervorsprudelt, ähnlich Buch der Richter 20, 33.: ym niyoo icipsD n\>2 21x1; Hiob 40, 23. ms ^x;ii' ri'a' '2 nv2'. Kimchi (d"i pi"i) spricht sich, anscheinend mit Recht, verwundernd auS, Chronic II. 32, 30. 'D ono ^>i"n noxty hdd non ’jxi yb mn xT pn') weil später Niemand bei dem weisen AuSspruche, welchen d>i"n gethan haben, an Anderes als an einen gewöhnlichen Brunnen oder Quell dachte. Die betreffenden beiden Stellen im Talmud ni2i2 2"y und D’riDS differiren, da nur letztere analog wie Chron: II. 32, 30. p'by.i jim »0 wiedergibt, welches Epitheton wohl hier: herauf steigendes Wasser bezeichnen soll, wie es eben ein artesischer Brunnen ist. Ein solcher kann aber mit einem kleinen Keil oder Stein sehr leicht gänzlich verstopft und die Stelle, wo der Quell sich befindet, unkennbar verdeckt werden und dadurch bald in Vergessenheit gerath n. Da aber ein solcher Quell für das heiße Klima und bei dem Wassermangel in Jerusalem unschätzbar hohm *) Anmder Red. Vers, des nachstehenden Artikels hat denselben ans Wunsch der Rabbi Hirsch Kalischer in Thorn im Israelit veröffentlicht; wir bemerken, daß wir mit der darin dargelegten Exegese nicht vollkommen einverstanden sind. Werth hätte, so haben es mit Recht mit *61 id mn bezeichnet: als zu groß und unersetzlich! Noch spricht für die Ansicht, daß der Quell frpj bei Jerusalem ein artestscher Springquell war, der so auffällige Text im Buch der Könige I., 1, 33. mix Drmi.nl pnu — by. Man hat später neben dem „tzy 2ro" ein ba np gemacht, weil man den Sinn nicht faßte, auch gar bloß >x im 2n2 hineingebracht. Sehr mit Unrecht! Die vmaoo nx’srjn 1 um mpiu nixipD, ebenso p"Ld diPbq mp airn^ n^dsq, ferner die bekannten Amsterdamer nixipD, haben zu Buch der Königei., 1, 33. die Randglosse: onsD napa, dy aroi np, bx npi dy 2102 mxüD D’pniD o’Jtcn onnxn Dy ixon ab 'nvpn 21,1 djip mnoni. Aus dieser Bemerkung geht deutlich hervor, daß der PK np nicht fest steht und vielmehr uro Vy und auch np dy, oas Ursprüngliche und wahrhaft Authentische ist. Dafür spricht auch: „Könige, I. 1, 39. wo ganz unbestritten pm dy geschrieben und gelesen wird. P'Py.i dy, dy, haben also hier den Sinn: „Der Aufsteigende" wie jeder weiß, welcher einen artesischen Quell gesehen hat, und ist es wabrscheinlich, daß die Stelle in Nähe des aufsteigenden Quells jna Py, deßhcllb zur Stätte der Proclamirung des Königs Salomo, von König David gewählt ward. Der bekannteste artesische Brunen ist in Paris, ca. 1800 c. tief, beim Sch'achthause — abbattoir — von Grcnelle geboort, kostend s. Z 200,0 >0 Francs, wo das Wasser jOO Fuß hoch emporquillt" p'by Py, Py! Vergegenwärtigt man sich Alles, so wird auch sehr klar nach dem einfachen Worlsinne sich deuten lassen, nach dem Grundsätze von iöws ’TD xsi’ xipon px rmcrn nx bxian nan ix : rp »"2 npn nans 22122 nnj nii2 omp nnsn 1x2 nP uy 1x2 'Py nxm; 121 jnjyam ppno2 Dyn Auch hier vergleicht der Gesang den aufsteigenden Brunnen ybon ]D D'biu mit 1x2 'by als hätte man mit dem Bohrer und gleichsam mit Scepter und Stab Dnuyaca ppno2, gebohrt! Siehe p"i '^"1 dort .2, x"2 npn*) Mögen die betreffenden Vermuthungen sich bewähren und in Jerusalems gebirgigem Terrain, welches so sehr sich dafür eignet, Artesische Brunnen geschaffen werden. Bekanntlich sind den Franzosen in der Sahara Wüste, viele schöne Artesische Brunnen gelungen. In der Stadt Bromberg im Großherzogthum Posen hat man eine ansehnliche Zahl sehr reicher Arteser Brunnen schon bei ca. 60 Fuß Tiefe erbohrt. Bei der Stelle in npn wird man unwillkürlich auch an die angeblich neu erfundenen Rohrbrunnen erinnert, welch im vergangenen JnsucectionS Kriege in Nordamerika, dort den Kriegesheeren Wasser schafften und ebenso in dem neulichen Kriegesicmi »bpn bei: oom i»rca t>'w> b'n ba o.» *3*73 r»»ia b*h (* Ü3C ba P3T> »3ßb |*f>3» JTVO mip 777 J'2603 7fas» 'w )bj7 bifr 03k»!

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