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Der Israelit · 1870-04-13 · Heft 15-16 (13.4.1870) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
11 (1870)
Issue
Heft 15-16 (13.4.1870)
Date
1870-04-13
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Dgss personisicixte Gewissen Berlinsdie Ad aß Jisroel, entwickelt sich sehr erfreulich; auch sie wird demnächst eine-Prüfung der Religionsschule halten, wo wohl ein« andere „Religion" als die erwähnte zu Tage treten wird. Die Prüfung wird durch das freundliche Entgegenkommen des Magistrats im Prüfungssaale: eines hiesigen städtischen Gymnasiums abgehalten werden, wozu auch eine Einladungsschrift versendet wird, auf die ich wohl zur Zeit zurückzukommen hoffe. Die Gemeinde Adaß Jisroel hat auch am vergangenen Sonntag die erste ihrer statutengemäßen Wahlen, nämlich die des definitiven Vorstandes, vorgenommen. Es war wirklich eine Freude, den Vorgang mit anzusehen. Die Wahlcommission bestand aus drei ehrwürdigen D^pT, die zu den geachtetsten Personen der hiesigen Gemeinde überhaupt zählen. Sie verließen während des ganzen WahÜqrminö (9-6) nicht , ihre Stelle, wiewohl ihnen Substituten gestellt waren, und war die Betheiiigung der Gemeinde eine ebenso zahlreiche (6OV0) wie einmüthig, indem fast alle Vorsteher mit Einstimmigkeit gewählte wurden. Es sind dies aber auch' die um oie Entfaltung der A. I. schon so verdienten beiden bisherigen Vorsteher Jacob Bamberger und Samson Rosenberger, sowie der verdienstliche und in allen Kreisen renommirte Herr Israel, und wird gewiß auch die noch bevorstehende Wahl der Repräsentanten, resp. der Commission ebenso glänzend ausfallen. Kiel.. Die städtischen Collegien haben in ihrer jüngsten, am Freitag v. W. abgehaltenen Sitzung der jüdischen Gemeinde für ihre Synagoge einen kostenfreien Gasconsum im laufenden Jahr bis 12,«X)0 Cubikfuß bewilligt. Die jüdische Gemeinde hatte nur um ein« Preisermäßigung für circa 12000 Cubiksuß Gas, die in ihrer Synagoge consumirt würden, gebeten. Di« städtischen Collegien haben jedoch in Berracht, daß den hiesigen Kirchen ihr Gasconsum kostenfrei geliefert wird, auch der jüdischen Gemeinde die kostenfreie Gaslieferung für die Synagoge zugestanden. Oesterreichisch - Ungarische Monarchie. Wien. In Folge der von Med. Dr. Ludw. Aug. Frankl angeregten Gründung einer ersten jüdischen Blinden-Erziehungsanstalt ist es hoch erfreulich, mittheilen zu können, daß es demselben durch persönliche Einladung und lebhafte Verwendung bereits gelungen ist, die Gründung einer solchen Anstalt in Wien zu sichern. Freiherr Friedrich v. S ch e y begrüßte den philanthropischen Gedanken mit freudigem Gefühle und gab demselben als erster Begründer Ausdruck durch die hochherzige Widmung eines Kapitales von zehntausend Gulden. In edelster Weise schlossen sich an die Herren M.H. Weitersheim und Comp, mit 2C00 fl. und einem Jahresbeiträge von 200 fl.; Herr Simon Ritter v. Win- I t erstein mitß500 fl. und Jahresbeitrag 100 fl.p Herr Paul Schiff und Herr Max Theodor Schiff mit je'500 fl. und 100 fl. Jahresbeitrag; Herr Leopold Stern mit einem Gründungsbeitratz von'1000 fl.; Herr Joseph Ritter v. Wertheimer 100 fl. und Jahresbeitrag 25 fl.; Herr Bernhard Back mit einer Staatsschuldverschreibung ä 1000 fl.; Herr Gustav Ritter v. Schlesinger mit 200 fl. und Jahresbeitrag 25 fl.; das HilfS-Comite für Soldaten israelitischer Religion durch seinen Vorstand eine Staatsschuldverschreibung ä 500 fl. im Interesse eines blinden Soldatenkindes; Herr Moriz Ritter v. Go l dschmidt 500 fl. und Jahresbeitrag 100 fl. Die Anstalt ist somit, Dank den edlen menschenfreundlichen Spendern, in überraschend schnellster Zeit, voraussichtlich , daß es, wie zu erwarten, weitere Unterstützung findet, gesichert. Pesth. Der „Pesther Lloyd" berichtet von Excessen gegen die Juden während der Tage der Assentirung. In verschiedenen Orten haben die Asftntirten' unschuldige Juden überfallen und sie mißhandelt. In Preßburg, Eperieö und anderen Städten haben die Rekruten die jüdischen Handlungen geplündert und die Waaren auf die Straße geworfen. Pesth. Die hiesige nanp rron hat ein Haus um die Summe von 300,000 fl. gekauft und es als Siechenhaus eingerichtet. Am 1. März wurde das Gebäude eingeweiht, b i welcher Gelegenheit an 3800 fl. cingingen. Dieser Verein vertheilt außerdem 20,000 fl. an Arme. (Lemb. Ztg.) Prag. Das Stiftungscapital der Prager Cultusgemeinde weist im Rechnungsabschluß des Jahres 1869 die Summe von 653000 fl. auf, 17000 fl. mehr als im verflossenen Jahre. (Ggt.) England London» Sir Moses Montefiore berichtet im „Jew. Chr.", daher, nachdem er unfern hungernden Glaubensgenossen in Jerusalem eine ansehnliche Unterstützung überschickt, auch für die Christen undMuhamedaner daselbst je 1200 fl. gegeben hat. Portugal. Liffadon. Der „Diario de Lisboa,“ das portugi fische Regierungsblatt meldet: Der König hat die Herren David Stern und Herrmann v. Stern zu Grafen ernannt. A m e r i k a. New-Vdrk. Die Direction der „B^nai Jeschurun"-Frauen-Wohlthatigkeits - Gesellschaft beabsichtigt ein großes Etablissement zu errichten und große Säle zu eröffnen, in welchen 100 arme Jüdinnen, ver- ‘ heirathete oder ledige, fortwährend Beschäftigung in weiblichen Arbeiten erhalten.

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