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Der Israelit · 1870-04-13 · Heft 15-16 (13.4.1870) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
11 (1870)
Issue
Heft 15-16 (13.4.1870)
Date
1870-04-13
Page
– (sequence 11)
Language
German
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279 Der Israelit darf seinen Leidenschaften nicht die Zügel schießen lassen; seine Genüsse seien rein, frei von Leidenschaften und Sinnlichkeit. Das ist die symbolische Bedeutung der NL2. NLQ ist das Bild der Reinheit, wie im Gegentheil -Kwer Sauerteig das Bild der Unreinheit, des jnn ->L', des bösen Triebes. Denn gleichwie der -nw den Teig in Gährung bringt, ihn aufbläht, so bläht auch der Hochmuth das Herz, verunreinigt und trübet die Sinnenlust, die heftige Leidenschaft und Begierde den Verstand. Darum sagt die Thora: m Ps rnn n^a -wan jo Viare mycn. Auf Genüsse, die dem "new verwandt, auf die von Gott verbotenen mußt Du verzichten solche Lebensfreuden hingegen, die der ttLv gleichen, die rein und frei von sünde und Leidenschaft, kannst Du genießen. V. imVüN’ cnnc iy .... n« ibaw. Mit mo d. h. mit ergebungövvller Hinnahme such des Herben und Bittern, das das Leben darbietet. Der Israelit, der in Gesellschaft seinen Glauben, seine Ueberzeugung und seinen Character, besonders aber seine Liebe zu seinen Stammes-'und Glaubensgenossen nicht verleugnen will, muß manch bitter» Tropfen in dem Freudenkelche des Lebens hinnehmen. Die grausige Nccht geistiger Finsterniß, sie ist vergangen, sie liegt hinter uns; der Morgen der Freiheit und der Bildung, er ist angebrochen. Doch noch ist die Sonne der Freiheit und der Aufklärung nicht hoch genug gestiegen, um die Morgennebel und die Nachtgeister gänzlich zu verscheuchen. Noch vernehmen wir aus dem Munde sogenannter hoher Personen mit niederer Gesinnung so manches Wort, das das edle Gemüth, den zarten Sinn des echten Israeliten tief verletzt. Das sind für den fein fühlenden Israeliten die bittern Tropfen in dem Kelch deö Lebens. — Wir müssen sie hinnehmen! Wie viel Herbes und Bitteres haben unsere Vorfahren hinnehmen müssen! Begegnete ihnen nicht auf jedem Schritte und jedem Tritte der Haß und die Verfolgung? Auch dieser nno hat wie alles Herbe und Bittere fein Gutes: Es wirkt reinigend und läuternd.— Mögen jene Nachtgeister noch einige Jahrzehnte ihr Gekrächze hören lassen; sie werden verstummen! Gleichwie die früheren, weit mächtigeren und gefährlicheren Feinde Israels verstummt, der Verachtung und der Vergessenheit anbeimgefallen sind, wie es der Prophet vor mehr denn 25 Jahrhunderten allen Feinden Israels verkündet: natn w "p Dnrun da na^an ro p pan DBioi p*a rn* insD ’BO« dksdd ndi D»pan .“incn^D Jma d'in nron onw pcn myoi D«»n nm onn .^nnn d-riv' rnpa Siehe, zu Schanden und Schmach werden all die gegen dich entbrennen; zu Nichte werden und um* kommen, die mit Dir streiten. Du suchst sie, und findest sie nicht, die mit Dir haderten; zu Mchtö werden, dem Unding gleich, die Dich bekriegten. Du streuest sie hin und ein Wind entführet sie und ein Sturm zerstiebt üe. Du aber frohlockest m dem Ewigen, rühmst Dich ceS heiligen Israel-. Ies. Kap. 41, Vers 11, 42, 16. Zeitungsnachrichten nnd Corresporrdenzen. »Deutschland. Mainz, den 5. April. Wir erh alten eine Dr. F. Unterzeichnete Zuschrift von Frankfurt a. M., in welcher die Berichte, die der „Israeli t“ über das Wirken des Herrn Dr. Hildesheimer in Berlin bringt, scharf getadelt werden. Der Briefschreiöer sagt, er sei vor einigen Tagen in Berlin gewesen — und Berlin habe sich noch nicht geändert. Wir verweisen den Mann auf unfern Leitartikel in dieser Nummer. Herr Dr. H. ist kein Elijah» und will auch nicht als solcher gelten. Kann er die Berliner Poschim ändern, kann er die Läden schließen, die am Sabbat geöffnet, kann er den Leuten verbieten unjüdische Kost zu genießen? Nein, das kann er nicht; er kann und will lediglich diejenigen um sich schaaren, die Gott noch im Herzen tragen; diese will er für das Iudenthum und das Iudenthum für sie und ibre Kinder erhalten. Und das wird ihm unter göttlichem Beistände gelingen! Uebrigens hat sich Herr Dr.F. — wahrscheinlich ein Pseudonym — schlecht in Berlin informirt. Er behauptet, die Religionsschule sei erst jetzt im Entstehen, während ne doch schon Anfangs Oktober, als der Herausgeber dieser Blätter in Berlin war, mit' 70 Kindern eröffnet wurde, und jetzt beinahe die dt^ fache Anzahl hat. Er behauptet ferner, daß keine drn Bachurim in Berlin seien, während wir ihm deren dreißig bei Namen nennen können und noch viele Andere dort sind, die wir nicht kennen; er läßt sich in schmähendster Weise über die Broschüre: „Dr. Isr. Hildesheimer" aus und vergißt, daß diese nur den verläumderischen Angriffen in den Berliner politischen Blättern entgegentreten sollte. Wir hätten von der in Rede stehenden Zuschrift keinerlei Notiz genommen, wenn wir nicht auch noch anderw.itig ähnlichen Ansichten begegnet wären. Es gibt leider auch „Orthodoxe", denen Alles nicht recht ist, was Jemand thut, während sie selbst unthätig die Hände in den Schovß legen und — räsonniren. —

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