Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 11 (1870)
- Issue
- Heft 15-16 (13.4.1870)
- Date
- 1870-04-13
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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- Oran 1× ep/1048048
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287 -mehrere Europäer und eingeborene Israeliten. Die Europäer liefen in Masse zumConsulate und forderten Gerecktigkeit. Große Aufregung. Der Türke wurde enthauptet. Türkei. Mtonftantinppel. Das griechische Journal -.,Iris" veröffentlicht folgendes Circular >eS Patriarchen Gregor von Konstantinopel: „Der Aberglaube ist eine schreckliche Sache. Unglücklicherweise bat sich fast unter allen Völkern des Orients die närrische Idee verbreitet, daß die Israeliten menschliches Blut und besonders Christenblm trinken, theils um die Segnungen des Himmels zu erlangen, theils um ihren traditionellen Haß gegen die Christen zu besriedigen. Daher erheben sich so ost Anklagen und brechen Konflikte aus, die die sociale Harmonie der Bewohner desselben Vaterlandes i stören. Crft jüngst hat man einen Lärm verbreitet! in Beziehung der Wegnahme von Kindern, aber nur um einen Vorwand zu Anklagen zu haben. Wir verabscheuen diese lügenhafte Idee, die wir nur als eine» Aberglauben von Leuten, die schwach im Glauben sind, betrachten und die wir hiermit vssiciell mißbilligen." Afrika. JOtmi (Algier). Der Un. isr. schreibt: Wir haben schon oft Gelegenheit gehabt über den großen und verdienstvollen Einfluß zu berichten, den Herr Harm Benichu in Oran im Generalrath und Municipalrath zu Gunsten des isr. Cultus ausübt. Auch heute haben wir Aehnliches mitzutheilen. An einem Samstag war der Municipalrath versammelt, man votirte eine Summe zur Unterhaltung der isr. Schulen. Einige Mitglieder wollten den Betrag von 1800 FreS. zur Besoldung von Rabbis unter dem Vorwände gestrichen wissen, weil diese Ausgabe ausschließlich für den Unterricht im Hebräischen bestimmt ist «nd darum nicht von der Municipalität zu übernehmen sei. Man wollte schon darüber beschließen, als ein Mitglied bemerkte, daß es nicht recht sei, über Fragen zu verhandeln, die den iSr. Cultus betreffen, während der wahre Vertheidiger der isr. Interessen abwesend ist. Der Municipalrath vertagte hierauf die Frage zur Beschlußfassung auf Montag. Herrn Benichu, der der nächsten Sitzung mit anwohnte, gelang es nicht nur diese Summe zur Besoldung von Rabbis burchzusetzen, sondern er brachte es auch dahin, daß man an der iör. Knabenschule noch einen weiteren Lehrer anstellt, wodmch einem schon längst gefühlten Bedürfnisse abgeholfen wird. Solche Thaten ehren sowohl den jüdischen Stadtrath wie auch den Munizipalrath im Allgemeinen. % e « i I I t t 0 to. Nostarmi. (Eine historische Erzählung auS dem 7. Jahrhundert der gew. Zeitrechnung.) XYJ. Als Dara zu ihrer Mutter zurückkehrre, warf fir sich verzweifelnd in Schehrin's Arme. „Alles ist aus, meine Mutter)" rief sie weinend, „der Unglückliche muß sterben. Wie gut und edel er ist? Alle Anerbietungen ie$ Königs har er abaelchnL Um das Wort feines Gottes nicht zu übertreten, NM sich, wenn auch nur zum Scheine, vor Götzen nicht zu bücken, will er lieber in den Tod gehen als König der Könige werden." „„Er ist bester als ich;"" cntgegnete Schehrin, „„auch ich bin in einem reinern Glauben als der dieser heidnischen Perser geboren. Meine Eltern waren Christen. Bei der Eroberung von Pelusium gefangen, wurde ich hierher gebracht, als der kunstreiche Ferhad diesen Palast und diese Stadt baute. Er liebte mich und wollte mich vom Könige erbitten. Er wäre mir zu Liebs Christ geworden und wäre mit mir nach Eonstantinopel gezogen. So hatten wir es verabredet. Er aber starb, und ich — um eines Königsthronew llen, habe ich meinen Gott verläugnet!"" „Du liebtest ihn wohl sehr, den kunstreich« Ferhad?" „„Ich lieble ihn sehr. Kunstvoller als seine Hand war keines Menschen Hand, fruchtbarer keine- Menschen Geist. Ms er diesen Palast baute, zeigte er mir alle Pläne und erklärte sie mir. Ha, waö fällt mir ein' Vielleicht gibt es noch eine Rettung für Bostanai. In welchem Gesängniffe weilt er?"" „In dm des westlichen Thurmes." „ „Gelobt sei Gott, wir werden ihn retten können. Höre, Dara! dieses Gefängniß hat der unglückliche Ferhad gebau: und einen geheimen AuSgang darin angebracht. „Wandelbar," sagte er. „ist der Könige Gunst. Vielleicht wirft mich dir König ins Gefängniß; dann erbitte ich mir dieses zum Aufenthalt; du besuchst mich darin, und wir entfliehen mitsammen.." Ach, der Unglückliche hat inmitten seiner rubmreichen Arbeit sterben müssen."" „Und du kennst diesen geheimen AuSgang, geliebte Mutter?" „Ich kenne ihn? Höre, Dara, nimm unsere alte arabische Dienerin Suleika mit dir, ste ist rreu uud wird nichts verrathen. Gehe bis an die Pforte des Gefängnisses durch den geheimen Gang, den dich dein Vater vorhin führte. An der Pforte sage dem Wärter, dein Vater sende dich und die Dienerin; da tt Dich in Gesellschaft des Königs schon einmal daS